MOZ-Talk in Frankfurt (Oder)
: Bekannt wegen DB-Streik – Claus Weselsky im Kleist Forum

Zu Gast beim nächsten MOZ-Talk in Frankfurt (Oder) im Kleist Forum: Claus Weselsky, der GDL-Bundesvorsitzende, den viele vor allem wegen der Bahnstreiks kennen. Wer außerdem kommt.
Von
Heinz Kannenberg
Frankfurt (Oder)
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ARCHIV - 25.01.2024, Bayern, Nürnberg: Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL, während einer Kundgebung in Nürnberg im Rahmen des sechstägigen Streiks der Lokführergewerkschaft GDL. Am Sonntag wird Weselsky 65. (zu dpa: «GDL-Chef Weselsky wird 65 - Geburtstag mitten im Tarifkonflikt») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL, kommt zum nächsten MOZ-Talk nach Frankfurt (Oder) ins Kleist Forum.

Daniel Karmann/dpa

Der Vorsitzende einer der kleinsten Gewerkschaften Deutschlands dürfte zu den bekanntesten Arbeitnehmervertretern des Landes gehören – aber auch zu den umstrittensten. Claus Weselsky von der GDL geht in diesem Jahr in den Ruhestand. Der 65-jährige Dresdner wollte danach eigentlich nicht mehr in Talkshows gehen. Zum 42. MOZ-Talk mit Musik am 18. September im Kleist Forum hat er jedoch nochmals zugesagt. Er freut sich auf das Frankfurter Publikum und die Moderatoren Lilo Wanders sowie David Friedrich aus Hamburg.

Claus Weselsky tritt als erbitterter Streiter für Gewerkschaftsinteressen auf und mutierte so für Reisende während der Streiks zum Staatsfeind Nummer eins. Die „Financial Times Deutschland“ und die „Rheinpfalz“ bezeichneten ihn schon als „Einheizer aus Sachsen“ und „Knallharten“, weil er sein Talent für Arbeitskämpfe immer wieder unter Beweis stellte. Im Mai 2008 wurde er mit einer Zustimmung von 90 Prozent zum Vorsitzenden der GDL gewählt. Ein Jahr zuvor war er Mitglied bei der CDU geworden.

Claus Weselsky in Frankfurt (Oder): Wie er zur Bahn kam

Weselsky ist seit 1992 halb- und seit 2002 hauptamtlicher Funktionär. Seinen letzten Zug hat er im Jahr 1992 gefahren. Der 65-jährige Sachse spricht die Sprache der Lokführer und kennt ihre Probleme aus eigener Erfahrung. Der streitlustige Mann mit den ergrauten Haaren und dem grauen Oberlippenbart wurde 1959 in Dresden als jüngstes von drei Kindern einer Arbeiterfamilie geboren. Aufgewachsen ist er im sächsischen Kreischa.

Seine Eltern waren dann zunächst sogenannte Neubauern, denen in der DDR enteignetes Land neu zugeteilt wurde. Später wechselten sie nochmals den Beruf und machten eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin und zum Straßenbahnfahrer. Vielleicht kommt daher Weselskys Gespür für Stahl.

Er selbst besuchte in der DDR die Polytechnische Oberschule. Danach absolvierte er Mitte der 1970er Jahre eine Ausbildung zum Schienenfahrzeugschlosser und wurde dann Lokomotivführer bei der Deutschen Reichsbahn. Wie damals üblich startete er als Rangierlokführer, durfte ab 1982 dann Güterzüge fahren und später auch Personen- und Schnellzüge.

Außerdem zu Gast beim MOZ-Talk: Hubertus Heil und Cora

Weselskys Motto könnte lauten: Die Bahn bin ich. Dass er Macht schätzt, hat er unumwunden zugegeben. „Es ist beeindruckend, Macht zu haben“, hat Claus Weselsky einmal im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ gesagt. Und in Hinblick auf einen früheren Tarifkonflikt genüsslich hinzugefügt: „Ich empfinde ein Stück weit Genugtuung, dass wir in der Lage sind, in dieser Auseinandersetzung den Arbeitgebern Grenzen zu setzen.“

Viele rätseln, was diesen Mann antreibt: „grenzenloser Egoismus“ oder „Größenwahn“. Claus Weselsky hat seine Beweggründe einmal selbst beschrieben: „Ich bin in der DDR groß geworden. Bei der Reichsbahn war es so, dass die Lokführer immer die Letzten waren. Das waren die, die von den Hunden gebissen wurden. So soll und so wird es nicht mehr sein.“

Viel Privates weiß man über ihn nicht. Doch eins ließ Weselsky denn doch schon mal wissen: „In Zeiten harter Auseinandersetzungen muss man sich auch mal ein Glas Rotwein reindrehen.“

Weitere Gäste der inzwischen größten Live-Talk-Bühnenshow in Ostdeutschland sind Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sowie die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Heidrun Förster, das Pop-Duo Cora („Komm, wir fahren nach Amsterdam“) und die Berufsfinderin Uta Glaubitz (machte aus einer Krankenschwester eine Kapitänin). Die musikalische Umrahmung des Abends übernimmt, wie immer, die MOZ-Talk-Showband mit Sören Gundermann, Thomas Strauch und Jacek Fałdyna.

Tickets für den nächsten MOZ-Talk in Frankfurt (Oder) im Kleist Forum

Tickets für den nächsten MOZ-Talk gibt es an der Kasse im Kleist Forum von Montag bis Freitag, 12 bis 17 Uhr, und in der Tourist-Information von Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, sowie Sonnabend, 10 bis 14 Uhr, sowie über die Internetseite www.kleistforum.de