Kommunalpolitik
: Tilo Winkler wechselt von der SPD zur CDU

Überraschende Wende in der Personalie Tilo Winkler: Der ehemalige SPD-Stadtverordnete schließt sich der CDU an.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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„Geteert und gefedert“ – Tilo Winkler lässt kein gutes Haar an seinen ehemaligen Parteikollegen von der SPD und wechselt nun zur CDU.

René Matschkowiak

Zwischen 2014 bis 2017 war Tilo Winkler SPD-Fraktionsvorsitzender und leitete bis vor kurzem für die SPD den Sozialausschuss. Im Dezember trat er aus Frust über den Zustand der Sozialdemokraten aus der Partei aus. Dafür sei er bei besagtem Gespräch „sprichwörtlich geteert und gefedert“ worden, berichtet der Gastwirt aus Rosengarten. „Da fiel kein gutes Wort. Es kam auch im Nachhinein keiner auf mich zu, um über eine weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Ich stand völlig im Abseits.“ Er wolle sich jedoch auch künftig politisch engagieren und bei den Kommunalwahlen erneut kandidieren. „Das geht für mich nur in einer anderen großen Partei. Die CDU ist breit aufgestellt und verfügt ja auch über einen großen sozialen Flügel“, sagt Winkler.

Der CDU-Kreisvorsitzende Michael Möckel bestätigte, dass ein Mitgliedsantrag von Tilo Winkler vorliege. „Ich wüsste auch nicht, was dagegen spräche, dem Antrag zuzustimmen“, so Möckel. Die Fraktion aus CDU und Bürgerbündnis in der Stadtverordnetenversammlung würde mit Winkler auf 16 Mitglieder anwachsen – zwei mehr als bei den Linken, die 2014 eigentlich als klarer Sieger aus den Kommunalwahlen hervorgegangen waren. Doch im September 2018 kam es zu einer Kräfteverschiebung in der SVV, nachdem sich die Fraktion der Liberal-Konservativen Reformer aufgelöst hatte und deren drei, ehemals der AfD angehörigen Stadtverordneten geschlossen zur CDU wechselten. Auch mit dem Übertritt von Tilo Winkler muss die Besetzung in den Gremien des Stadtparlamentes nun wohl ein weiteres Mal neu geordnet werden.

Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Jens-Marcel Ullrich zeigte sich von der Kehrtwende Tilo Winklers überrascht. „Ich bin irritiert, weil er sich vor ein paar Tagen gegenüber der Fraktion und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte noch ganz anders geäußert hat“, so Ullrich. Das dort rüde mit ihm umgegangen worden sei, „habe ich nicht so wahrgenommen. Wir haben das ganz sachlich besprochen. Es ist bedauerlich, dass er jetzt nachkartet, aber bezeichnend für ihn.“