Helenesee Frankfurt (Oder): Festival „Bucht der Träumer“ startet – das ist 2024 los

Das Festival „Bucht der Träumer*“ am Helenesee bei Frankfurt (Oder) startet 2024 am Donnerstag, 15.8. Hier wird gerade die Hauptbühne „Atlantis“ aufgebaut. Und es wird viel geboten.
Jason KrügerCaptain nennt sich der Mann mit dem Hut und dem langen, grauen Bart. Er ist zum Crew-Mitglied beim Festival „Bucht der Träumer*“ geworden, das 2024 zum sechsten Mal in der Nähe von Frankfurt (Oder) stattfindet. Am Helenesee ist der Berliner im Sommer normalerweise, um Boote und Fahrräder zu verleihen. Trotz der Seesperrung ist er vor Ort, erzählt er, zum Beispiel, um Räder zu reparieren. Im Bootsverleih arbeitet er weiterhin, aber mittlerweile am Strandbad in Müllrose.
Jetzt ist aber erst einmal die „Bucht der Träumer*“. Captain hilft gerade dabei, einen riesigen, beleuchteten Drachen aus Holz fertigzustellen. Liebevolle Dekoration und vor allem das Spiel mit Licht findet sich zum Festival überall am See. Rund 3000 Personen arbeiten dort bereits, bevor es überhaupt losgeht – nicht nur beim Aufbau, auch in der gesamten Organisation.

Captain und zwei weitere Personen bauen an einem Drachen auf dem „Bucht der Träumer*“-Festival am Helenesee bei Frankfurt (Oder).
Jason KrügerMotto beim Festival „Bucht der Träumer*“: Liebe ist stärker als Hass
Während vor Ort noch die letzten Handgriffe erledigt werden, reisen die ersten Gäste an. Seit Donnerstagmittag (15.8.) ist das Festivalgelände geöffnet. Der erste Tag läuft noch etwas ruhiger ab, doch die Tage darauf sind vollgepackt mit Musik, Workshops, Vorträgen und Performances. Felix Gebauer, der unter anderem Festivalsprecher ist, zählt ein paar Musikerinnen und Musiker auf.
Der elektronische Musiker Monolink, DJ und Musikproduzentin Ellen Alien, das „Umweltfreundliche Afro-Futuristische-Punk-Ensemble“ Fulu Miziki, die Rapperin Ikkimel, Tropikel Ltd. aus Dresden. Wie in den Vorjahren machte das Festival keine großartige Werbung mit Namensnennungen von Künstlerinnen und Künstlern. Vielmehr geht es immer auch um das Gesamterlebnis, ist das Festival vor allem auch ein Kulturfestival.

Überall im Wald am Helenesee bei Frankfurt (Oder) wurde in den vergangenen Tagen dekoriert und aufgebaut.
Jason KrügerIn diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto „Love Conquers Hate“, Liebe ist stärker als Hass. Beim Eröffnungsvortrag mit Vanessa Faloye wird es genau um dieses Thema gehen, sagt Felix Gebauer. Menschen, die etwas falsch gemacht haben, sich verletzend verhalten haben, sollen „die Möglichkeit bekommen, zu verstehen, wo sie angeeckt sind und lernen, über sich hinauszuwachsen“, erklärt er – statt andere einfach ausschließen, liebevoll miteinander umgehen. „Das ist das Herzstück von dem, was wir hier machen.“
Auch Versöhnung sei ein wichtiges Thema beim Festival und darüber hinaus: Konflikte produktiv nutzen, sich verständigen. Diese Themen werden auf künstlerische und performative Art auf den Bühnen und in den Workshopbereichen der „Bucht der Träumer*“ eine Rolle spielen und erfahrbar gemacht. Im Rage Club, also Wutclub, wird es um unerwünschte Gefühle gehen, wie man mit ihnen umgeht und was passiert, wenn man sie ignoriert. Es gibt Yoga, Atemtechniken, Workshops zu Bindungstheorien, Körper und Geist und zur Frage, wie man mit anderen in Beziehung tritt.
Festivalteam fühlt sich in Frankfurt (Oder) und am Helenesee angekommen
„Wir fühlen, dass wir angekommen und willkommen sind“, sagt Felix Gebauer. Viele wollen bei der „Bucht der Träumer*“ mitmachen, ist seine Erfahrung – dass es der Kulturszene im Allgemeinen aber nicht gut gehe, „tut uns weh“. Umso dankbarer ist er für die wachsenden Beziehungen zu den Menschen vor Ort, zu Menschen, „die seit Generationen an der Helene“ sind.
„Für uns ist es einfach extrem wichtig, den Boden zu verstehen und zu respektieren, auf dem wir stehen, und mit den Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt er. Wenn das Team die Baumärkte oder Supermärkte in der Umgebung „leerkaufe“, kommentiere mittlerweile öfter schon jemand: „Das sieht nach Bucht der Träumer aus.“ Und auch die Dauercamper am See seien inzwischen mehr involviert.

Elektronische Musik braucht viele Kabel - hier wird gerade der Bühnenbereich Porto Loco beim Festival „Bucht der Träumer+“ am Helenesee bei Frankfurt (Oder) aufgebaut.
Jason Krüger„Wir fühlen uns sehr willkommen in Frankfurt (Oder)“, sagt er. Es sei wichtig, sich auf Augenhöhe und respektvoll zu begegnen. Wenn über Diversity, also über Vielfalt und Diversität, geredet wird, „muss das alle Lebensentwürfe einschließen“ – inklusive derer, die schon ganz lange vor Ort ansässig sind. Auch Firmen aus der Region sind involviert, man sieht das an den Kennzeichen aus der Gegend. Felix Gebauer nennt die regionale und saisonale Bio-Gemüseküche Goldmund aus dem Oderbruch, die auch schon beim Festival Oboa und bei der Fusion war, als Beispiel.
Die „Bucht der Träumer*“ läuft noch bis Montagmittag (19.8.), abreisen müssen die Gäste bis Dienstagmittag.


