Handball in Frankfurt (Oder)
: FHC spielt künftig in der Nordost-Staffel

Die Drittliga-Handballerinnen des Frankfurter HC sind in die Saisonvorbereitung gestartet.
Von
Matthias Braun
Frankfurt (Oder)
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  • Für das traditionelle Trainingsauftakt-Foto kommen die FHC-Spielerinnen auf der Laufbahn des Olympiastützpunktes zusammen.

    Für das traditionelle Trainingsauftakt-Foto kommen die FHC-Spielerinnen auf der Laufbahn des Olympiastützpunktes zusammen.

    Winfried Mausolf
  • Trainer Torsten Feickert (l.) spricht mit Mannschaftsbetreuer Marcel Bellack und der nach einer Schulter-OP verletzten Kathleen Müller.

    Trainer Torsten Feickert (l.) spricht mit Mannschaftsbetreuer Marcel Bellack und der nach einer Schulter-OP verletzten Kathleen Müller.

    Winfried Mausolf
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Der Punktspielbetrieb beginnt allerdings erst am 17./18. Oktober – fünf Wochen später als geplant, wie die Spielkommission der 3. Liga bekanntgab. „Nach der abgebrochenen Saison 2019/20 erwarten wir mit der Spielzeit 2020/21 angesichts aller mit der Corona-Pandemie verbundenen Ungewissheiten erneut große Herausforderungen“, sagte Carsten Korte, Präsidiumsmitglied des Deutschen Handballbundes. „Wir alle sind gefordert, Kompromisse zu schließen, bestmöglich zu planen und in den kommenden Monaten sehr flexibel zu entscheiden.“

So sei nicht nur der Saisonbeginn beeinflusst, sondern auch der gesamte zeitliche Rahmen. Fast gezwungenermaßen beabsichtigt die Spielkommission, den Modus der 3. Liga Frauen anzupassen. Diese Änderung muss noch vom Bundesrat bestätigt werden. Die bedingt durch die Aufstockung nun 60 Mannschaften werden in fünf statt bisher vier Staffeln mit je zwölf Teams antreten. Hiermit soll terminliche Flexibilität geschaffen werden. Der FHC tritt dabei in der Nord-Ost-Staffel an.

Torsten Feickert ist zufrieden mit der Einteilung. „Das ist eine interessante und wie ich denke ganz ausgeglichene Gruppe. Durch die Auflösung der HSG Jörl DE Viöl konnten sich einige der Nordmannschaften noch verstärken. Bei den Aufsteigern muss man abwarten, wie sie sich in der neuen Spielklasse zurechtfinden“, sagt der neue Chef-Coach, der seit dem 1. Mai für die sportlichen Abläufe des Drittliga-Teams verantwortlich ist. In der Mitteilung des Deutschen Handballbundes zur Durchführung der Spiele heißt es weiter. „Gewünscht ist, dass die Spiele mit Publikum stattfinden können, sofern dies die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie ermöglicht und entsprechende Hygienekonzepte vorliegen.“

Horst Keppler, Vorsitzender der Spielkommission und verantwortlich für die Staffeln der Frauen, erklärt: „Dass wir Startdatum, Staffeleinteilung und Modus haben, hilft allen Beteiligten. Wir und damit auch die Vereine können nun etwas konkreter planen.“ Aufsteigen in die 2. Handball-Bundesliga werden drei der fünf Staffelsieger, so dass eventuell eine Relegation ausgetragen werden muss. Dies gilt auch für die Zahl der Absteiger, da neben den drei Letztplatzierten jeder Staffel noch ein weiterer Absteiger, insgesamt also 16 Mannschaften, ermittelt werden muss. Der letzte Spieltag soll am 15./16. Mai 2021 ausgetragen werden.

