Der russische Krieg in der Ukraine beschäftigt auch die Menschen in Frankfurt (Oder) – viele wollen helfen und fragen sich, wo ihre Spenden oder andere Hilfe am besten angesiedelt ist. Am Bahnhof Frankfurt (Oder) steigen weiterhin viele Flüchtlinge aus der Ukraine um. Ehrenamtlich Helfende in gelben Westen bieten in einem leerstehenden Ladenlokal am Bahnhof Verpflegung für die Ankommenden und Umsteigenden an, wofür täglich Sachspenden gebraucht werden.
Ronny Steinfurth, der an dem Stützpunkt hilft, zählt auf, was besonders gerne angenommen wird: Bananen, Wasser, fertige Babymilch, Babynahrung (nichts zum Anrühren), kleine Löffel (Eierlöffel), Snacks, belegte Brote, Kekse, Herzhaftes, Salzstangen.
Neben Lebensmitteln fragten Ankommende auch nach Hygieneartikeln, wie Feuchttücher, Shampoo und andere Körperpflege in Reisegröße sowie Desinfektionsmittel, so Ronny Steinfurth. Auch diese Artikel werden gerne als Sachspenden von den Helfern am Bahnhof angenommen.

Freiwillige für Züge von Frankfurt (Oder) nach Berlin gesucht

Zur vorübergehenden Verstärkung des Teams sucht die Bahnhofsmission kurzfristig 30 bis 50 Freiwillige. Diese begleiten ukrainische Flüchtende im Rahmen von „Willkommensfahrten“ in Zügen von Frankfurt (Oder) nach Berlin. Sie beantworten Fragen, verteilen Informationsmaterial und erkennen besondere Unterstützungsbedarfe. Sie werden in Zweierteams mit erfahrenen Mitarbeitenden der Bahnhofsmission eingesetzt.
„Wir wünschen uns, dass die Freiwilligen in den nächsten vier Wochen wöchentlich möglichst mehrere Begleitfahrten übernehmen“, heißt es. Pro Begleitfahrt sei mit einem Zeiteinsatz von etwa vier bis fünf Stunden zu rechnen. Ukrainisch- oder Russischkenntnisse seien sehr wünschenswert, aber nicht Bedingung.

Kleiderspenden werden aktuell nur bedingt benötigt

Nicht wirklich gebraucht werden derzeit Kleiderspenden. Bereits am 04.03. teilte die Stadtverwaltung mit, dass die Annahme von Kleiderspenden pausiert. Die Sammelstelle in der Turnhalle auf dem Brückenplatz, Carl-Philipp-Emanuel-Bach Straße 11a, nimmt nach Vereinbarung (Richard Engbers: 01525 5244701, Michael Kurzwelly: 0171 2668747) und zu folgenden Zeiten an: mittwochs 15–18 Uhr, donnerstags 10–13 Uhr, samstags 15 bis 18 Uhr.
Benötigt werden u.a. Waschmittel, Shampoo, Nachttöpfchen für Kleinkinder, Föne, Weichspüler, Reinigungsmittel, Teller, Töpfe, Pfannen, Schüsseln, Besteck, Staubsauger, Besen, neuwertige Unterwäsche für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene, neuwertige Socken ab Größe 35, Pre-Milch für Babys, Schwarztee, dazu Kinderwagen sowie Regale/Schränke für die Sammelstelle selbst
Zum Sortieren der Spenden auf dem Brückenplatz werden auch noch Helfer gesucht.

