Hochwasser-Hilfe
: 19-Jähriger aus Frankfurt (Oder) erklärt, warum Helfen so wichtig ist

Auch in Frankfurt (Oder) zeigt man sich betroffen über die Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz. Warum es gut ist, sich als Helfer zu engagieren.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören

Klemens Kreckel ist (noch) Bundesfreiwilligendienstleistender in der THW-Regionalstelle Frankfurt (Oder). Er will weiter Helfer bleiben – auch angesichts der aktuellen Flut-Katastrophe.

Lisa Mahlke

Sein erstes Gefühl, sein erster Gedanke, war Betroffenheit, sagt Klemens Kreckel über den Moment, als er von der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz gehört hat. „Es ist nicht so, dass man darauf wartet, dass etwas Schlimmes passiert“, betont der 19-Jährige, der in der THW-Regionalstelle in Frankfurt (Oder) seinen Bundesfreiwilligendienst macht. „Man geht zum THW, um Menschen zu helfen.“ Deshalb hat er sich für diese Woche – seine letzte als „Bufdi“ – als Helfer in Bereitschaft gemeldet.

Spendenkonto

Spendenkonto Hochwasserhilfe

Landkreis Märkisch-Oderland

IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95

Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021

„Der Dienst an der Gesellschaft ist etwas Wertvolles“

Der Frankfurter Ortsverband ist nicht in den Hochwassergebieten im Einsatz, wohl aber die Verbände aus Eberswalde, Prenzlau, Lübben und Cottbus. Als Helfer gehört man immer zu einer Fachgruppe, erklärt Klemens Kreckel. Er selbst gehört zur Gruppe Führung und Kommunikation, würde zum Beispiel, wenn er vor Ort wäre, beim „Kopf der Operation“ mithelfen. In seinen Schulungen hat er gelernt, wie er einen Verbund aus Lkw-Anhängern und Zelten aufbaut, die dann als Verbindungsstelle zu den Helfern „draußen“ funktioniert, mit Konferenzräumen, dem Aufbau von Telekommunikation, der Planung der Einsätze.

Das Technische Hilfswerk fahre nicht einfach so zu Einsätzen, erklärt er, und habe keinen Pieper wie die Feuerwehr, sondern werde um Hilfe gebeten, wenn beispielsweise schweres Gerät zum Stützen einer Hausfront benötigt wird. „Die Helfer begeben sich aber nicht in Lebensgefahr, der Eigenschutz steht an erster Stelle“, antwortet er auf die Frage, ob sich seine Eltern sorgen, wenn ihr Sohn sich als Helfer bereit erklärt. „Im Allgemeinen unterstützen sie das“, sagt er. „Der Dienst an der Gesellschaft ist etwas Wertvolles, ich kann ein bisschen was zurückgeben, auch wenn es nicht viel ist.“ Seine Meinung ist, dass auch kleine Aktionen helfen. „Das ist sicherlich kein Mainstream-Ideal. Sonst wäre ja alles gut, wenn alle so denken würden“, sagt er lachend.

Er entschied sich, dem THW-Ortsverband Frankfurt (Oder) beizutreten

Zum THW kam er vor knapp einem Jahr eher zufällig. Nach dem Abitur hatte er zwar eine Idee, was er studieren will, war aber „noch nicht so ganz bereit“. Die Stellenausschreibung fand er online und war erst einmal überrascht, dass er aus der Schule kam und direkt wieder am Schreibtisch saß. Denn in seinem Bundesfreiwilligendienst ging es vor allem um verwaltungstechnische Aufgaben. Er unterstützte die Sachbearbeiterin Bundesfreiwilligendienst in der Regionalstelle, hielt Kontakt zu den anderen Bufdis in den Ortsverbänden (die hierarchisch unter der Regionalstelle stehen), pflegte Unterlagen, kümmerte sich mit um die Bufdi-Stellenausschreibungen und hatte natürlich Fortbildungen. Die verwaltungstechnischen Aufgaben hat er jetzt drauf, sagt er. Langweilig war das nicht.

Trotzdem entschied er sich vor einem dreiviertel Jahr, dem Ortsverband beizutreten. „Das Coolste waren wahrscheinlich echt die Einsätze“, sagt er, wenn er auf das Jahr zurückblickt. Zwar war er nicht mit schwerer Technik an einstürzenden Gebäuden oder in anderen abenteuerlicheren Szenen im Einsatz. Der 19-Jährige ging angesichts der Afrikanischen Schweinepest aber mit auf Fallwildsuche und baute Bauzäune auf. Künftig wird er dem Frankfurter Ortsverband jedoch wohl nicht mehr zur Seite stehen, denn es geht zum Jurastudium für ihn nach Leipzig – „was ganz anderes als THW“, sagt er. Er sei noch „sau-jung“, müsse erst einmal sehen, wie viel Zeit ihm als Student für einen anderen THW-Ortsverband noch bleibt. „Aber ich möchte weiter Helfer bleiben, will in Einsätze mitfahren.“

Wie Brandenburg den Unwetter-Opfern hilft, lesen Sie auf einer Themenseite.