Das Team des Frankfurter HC ist im Vergleich zur Vorsaison bis auf die studienbedingten Abgänge von Pauline Wagner und Cora Bertram komplett zusammen geblieben. Einziger „externer“ Neuzugang ist Kreisläuferin Jessica Koconrek (18) von der zweiten Mannschaft des VfL Oldenburg. Flügelflitzerin Beatrice Zacharias kehrt nach zwei Jahren beim MTV Altlandsberg und HSC 2000 Frankfurt wieder in den Drittligakader des FHC zurück. „Ich freue mich, wieder hier zu sein“, sagte die 21-Jährige am Montag vor dem ersten Training.

Aus dem eigenen Nachwuchs stoßen Isabell Gerlach, Ashley-Ann Busse und Joanna Kuczynski (alle Tor), Sarah Bertelsmann (Kreis), Emy-Jane Hürkamp (Außen) sowie Maxie Fuhrmann, Lilly Plath und Anny Philipp (Rückraum) zum Team. Letztere wird wie Kapitänin Kathleen Müller verletzungsbedingt jedoch frühestens zur Rückrunde wieder ins Spielgeschehen eingreifen können.

Teile des mit 21 Akteuren besetzten, zunächst aufgebläht wirkenden Kaders bilden gemeinsam mit Spielerinnen der A-Jugend-Bundesliga die zweite Mannschaft des FHC, die zur neuen Spielzeit unter Leitung von Wolfgang Dahlmann in der Verbandsliga Süd an den Start gehen wird. „Diese Mannschaft soll stark ausbildungsorientiert sein, dort können Spielerinnen, die wegen Verletzungen oder anderen Gründen nicht so zum Zuge kommen, Spielpraxis sammeln“, erklärt Torsten Feickert.

Auch Club-Präsident Wolfgang Pohl ist froh, dass es wieder losgeht. „Die Mannschaft steht“, bekräftigt der Vereins-Chef. „Nachdem uns die Chance auf den Aufstieg durch den Saisonabbruch verwehrt blieb, wollen wir einen weiteren Anlauf auf das erklärte Ziel 2. Bundesliga starten.“ In die gleiche Bresche schlägt auch Kathleen Müller. „Das war für uns keine einfache Situation“, gesteht die 23-jährige. „Aber alle haben sich relativ schnell wieder gefangen. Mit den Impulsen von Trainer Torsten Feickert wollen wir erneut angreifen“, gibt sich die Spielführerin kämpferisch.

Viele Testspiele geplant

So sieht das auch der Übungsleiter. „Die Mannschaft hatte während der Sommerpause individuelle Trainingspläne und nun können wir richtig einsteigen. Das Spiel soll schneller und variabler im Angriff werden, wir wollen 60 Minuten Tempo gehen. Aber auch in der Deckung wollen wir die Gegner immer wieder vor neue Aufgaben stellen“, erklärt der 39-Jährige. Durch den verschobenen Saisonstart ändert sich jedoch auch die geplante Vorbereitung des Drittligisten. „Einige Turniere finden nun wahrscheinlich später statt“, erzählt Feickert. „Aber ich werde die Spannung hochhalten und versuchen, viele Testspiele zu organisieren.“

Eine schlechte Nachricht gab es dann aber doch noch für die FHC-Frauen. Am DHB-Pokal 2020/21 werden coronabedingt ausschließlich die 16 Mannschaften der 1. Bundesliga teilnehmen. Der Frankfurter HC wäre durch den Gewinn des Landespokals im Januar eigentlich für die 1. Pokalrunde startberechtigt gewesen.

Alte Bekannte und neue Gesichter

Die Handball-Frauen des Frankfurter HC treffen in der Staffel Nord-Ost der 3. Liga auf einige alte Bekannte wie die HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen, den TSV Wattenbek, SV Henstedt-Ulzburg, SC Alstertal-Langenhorn, MTV Heide, Buxtehuder SV II und TV Oyten. Neu hinzu kommen die vier Aufsteiger HSG Mönkeberg/Schönkirchen (Kreis Plön, Schleswig-Holstein), SV Grün-Weiß Schwerin, Pfeffersport Berlin sowie der Rostocker HC.

Geplanter Saisonstart ist am 17.  Oktober. Der Spielplan wurde noch nicht bekannt gegeben.