Staubig ist das Baugelände und beräumt, kein Busch, der etwas Schatten werfen könnte. So war der erste Spatenstich für das Falkenseer Hallenbad eine kräftezehrende Aufgabe für die sieben Auserwählten. Bevor es am Donnerstag auf dem Gelände Seegefelder / Ecke Seeburger Straße an die Spaten ging, dankte Bürgermeister Heiko Müller (SPD) dem Seniorenbeirat. Dieser hatte nach langen Debatten und vielen Abstimmungen mit einem Bürgerentscheid für Klarheit gesorgt.

Erste Inititative im Jahr 2007

2007 hatte der Seniorenbeirat zum ersten Mal Unterschriften für ein Hallenbad gesammelt. Mehr als 7.000 Bürger wünschten sich damals das Bad. Es blieb nicht die letzte Unterschriftensammlung. Während sich viele Falkenseer für ein Hallenbad begeistern konnten, gibt es nach wie vor Kritik am Bauvorhaben.

Keine Zustimmung in Stadtverordnetenversammlung

Vertreter der CDU weisen immer wieder auf die Kosten des Projekts hin. Ihrer Einschätzung nach, sind die Zahlen für Baukosten und Unterhalt zu niedrig angesetzt. Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fehlen die ökologischen Aspekte am Bau. Am Ende hatte der Antrag für den Bau eines Hallenbads in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit bekommen. Für die Stadtverordneten sprach deren Vorsitzende, Julia Concu (Bündnis’90/Die Grünen). Sie hielt ihre Rede knapp, wünschte „dass das Hallenbad ein Erfolg wird. Auch den Keglern viel Freude an ihrem Sport!“

Bürgerentscheid stellte die Weichen

Mit dem Bürgerentscheid von 2020 votierten die abstimmenden Falkenseer für das Hallenbad mit einem Sechs-Bahnen-Schwimmbecken, einer Sprunganlage mit Drei-Meter-Turm und Ein-Meter-Sprungbrett, Lehrschwimmbecken, Kinderschwimmbecken mit Wasserspielplatz, Rutsche im Innenbereich, Sauna, Bistro und Kegelbahn. Derzeit wird der Bau mit 26 Millionen Euro geplant, so Müller am Donnerstag. Rund 2,5 Jahre Bauzeit sind kalkuliert, der nächste Festakt  solle das Richtfest sein. Auch Ulf Hoffmeyer-Zlotnik, Vorsitzender des Seniorenbeirats Falkensee, wandte sich kurz an die Gäste. Er erinnerte sie daran, dass Bürgerentscheide sich meist gegen etwas richten. In diesem Fall aber seien die Bürger für etwas gewesen, sagte er: „Das ist das ganz Besondere“.

Spatenstich am früheren Nationalfeiertag

Dann wies Bürgermeister Müller auf das Datum hin, der 17. Juni, und setzte das aktuelle Ereignis in einen historischen Kontext zu den Ereignissen um den 17. Juni 1953, als es zu einem Volksaufstand in der damaligen DDR gekommen war. Bis 1990 war der 17. Juni als „Tag der deutschen Einheit“ ein gesetzlicher Feiertag im Westen Deutschlands. „Ein sehr symbolischer Tag“, wie  Müller meinte. Und fügte hinzu: „Der Bürgerentscheid zeigt, dass Bürger etwas bewegen können.“