Krasse Katzen in Brandenburg
: Wenn Momo aus Frankfurt (Oder) nachts an der Tür klingelt

Momo aus Frankfurt (Oder) ist ein ganz besonderer Kater. Die ganze Nachbarschaft kennt und vermisst ihn, wenn er mal nicht vorbeikommt. Die Katze aus Polen klingelt sogar an der Tür.
Von
Lisa Larossa
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören
Katze Momo aus Frankfurt (Oder) kann Türen öffnen. Der Kater klingelt manchmal sogar nachts, wenn er fressen will.

Katze Momo aus Frankfurt (Oder) kann Türen öffnen. Der Kater klingelt manchmal sogar nachts, wenn er fressen will.

Lisa Larossa

„Hat Momo ein Zuhause?“ – diese Frage bekam Rosemarie Berghausen aus Frankfurt (Oder) schon einmal per SMS gestellt. Das ist allerdings schon eine Weile her. Heute ist ihre Katze fast überall in Hansa-Nord bekannt. Wenn Momo durch das Viertel läuft, hört man das. Denn der Kater trägt ein Glöckchen. „Jeder weiß, wenn Momo kommt“, sagt seine Besitzerin – auch die Vögel, die so ein wenig geschützt werden sollen.

Es gibt Nachbarn, die den Kater mit Kochschinken verwöhnen. Kommen die Kinder aus der Schule, rufen sie direkt: „Momo!“ Die Kita „Finkenhäuschen“ kenne ihn sowieso. Und ein paar Häuser weiter gibt es Leberwurst für ihn – natürlich alles nach Absprache mit der Besitzerin. Sie denkt, dass Momo immer so lange bei den Nachbarn bleibt, wie er möchte. Und das kann ziemlich lange sein. Deshalb auch die Frage, ob er überhaupt ein Zuhause hat.

Nachbarn fragen, wo Momo ist, wenn er mal nicht vorbeischaut

Denn drei Häuser weiter lebt die Familie mit der Leberwurst. „Wenn sich die Frau morgens einen Kaffee kocht und die Rollläden hoch macht, kommt Momo schon zur Terrasse“, erzählt Rosemarie Berghausen. Momo ist nicht nur beim Tierregister Tasso registriert, sondern hat auch ihren Namen und die Telefonnummer am Halsband. Die Nachbarn wunderten sich darüber, dass der Kater immer so oft und lange bei ihnen ist, und schickten ihr sicherheitshalber eine SMS.

Momo hat nicht nur einen Chip vom Tierregister Tasso am Halsband, sondern auch die Telefonnummer seiner Besitzerin.

Momo hat nicht nur einen Chip vom Tierregister Tasso am Halsband, sondern auch die Telefonnummer seiner Besitzerin.

Lisa Larossa

„Vor drei, vier Wochen bekam ich auch die Frage, ob es ihm gut geht, weil er vier Tage nicht bei ihnen war“, erzählt sie. Dabei habe sich der Kater nach den vielen Streifzügen im Frühling einfach nur zu Hause ausgeruht. „Es gibt Tage, an denen er sich richtig ausschläft“, berichtet seine Besitzerin. Die Nachbarn jedenfalls hätten ihn vor Freude „abgeknutscht“, als er wieder aufgetaucht war, haben sie ihr geschrieben – manchmal schicken sie auch ein Foto von Momo.

Kater Momo ist immer unterwegs – doch wo genau treibt er sich rum?

Wie läuft ein Tag bei Kater Momo denn ab? Ganz genau weiß Rosemarie Berghausen das natürlich nicht – weshalb sie sich für die Aktion „Krasse Katzen in Brandenburg“ beworben hatte. Die Katze wurde jetzt mit einem GPS-Tracker* ausgestattet und eine Woche lang kann die Besitzerin per App mitverfolgen, wo Momo ist – denn er sei „immerzu unterwegs“, sagt sie.

Was sie bereits weiß: Der Kater ist nachts viel draußen. Irgendwann, das kann auch mal um 3 Uhr sein, „klingelt“ Momo dann. Eine Katzenklappe darf seine Besitzerin nicht an der Tür installieren, deshalb hat sie einen Bewegungsmelder auf Bodenhöhe angebracht, der ihr ein akustisches Signal gibt, wenn eine der Katzen in die Wohnung möchte – nachts steht die Klingel sogar neben ihrem Bett. Dann bekommt Momo oft nochmal etwas zu fressen*, zieht danach wieder los.

Momo auf dem Hof - doch wohin im Norden von Frankfurt (Oder) geht es für ihn genau? Der GPS-Tracker wird es zeigen.

