Er geht nicht zu jeder Veranstaltung, die mit Musik verbunden ist. Zum MOZ-Talk mit Musik am Mittwoch, 2. November, im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) jedoch wollte er kommen. Ministerpräsident Dietmar Woidke musste seine Teilnahme am 34. MOZ-Talk nun jedoch absagen. Er bittet um Verständnis. Doch habe sich durch die kurzfristig einberufene Ministerpräsidentenkonferenz im Bundeskanzleramt an diesem Tag seine Terminlage verändert. Wir bedauern diese Programmänderung.
Es wäre ein Novum gewesen, dass der langjährige brandenburgische Ministerpräsident an einer Talk-Show teilnimmt. Er sucht zwar die Nähe zu Menschen, aber nicht zum verbalen Schlagabtausch auf öffentlichen Bühnen oder in TV-Talkshows. Wenn schon, dann eben im Landtag oder in Wahlkämpfen auf Marktplätzen, heißt es aus seinem Umfeld. Spontan hatte er dennoch zugesagt, zum MOZ-Talk mit Musik zu kommen – doch jetzt kam der Termin in Berlin dazwischen.

Gäste am 2. November: Gitte Haenning, Uwe Madel und Raik Neumann

Wegen der Konferenz im Kanzleramt hat sich das Programm beim 34. MOZ-Talk also geändert: Die Hamburger Entertainerin Lilo Wanders und der deutschsprachige Meister im Poetry Slam David Friedrich unterhalten sich mit der Sängerin Gitte Haenning, die begleitet von zwei exzellenten Musikern Lieder in neuem Gewand aus ihrer langen Karriere singen wird.

Tickets für den 34. MOZ-Talk

Tickets gibt es an der Kasse im Kleist Forum, Montag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr, sowie in der Tourist-Information, Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr und Sonnabend 10 bis 14 Uhr, und über www.kleistforum.de
Wie ein Berliner auf einem Frankfurter Obst-Bauernhof landete, weiß Raik Neumann zu berichten. Der in Frankfurt geborene Krimi-Journalist Uwe Madel erzählt über Trickbetrüger und fiese Maschen von Dieben („Täter-Opfer-Polizei“, rbb-Reihe). Der MOZ-Talk mit Musik ist eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kleist Forum. Der Abend wird wieder musikalisch umrahmt von der MOZ-Talk-Showband.

Staatskanzlei prüft das Kommen des Ministerpräsidenten zu einem späteren MOZ-Talk-Termin

Wer Dietmar Woidke gerne auf dem MOZ-Sofa erleben möchte, dem sei gesagt: Die Staatskanzlei prüft das Kommen des Ministerpräsidenten zu einem späteren MOZ-Talk-Termin. Dietmar Woidke, dieser lange Kerl von immerhin 1,96 Metern, zog 1994 erstmals für die SPD in den Landtag ein. Erst war er Abgeordneter, dann Landwirtschaftsminister und Innenminister in Brandenburg, zwischendurch Fraktionschef im Landtag. Seit 2013, im kommenden Jahr also bereits zehn Jahre, ist der Forster Dietmar Woidke Brandenburgs Ministerpräsident.
Ein Mann, der erst denkt und dann redet, sagte einst sein Vorgänger Matthias Platzeck. Politischen Frust verarbeitet er nicht öffentlich, sondern lieber beim Joggen. Seinen ganz eigenen Trick hat er, sagte Woidke einmal. „Die erste Hälfte der Strecke denke ich an gar nichts und genieße nur und die zweite Hälfte denke ich dann an Probleme.“ Auch wenn ihm das Laufen dann schon am Ende der Strecke schwerer fällt, kommen ihm unter dem Druck, ans Ziel zu kommen, doch schon einige ganz gute Ideen.
Der 61-Jährige ist einer, den viele als ehrliche Haut beschreiben. Auf den ersten Blick wirkt er langweilig, kommt etwas spröde daher. Aus Machtkämpfen, Ränkespielen, Parteiritualen hielt er sich raus. So machte er sich kaum Feinde. Er wollte nie ganz nach oben. Vielleicht blieb er deshalb 2013 nach Platzecks Rückzug wegen eines Schlaganfalls als Einziger übrig. Dieser Landwirtssohn aus der tiefsten märkischen Provinz.

Bei den Wahlen 2019 holte er erneut den Sieg für die SPD

Aus dieser Enge brach er vom märkischen Rand nach Potsdam ins Zentrum der Landespolitik auf. Und als bei den letzten Landtagswahlen 2019 auch innerhalb der SPD nicht mehr alle auf seinen Sieg setzen wollten und im Hintergrund bereits über Nachfolgeszenarien gesprochen wurde, holte Woidke erneut den Sieg für die SPD. In dieser Zeit verhandelte er mit Elon Musk bereits über die Ansiedlung der Giga-Tesla-Fabrik in Grünheide. Es wäre politisch nachvollziehbar gewesen, dies zum eigenen Nutzen in den Wahlkampf einzubinden. Woidke wartete jedoch, bis alles in trockenen Tüchern war.
Dietmar Woidke ging nie wirklich weg aus der Lausitz, wohnt dort mit seiner Frau weiter. „Der Dietmar“, so erzählen die Leute, hatte schon damals einen eigenen Kopf. Er ging zur Christenlehre, trug die Haare lang. Er liebte Rockmusik, möglichst hart und laut. Angefangen hat es mit Glam-Rock, The Sweet, Slade, dann die Rolling Stones, Led Zeppelin, Deep Purple, Uriah Heep. Deshalb habe er in der Schule auch Englisch belegt. „Ich wollte verstehen, was Mick Jagger mir sagen will“, erzählte Woidke mal. Und manchmal, wenn ihm heute so ist, schallt aus Boxen in seinem Büro in der Staatskanzlei Hardrock.
In einer früheren Version hieß es, Dietmar Woidke kommt am 2. November zum MOZ-Talk nach Frankfurt (Oder). Leider musste er den Besuch nun absagen.