MOZ-Talk in Frankfurt (Oder): Stefanie Hertel beim Jubiläum im Kleist Forum

Sängerin Stefanie Hertel – hier während ihres Auftritts inder ARD-Schlagershow „Immer wieder sonntags“ am 6. September – gehört zu den prominenten Gästen bei der 50. Auflage des MOZ-Talks in Frankfurt (Oder).
Silas Stein/dpa- 50. MOZ-Talk mit Musik findet am 23. September im Kleist Forum in Frankfurt (Oder) statt.
- Gäste sind u. a. Stefanie Hertel, Sabine Rennefanz und Kaleb Erdmann – die Show ist ausverkauft.
- Moderation: Lilo Wanders und David Friedrich, seit Jahren ein eingespieltes Duo.
- Rückblick und Gegenwart: Ehemalige Gäste wie Charis Hellmann und Max Koziolek berichten, was wurde.
- Die Singakademie unter Rudolf Tiersch bringt über 80 Sängerinnen und Sänger auf die Bühne.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im März 2013 war der MOZ-Talk in Frankfurt (Oder) zunächst ein Experiment. 60 Gäste kamen ins Restaurant „Schroffenstein’s“ im Kleist Forum. Eigentlich sollte es ein kleines Unterhaltungsformat werden und bleiben. Doch die Resonanz wuchs, der MOZ-Talk zog ins Glasfoyer mit 200 Plätzen um. Das Publikum saß bald auf den Treppen zum Rang.
Die nächste Mutprobe: der große Saal mit 500 Plätzen. Für den ersten Abend dort brauchte es eine prominente Zugnummer. Linken-Ikone Gregor Gysi kam. Der Saal war voll. Aus dem Experiment ist längst die größte Live-Talk-Bühnenshow in Deutschland geworden.
Bis heute waren 225 Gäste dabei – aus ganz Deutschland, Polen, Österreich und der Schweiz. Politiker und Künstler, Wissenschaftler und Unternehmer, Menschen mit großen Namen und mit außergewöhnlichen Geschichten. Nun steht der 50. MOZ-Talk mit Musik am 23. September im Kleist Forum an. Wieder moderieren zwei, die längst selbst zur MOZ-Talk-Geschichte gehören: die Hamburger Entertainerin Lilo Wanders und der Poetry-Slammer David Friedrich.
Rudolf Tiersch seit vier Jahrzehnten Chorleiter
Für Lilo Wanders ist es ein doppeltes Jubiläum. Seit zehn Jahren steht sie beim MOZ-Talk auf der Bühne. Im September 2016 übernahm sie die Moderation, damals zunächst gemeinsam mit der Journalistin Claudia Seiring. Fünf Jahre später kam David Friedrich dazu. Sein erster gemeinsamer MOZ-Talk mit Lilo Wanders fand im September 2021 statt – beim 30. MOZ‑Talk. Seitdem sind die beiden ein eingespieltes Duo: schlagfertig, neugierig und immer bereit, einen Gesprächsfaden auch einmal dorthin weiterzuspinnen, wo niemand ihn erwartet.

Foto vom ersten MOZ-Talk am 20. März 2013 mit dem damaligen Moderatoren-Duo Bob Lehmann (2.v.l.) und Claudia Seiring (2.v.r.) sowie den Gästen Charis Hellmann und Matthias Wolter, die gerade ihr Fachabitur in Frankfurt (Oder) gemacht hatten. Charis Hellmann erzählt am 23. September, was aus ihr geworden ist.
Winfried MausolfUnd was passt besser zu einem Jubiläum als der Blick zurück auf die Menschen, die beim MOZ-Talk zu Gast waren? Eine der ersten Gäste war Charis Hellmann. 2013 war sie Abiturientin am Oberstufenzentrum. Die Frage damals: Bleiben oder weggehen aus Frankfurt? Sie blieb in der Region. Heute ist sie Lehrerin an der Siegmund-Jähn-Schule in Fürstenwalde.
Max Koziolek studierte 2013 Jura an der Viadrina. Mit 23 Jahren kandidierte er für die FDP bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Brandenburg/Havel gegen Frank-Walter Steinmeier. Koziolek bekam 1,6 Prozent der Erststimmen, Steinmeier gewann den Wahlkreis deutlich.
Aber damit war seine Geschichte noch lange nicht zu Ende. 2015 gründete Koziolek das Berliner Startup Spectrm. Es entwickelte eine Plattform für automatisierte Kundenkommunikation über Messaging-Dienste. Heute ist er beim Berliner Tech-Unternehmen charles tätig. „Start-ups sind die besten Botschafter“, sagt Koziolek.
Auch Rudolf Tiersch ist eine Frankfurter Geschichte für sich. Seit genau 40 Jahren leitet der im Erzgebirge geborene Chorleiter die Frankfurter Singakademie. Vier Jahrzehnte Chorarbeit in dieser Stadt – und damit vier Jahrzehnte Musik, Begegnungen und gelebte Stadtgesellschaft. Tiersch wird im Juni 2027 in den Ruhestand gehen.
Beim 50. MOZ-Talk bringt er mehr als 80 Sängerinnen und Sänger der Singakademie mit auf die Bühne. Hier steht seit Jahrzehnten der Professor neben dem Sozialarbeiter, die Unternehmerin neben dem Rentner, die Schülerin neben dem Arzt – und alle singen gemeinsam.