Momo auf dem Hof – doch wohin im Norden von Frankfurt (Oder) geht es für ihn genau? Der GPS-Tracker wird es zeigen.

Lisa Larossa

Wenn die anderen Katzen morgens das Haus verlassen, kommt Momo erst wieder und bekommt schon wieder Frühstück. „Wenn alle so fressen wie er, wird mir das zu teuer“, sagt Rosemarie Berghausen und muss laut lachen. Natürlich ist Momo auch noch Feinschmecker: Nassfutter in Gelee*, „aber manchmal auch in Soße“, fresse er sehr gerne. „Und er liebt gute, teure Katzenmilch – natürlich nicht die günstige“, erzählt sie. Mousse oder Pastete kommen bei Momo auch gut an, ab und zu genießt er auch ein Stückchen Kochschinken oder ein winziges Stück Wiener.

Warum Momo aus Frankfurt (Oder) eine echt krasse Katze ist

Rosemarie Berghausen hat zwei Hunde und vier Katzen. Warum Momo der Auserwählte ist, der gut eine Woche lang den GPS-Tracker tragen darf, hat mehrere Gründe. Seine Besitzerin beschreibt seinen ganz besonderen Charakter: unternehmungslustig, energiegeladen, taff. Gleichzeitig sei er charmant, fahre nie die Krallen aus, gehe auf Menschen zu, sitze gerne auf der Mauer und lasse sich streicheln. „Er ist die krasseste Katze von allen Vieren“, sagt sie.

Der athletische Momo hat ein paar Eigenarten. So lässt er sich auch ohne Katzenklappe selbst hinaus, indem er an Türen hochspringt und sich mit den Pfoten an der Klinke festhält. Alternativ klettert er auch aus dem angeklappten Fenster. Rosemarie Berghausen hat schon öfter beobachtet, wie er dann mit dem Hinterteil auf der Scheibe sitzt und vorwärts hinunterrutscht.

Kater Momo aus Frankfurt (Oder) guckt, ob er irgendwie durch das angeklappte Fenster nach draußen kommt.

Kater Momo aus Frankfurt (Oder) verschwindet öfter mal durchs angeklappte Fenster nach draußen.

Lisa Larossa

Auch am Tag, als er den Tracker bekommt, ist Momo ziemlich ungeduldig. Er versucht, Türen zu öffnen, setzt sich dann davor und schaut immer wieder seine Besitzerin an. Als er merkt, er kommt nicht weiter, legt er sich irgendwann unter den Tisch und schläft. „Ich nehme an, er würde jetzt draußen irgendwo schlafen“, sagt sie.

Momo kam aus Polen – und brauchte ganz viel Liebe

Wenn Rosemarie Berghausen um 19 oder 19.30 Uhr mit dem Bus ankommt und Momo ruft, kommt er meist angelaufen. „Er muss sich dann schon in der Nähe aufhalten“, sagt sie. Dann schmeißt er sich auf die Seite und will gestreichelt werden. Manchmal gibt es abends dann noch einen Spaziergang mit allen Hunden und Katzen durchs Hansaviertel. Der dauert aber länger als eine normale Gassirunde, da die Katzen unterwegs überall stromern müssen.

Dass sich Momo überhaupt mit allen versteht, ist gar nicht selbstverständlich. Denn mit drei oder vier Jahren tauchte er ganz dünn und voller Zecken auf einmal auf einem polnischen Hof rund 20 Kilometer von der Grenze entfernt auf – doch die Hofkatzen dort duldeten ihn nicht. „Der braucht ganz viel Liebe“, hatte eine polnische Nachbarin zu Rosemarie Berghausen gesagt und die antwortete: „Und du möchtest mich fragen, ob ich noch etwas Liebe übrig habe?“

Hatte sie und seitdem wohnt Momo neben den anderen aus Rumänien oder vor dem Tierheim geretteten Tieren bei ihr. Heute ist er sieben oder acht Jahre alt, mit knapp viereinhalb Kilogramm der Stärkste der Katzenmannschaft. Die Hunde und den zweiten Kater hatte er anfangs angefaucht, doch selbst mit letzterem lebe er mittlerweile „in friedlicher Koexistenz“. „Er hatte sich damals durchgeschlagen und dann hat er sich ganz schnell auch auf Menschen eingelassen“, schwärmt seine Besitzerin von ihrem Momo.

MOZ.de Aktion „Krasse Katzen“

Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ wurden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten. *Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Sollten Sie über den Link einen Kauf abschließen, erhält MOZ.de eine kleine Provision. Die Berichterstattung ist nicht beeinflusst.