Auch in Słubice und am Bahnhof in Rzepin werden Spenden gesammelt

Michael Kurzwelly verweist darauf, dass Spenden, die direkt in die Ukraine gehen sollen, von Montag bis Freitag, 13 bis 18 Uhr, in der städtischen Sporthalle in Słubice (ul. Akademicka 2) abgegeben werden können. Kontakt: Jolanta Tkaczyk-Chuderska (0048 503 637636, nur Polnisch). Dort werden auch frische Lebensmittel wie Bananen und Äpfel angenommen.
Am Bahnhof von Rzepin kommen ebenfalls täglich viele Menschen an. Vor Ort werden Lunchpakete erstellt, Brötchen geschmiert und so weiter. Dort werden Papierteller, Einmalgeschirr und Besteck, Riegel, Studentenfutter, Wasser sowie medizinische Produkte wie Erste Hilfe Boxen, Schmerzmittel, Grippemittel, Hustenmittel, Erkältungsmittel, Verbandspackungen und blutstillende Mittel angenommen. Außerdem Taschenlampen, Batterien, Powerbanks, Kerzen und Hygieneartikel, wie für den Brückenplatz.

Spenden für Kinder und Suche nach Frankfurtern, die Ukrainisch sprechen

Das Ansinnen der Kinderbeauftragten der Stadt Jacqueline Eckardt ist, die ankommenden Kinder zu begrüßen. Sie sammelt Geld für Zahnbürsten, Duschbad, Süßigkeiten und Spiele für ankommende Kinder und Jugendliche (Empfänger: Arle; IBAN: DE72 1203 0000 0000 5070 20; BIC: BYLADEM 1001; Deutsche Kreditbank AG; Spendenzweck: Willkommen Kinder). Man kann auch Malbücher und Spiele abgeben beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, Oberkirchplatz 2.
Außerdem sammelt auch Viktoria Voigt von der Boutique Royal im Oderturm Spenden, die direkt in die Ukraine gehen sollen. Philipp Murawski vom Kunstladen „Kukuryku!“ und dem Verein Doppelstadtkultur nimmt (abgelaufene) Verbandskästen aus dem Auto entgegen und gibt sie weiter, mittwochs bis freitags, 13 bis 19 Uhr, in der Kleinen Oderstraße 5. Außerdem verkauft er Kunst gegen Spende und bietet ein Netzwerk an Künstlern und Ehrenamtlern.

Sorgentelefon und Hotline bei der Stadt Frankfurt (Oder) sind geschaltet

Die Stadt teilte mit, dass es möglich ist, auf der Internetseite ff-hilft.de Unterstützungsangebote für Ukrainerinnen und Ukrainer direkt anzugeben. So können sich beispielsweise alle melden, die Sprachkenntnissen in Ukrainisch und Russisch haben und die sich bereit erklären, bei Übersetzungen, Dolmetschen, Behördengängen, Orientierung in der Stadt und so weiter zu helfen. Private Unterkünfte können über die „FFhilft“-Seite ebenfalls angeboten werden.
Angebote und Fragen darüber hinaus sind an die E-Mailadresse ukrainehilfe@frankfurt-oder.de zu richten. Es gibt jetzt auch eine städtische Hotline, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter Tel. 0151 17917523 besetzt ist. Unter 030 440308454 ist rund um die Uhr ein Sorgentelefon geschaltet, unter dem Betroffene auf Russisch und Ukrainisch über ihre Probleme und Ängste reden können. Antworten auf einige Fragen und Hilfsangebote sind auf der Internetseite der Stadt zu finden.

Viele weitere Helfer und Initiativen sind in Frankfurt (Oder) aktiv

Weitere Initiativen und Helfer sind: die jüdische Gemeinde, die Initiative „No Borderlands“, die katholische Hochschulseelsorger an der Viadrina, der AStA, die Viadrina, der Verein Utopia und Die Falken (u.a. traumasensible Pädagogik), die Lebenshilfe (kann u.a. Wohnraum zur Verfügung stellen), verschiedene Parteien in der Stadt sowie das Verbuendungshaus Fforst.
Am Brückenplatz werden im Übrigen parallel weiterhin Spenden (warme Männerkleidung, Hygieneartikel, Arzneimittel) für das Flüchtlingsgefängnis in Wędrzyn gesammelt.
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