Chorleiter Rudolf Tiersch beim Weihnachtskonzert der SIngakademie im Dezember 2025 in der Brandenburghalle.
René MatschkowiakFür einen großen musikalischen Moment des Abends sorgt außerdem eine Sängerin, die Millionen Deutsche seit ihrer Kindheit kennen: Stefanie Hertel. Die im Vogtland geborene Sängerin stand bereits mit vier Jahren gemeinsam mit ihrem Vater Eberhard Hertel auf der Bühne und wurde noch im DDR-Fernsehen bekannt. Ihren großen Durchbruch feierte sie nach der Wiedervereinigung mit der volkstümlichen Musik. 1992 gewann sie mit „Über jedes Bacherl geht a Brückerl“ den Grand Prix der Volksmusik.
Spiegel-Kolumnistin Sabine Rennefanz zu Gast
Und dann ist da noch eine Frau, die ebenfalls von hier kommt und längst weit über die Region hinaus gehört wird: Sabine Rennefanz. In Eisenhüttenstadt machte sie ihr Abitur, ihre ersten journalistischen Schritte begann sie als Schülerin in der Lokalredaktion Beeskow. 1992 schrieb sie im Spree-Journal über die Frage: „Wo ist das Dorf der Zukunft?“
Heute ist Rennefanz eine der profiliertesten Autorinnen in der Bundeshauptstadt. Sie schreibt als Kolumnistin für den Spiegel und ist immer wieder als Gesprächspartnerin im Fernsehen zu sehen, unter anderem bei Markus Lanz. Ihr Blick auf Ostdeutschland ist geprägt von eigener Erfahrung. Ihre Sicht auf die neuen Bundesländer ist eine andere als so manche Betrachtung aus einer westdeutschen Redaktionsstube.
Im August ist eine überarbeitete Ausgabe ihres 2013 erschienenen Buches „Eisenkinder. Die stille Wut der Wendegeneration“ erschienen. Drei Tage nach den Landtags- und Abgeordnetenhauswahlen im Osten wird Rennefanz beim MOZ-Talk deshalb auch auf die aktuelle politische Stimmung in Deutschland schauen.

In Beeskow geboren, in Eisenhüttenstadt aufgewachsen: Spiegel-Autorin Sabine Rennefanz schaut beim MOZ-Talk auch auf die aktuelle politische Stimmung im Land.
Sven GatterUnd noch einer schaut auf den Osten – allerdings aus einer etwas anderen Perspektive: Kaleb Erdmann, Träger des Kleist-Förderpreises 2026. Der 1991 im Ruhrgebiet geborene Autor und Dramatiker wuchs unter anderem in Erfurt auf. Sein preisgekröntes Theaterstück „Debritz“ spielt in einem fiktiven ostdeutschen Ort. Eine Solequelle wird zum Auslöser eines erbitterten Streits: Die einen hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung, die anderen fürchten um Boden und Lebensgrundlagen.
„Debritz“ wirft einen eigenwilligen Blick auf eine ostdeutsche Kleinstadt – auf Heimat und Aufbruch, wirtschaftliche Hoffnungen und Enttäuschungen. Was sieht ein Autor, der nicht in der DDR geboren wurde, aber im Osten aufgewachsen ist? Warum wird aus einem kleinen Ort eine große Bühne für Fragen, die weit über Ostdeutschland hinausreichen?
Vielleicht ist genau das die schönste Klammer für den 50. MOZ-Talk: Menschen von hier, Menschen von anderswo – und die Frage, was machen sie heute. Dazu Musik von der MOZ‑Talk-Showband. Die Veranstaltung ist ausverkauft. Der nächste Talk findet am 9. Dezember statt.

