Kleist Forum Frankfurt (Oder)
: Viel Theater und Festivals – das alles ist im Herbst los

Herbst-Blues? Nicht im Kleist Forum Frankfurt (Oder) – zwischen Kleist-Festtagen und Transvocale ist einiges los in dem Veranstaltungshaus. Die Highlights im Überblick.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören

„Der zerbrochne Krug“ und viele weitere Stücke werden in den kommenden Wochen im Kleist Forum Frankfurt (Oder) aufgeführt. Hier eine Szene mit Jörg Schüttauf (Dorfrichter Adam) und Susanne Stein (Gerichtsrätin Walter). Was sonst noch los ist im Herbst.

Nasser Hashemi

Die Kleist-Festtage im Kleist Forumin Frankfurt (Oder) stehen vor der Tür. Sie sind aber nicht das einzige Highlight in den kommenden Wochen bis zur Transvocale. Was von Oktober bis Ende November alles los ist.

Auf der Hinterbühne beginnen am Mittwoch, 11. Oktober, um 19.30 Uhr die Kleist-Festtage mit dem Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises 2023: „Extra Zero“. Das Stück spielt in einer psychiatrischen Klinik, die Hauptfiguren sind Menschen mit Essstörungen. „Elisabeth Papes Text ist schonungslos genau recherchiert und gleichzeitig fein, voll schwarzen Humors, dabei immer tiefgründig, offen und immer neu lesbar in einer Zeit, die nach wie vor von falschen Körperidealen geprägt ist“, schätzt der Künstlerische Leiter des Hauses Florian Vogel ein (Tickets 25, ermäßigt 12,50 Euro).

Virtual-Reality zu Friedrich Nietzsche und Mathieu Carrière über Monster bei Kleist

Am Tag nach dieser Premiere steht eine Uraufführung mit dem Titel „Being Nietzsche“ an. Im ersten Teil schlüpft das Publikum mithilfe von Virtual-Reality-Brillen – die schon zum dritten Mal bei den Kleist-Festtagen zum Einsatz kommen – in die Rolle des Friedrich Nietzsche. Los geht es um 18, 18.30, 19 und 19.30 Uhr. Ab 20 Uhr schauen dann alle eine Live-Performance einer Puppenspielerin und einer Schauspielerin an. Tickets kosten 12 beziehungsweise 6 Euro.

Ebenfalls zu den Kleist-Festtagen gehört am 13. Oktober, 19.30 Uhr für 22 beziehungsweise 11 Euro, die Leseperformance „Kleist und andere Monster“ von und mit Mathieu & Elena Carrière, Judith Rosmair und Daniel Léon. „Bei den Kleist-Festtagen erblickt dieses spannende Psychogramm erstmals das Licht der Bühne“, so Florian Vogel.

Beliebte Lesungen von Thomas Thieme wieder im Kleist Forum

„Mit dem ‚Zerbrochnen Krug‘ haben wir in diesem Jahr nicht nur eine große Kleist-Aufführung, sondern auch das meistgespielte Werk des Dramatikers im Programm der Kleist-Festtage“, heißt es von ihm weiter zur Aufführung am 14. Oktober, 19.30 Uhr. „In der Produktion des Schauspiels Chemnitz übernimmt der bekannte Schauspieler Jörg Schüttauf die Hauptrolle des Dorfrichters Adam.“ Tickets gibt es in der Preisgruppe 1 für 25 oder 12,50 Euro, in der Preisgruppe 2 für 20 oder 10 Euro. Familientickets kosten 62,50 beziehungsweise 50 Euro.

Fester Bestandteil der Festtage sind auch die Lesungen von Thomas Thieme. „In diesem Jahr widmet er sich dem Homburg – unerhört, kraftvoll und in seiner ganzen Ambivalenz. Wir freuen uns auf ein musikalisch-literarisches Ereignis voller Energie und Zerrissenheit“, beschreibt Vogel. Kaum ein Bühnenklassiker sei ideologisch so umstritten wie Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“, um den es in der musikalischen Lesung am 15. Oktober, 16 Uhr, gehen wird (Tickets: 22/11 Euro). An diesem Abend gehen die Kleist-Festtage dann auch zu Ende.

Wie jedes Jahr kommt Schauspieler Thomas Thieme zu den Kleist-Festtagen nach Frankfurt (Oder), so wie hier 2021.

