Demo in Frankfurt (Oder): Alle Infos zum Protest gegen Rechts – OB findet klare Worte

Auch in Frankfurt (Oder) wird zu einer Demonstration für die Demokratie eingeladen, so wie hier in Darmstadt.
Boris Roessler/dpa„Nie wieder ist jetzt!“, lautet das Motto der Demonstration, die für den 27. Januar in Frankfurt (Oder) angekündigt ist. Analog zu den Kundgebungen im ganzen Bundesgebiet wolle man auch in Frankfurt „für die Verteidigung der Demokratie und gegen rechtsradikale Tendenzen“ demonstrieren, heißt es am Mittwoch (24.1.) in einer Pressemitteilung aus der Stadtverwaltung.
Wie bereits bekannt, soll die Demo um 13 Uhr am Bahnhof mit einer Auftaktkundgebung starten. Der Linken-Stadtverordnete Jan Augustyniak, der die Demo angemeldet hat, erklärt auf Nachfrage, dass der derzeitige Streckenverlauf eine Kundgebung am Alten Kino in der Heilbronner Straße, auf dem Brunnenplatz und auf der Kreuzung Karl Marx-Straße, Ecke Slubicer Straße vorsieht.
Angemeldet worden war die Demonstration für 500 Personen. Augustyniak sagt jedoch jetzt: „Mit Blick auf die Teilnehmerzahlen vom vergangenen Wochenende rechnen wir mittlerweile mit deutlich mehr Teilnehmern.“
Wo die Demo in Frankfurt (Oder) entlang führt
Zu der Demonstration aufgerufen hat ein Zusammenschluss aus Institutionen und Personen der Zivilgesellschaft Frankfurts, teilt die Stadtverwaltung mit. Dazu gehören Studierende, studentische Initiativen und Beschäftigte der Viadrina, das Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“, Arbeitnehmer, Unternehmer, frühere Mitglieder des „Neuen Forums“, Juristen sowie Kulturschaffende und Aktive aus der lokalen Sportlandschaft, den Kirchen und Religionsgemeinschaften.
Laut Jan Augustyniak habe sich im Laufe der Woche das Unterstützerumfeld der Demonstration erweitert, „so haben sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst, das Kabarett Oderhähne und viele weitere Institutionen dem Ansinnen der Demonstration angeschlossen“, berichtet er. Anklang habe die Demo nicht nur bei kleineren und größeren Kultureinrichtungen gefunden, sondern auch in der Frankfurter Sportlandschaft.
OB von Frankfurt (Oder) ruft zur Teilnahme an Demo auf
Nach Informationen des Organisationskreises werden an mehreren Stationen verschiedene Rednerinnen und Redner sprechen. Darunter Vertreter der Religionsgemeinschaften, die „Students for Climate Justice“, Uni-Vizepräsidentin Janine Nuyken, der künstlerische Leiter des Kleist Forums Florian Vogel als Kunst- und Kulturschaffender, Jan Augustyniak für das Organisationsbündnis sowie der Frankfurter Oberbürgermeister René Wilke.
OB René Wilke ruft zur Teilnahme an dem Protest auf. „Es ist schön zu sehen, wie Menschen unterschiedlicher Auffassungen, Religionen, Lebensentwürfe und politischer Präferenzen zusammenkommen, um zu zeigen, dass die Mitte der Gesellschaft Grenzen des Akzeptablen setzt und gemeinsame Grundsätze klarmacht“, wird er in der Pressemitteilung der Stadt zitiert. Zu diesen Grundsätzen zähle für ihn das Selbstverständnis einer Gesellschaft, in der Rassismus keinen Platz hat. Außerdem sei das Grundgesetz – vor allem die Würde des Menschen – unverhandelbar und es sei inakzeptabel, Mitmenschen zu verängstigen.
Worum es den Organisatoren und Unterstützern geht
„Vor allem diejenigen Menschen unserer Stadt, die sonst eher als ruhige Beobachterinnen und Beobachter den öffentlichen Diskurs verfolgen, sehen nun eine Grenze erreicht, die sie zum öffentlichen Widerspruch zwingt“, so René Wilke. Um die Herausforderungen und Überforderungen im Land zu lösen, brauche es gemeinsames, respektvolles, demokratisches Ringen. „Das ist nicht selten anstrengend und fordert Kompromisse. Aber es geht nur miteinander statt gegeneinander. Das unterstütze ich gerne und mit all meiner Kraft“, so René Wilke.
Die Europa-Universität Viadrina hat sich dem Aufruf ebenfalls angeschlossen. Viadrina-Präsident Prof. Dr. Eduard Mühle erklärte in einem Statement: „Weltoffenheit, Toleranz und demokratische Freiheit sind die Fundamente, auf denen die Viadrina als Universität steht und denen sich ihre Mitglieder als Lehrende, Studierende, Mitarbeitende und als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger verpflichtet sehen. Wir lassen es nicht zu, dass diese Werte von antidemokratischen und rechtsextremistischen Kräften mit Füßen getreten werden, dass Demagogen an ihre Stelle Ausgrenzung, Spaltung, Hass und Gewalt setzen. Wir als Zivilgesellschaft müssen dem mit einem klaren Zeichen Einhalt gebieten.“
Organisator Jan Augustyniak bekräftigt für den Organisationskreis noch einmal den Grundgedanken der demokratischen Gesellschaft und macht deutlich, dass es in der aktuellen gesellschaftlichen Lage mehr als notwendig sei, am Samstag in Frankfurt „Gesicht für die Demokratie zu zeigen und seine Stimme gegen Rechts zu erheben. Wir wollen am Samstag für eine offene, solidarische, demokratische und gerechte Gesellschaft auf die Straße gehen und dabei die gesellschaftliche Vielfalt unserer Doppelstadt zeigen“, so Augustyniak.
Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz
In Hunderten Städten in Deutschland wird aktuell zu Demonstrationen aufgerufen, als Reaktion auf ein Treffen mit menschenverachtender Agenda, an dem auch AfD-Funktionäre teilgenommen und über das das Recherchekollektiv Correctiv berichtet hatte.
Im Anschluss an die Demo in Frankfurt folgt am Abend, ab 18 Uhr, im Kleist Forum die traditionelle Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Denn der 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.
Zum Gedenken eingeladen haben die Stadt und die Organisation Friedensnetz. Den inhaltlichen Schwerpunkt der Veranstaltung setzt Susanne Noack, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)-Lebus. Für musikalische Umrahmung sorgen der Chor Lebensfreude gemeinsam mit dem Chor der jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder) sowie zwei Musiker des Staatsorchesters.






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Die richtige Antwort zur richtigen Zeit
Auch in Frankfurt (Oder) ist für den 27. Januar eine Demo gegen Rechtsextremismus angemeldet. Warum das Datum kaum passender hätte gewählt werden können.