Rene Matschkowiak

Eine freche, frivole und turbulente Operette vom Staatstheater Cottbus

Der Theater-, Festival und sogar Operetten-Herbst ist damit aber noch nicht vorbei. Am 27. (19.30 Uhr) und 29. Oktober (15 Uhr) bringt das Staatstheater Cottbus „Märchen im Grand Hotel“, eine Lustspiel-Operette von Paul Abraham, auf die Bühne. Es geht darin um „die Welt des schönen Scheins“, erklärt Florian Vogel, die Revue-Operette sei dabei „frech, frivol und turbulent“.

„Verpackt im Stil der 20er-Jahre, mit einer musikalischen Melange aus Walzerklängen, ungarischen Geigen, Tango, Jazz, Charleston und Swing.“ In Preisgruppe 1 kosten die Tickets 30 oder 15 Euro, in Gruppe 2 sind es 25 oder 12,50 Euro. Familientickets gibt es für 75 beziehungsweise 62,50 Euro.

Das ist im November im Kleist Forum Frankfurt (Oder) los

Die Show des Sandtheaters am 5. November um 15 Uhr bietet dem Publikum die Möglichkeit, die bekannte Geschichte „Der kleine Prinz“ auf eine neue und einzigartige Weise zu erleben: Sandartistin Alla Denisova erschafft live Bilder in Sand, die auf eine große Leinwand projiziert werden, während Ronny Krappmann, die bekannte Stimme des ARD-Magazins „Brisant“, die Geschichte des kleinen Prinzen vorliest. Tickets: 22 / 11 Euro (Preisgruppe 1); 18 / 9 Euro (Preisgruppe 2); 55 / 45 Euro (Familienticket).

Auf Wunsch des Publikums, so Florian Vogel, ist Walter Plathe wieder im Kleist Forum zu Gast. „In seiner Rolle als Heinrich Zille nimmt er uns mit auf eine Zeitreise und schildert Verhältnisse, die genau genommen unbeschreiblich sind, auf lebendige, tragische und gleichermaßen humorvolle Weise.“

Walther Plathe kommt auf Wunsch des Publikums wieder ins Kleist Forum nach Frankfurt (Oder). (Archivbild)

Sergej Scheibe

Am 12. November ab 15 Uhr trägt er Ausschnitte aus dem Buch „Hurengespräche“ vor, das sofort nach seinem Erscheinen als Pornografie verteufelt und zunächst verboten wurde – „ein erschütterndes und authentisches Zeitdokument“. Tickets: 22 / 11 Euro (Preisgruppe 1); 18 / 9 Euro (Preisgruppe 2); 55 / 45 Euro (Familienticket).

Transvocale mit Musik aus zehn Ländern in Frankfurt (Oder) und Słubice

„Die Seilschaft“ spielt in Frankfurt (Oder) das Eröffnungskonzert der Transvocale.

Hendrik Schmidt/dpa

Vom 16. bis 18. November läuft das internationale MusikfestivalTransvocale, „drei Tage voller Musik, die alle kulturellen und sprachlichen Grenzen überwindet und unterschiedliche Genres und Menschen miteinander verbindet“, schätzt Florian Vogel ein. Die Künstlerinnen und Künstler kommen aus zehn verschiedenen Ländern und wollen die Musik ihres Landes und ihrer Kultur mit dem Publikum in Frankfurt (Oder) und Słubice teilen. Dabei gibt es Weltmusik, Folk, Chanson, Rock und Pop zu hören. Der Festivalpass kostet 60 Euro, Tagestickets 30 beziehungsweise 15 Euro.

International ist auch das Schauspiel am Wochenende darauf, in deutscher, englischer und spanischer Sprache. Im Zentrum steht eine Mutter, die das vom Krieg zerrüttete Syrien verließ, um sich in London niederzulassen. Das Stück führe angesichts von Krieg, Krisen und der Debatte um Migration und Obergrenzen „überdeutlich vor Augen, was Heimat und Fremde, Freiheit und Flucht, Verantwortung, Widerstand und die Sehnsucht nach Glück für jeden Einzelnen bedeuten“, sagt Florian Vogel. 25. November, 19.30 Uhr, Tickets 25 / 12,50 Euro.

Kein Newsletter ausgewählt
Melden Sie sich jetzt unkompliziert an und bleiben Sie automatisch informiert.