OB in Frankfurt (Oder)
: Wie René Wilke den Rückzug als Oberbürgermeister begründet

Der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) verlässt die Stadt – zumindest politisch. Wie René Wilke seinen Wechsel in das Amt des Innenministers von Brandenburg erklärt.
Von
Lisa Larossa
Frankfurt (Oder)
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Neuer Innenminister von Brandenburg: 19.05.2025, Brandenburg, Potsdam: Dietmar Woidke (l, SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, und René Wilke (r, parteilos) kommen zu einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei, bei der Wilke als neuer Innenminister von Brandenburg vorgestellt wird. Der frühere Linken-Politiker Wilke ist seit 2018 Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), letztes Jahr trat er aus der Linkspartei aus. Der Posten muss wegen des Rücktritts der früheren Innenministerin Lange neu besetzt werden. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Neuer Arbeitsplatz für René Wilke (r.): Dietmar Woidke (Mitte, SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, stellte den Noch-Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) als neuen Innenminister des Landes vor.

Bernd von Jutrczenka/dpa
  • René Wilke verlässt Frankfurt (Oder) und wird Innenminister von Brandenburg.
  • Er lobt die Erfolge in Frankfurt, wie finanzielle Stabilisierung und positive Stadtentwicklung.
  • Wilke betont den Geist der Stadt, den er in die Landespolitik einbringen will.
  • Wilke verspricht weiterhin Engagement für die Stadt und gegen gesellschaftliche Spaltungen.
  • Der Abschied fällt ihm schwer, aber er bleibt in Frankfurt wohnhaft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

René Wilke hört als Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) auf und wird Innenminister des Landes Brandenburg. In einer Pressemitteilung – die noch aus dem Frankfurter Rathaus verschickt wurde –teilt er seine Gedanken zu diesem einschneidenden Schritt mit. Es sei kein leichter Moment für ihn, auch wenn er ihn voller Überzeugung teile, heißt es darin vom Noch-OB.

„Auch wenn mir dieser Schritt alles andere als leichtfällt, weiß ich: Er ist richtig. Für das Land – und auch für unsere Stadt.“ Er richtet seine Worte direkt an die Frankfurterinnen und Frankfurter sowie an die Freundinnen und Freunde der Stadt.

OB in Frankfurt (Oder) war für René Wilke „nie nur ein Amt“

„Frankfurt (Oder) war für mich nie nur ein Amt, nie nur eine Verwaltung. Es war und ist Herz, Verantwortung, Gemeinschaft“, so René Wilke. In den vergangenen Jahren sei gemeinsam viel bewegt worden. „Wir haben unsere Stadt aus schwierigen finanziellen Zeiten geführt, Krisen bewältigt, die Verwaltung zusammengeführt, neues Vertrauen aufgebaut. Wir haben Unternehmen angesiedelt, eine neue Identität geschaffen, unsere Freundschaft zu unseren polnischen Nachbarn vertieft – trotz Grenzkontrollen.“

Er spricht davon, dass sich Frankfurts Außenbild seiner Meinung nach ins Positive verändert habe. „Wir haben nicht mehr abgerissen, sondern saniert und gebaut – Stück für Stück“, heißt es weiter von ihm. Das Alte Kino habe „endlich eine Perspektive“, das Rathaus sei saniert und die Marktostseite angeschoben. „Gemeinsam haben wir unser Stadtbild gestärkt und – vielleicht am wichtigsten – wir haben gezeigt, was gesellschaftlicher Zusammenhalt bedeutet.“

Geist von Frankfurt (Oder) soll mit in die Landespolitik, so Wilke

Die Herausforderungen, denen Brandenburg gegenübersteht, spüre auch Frankfurt jeden Tag. „An allererster Stelle. Als Grenzstadt. Gerade hier wissen wir, was es heißt, mit Migration, Sicherheit, öffentlicher Ordnung, aber auch mit sozialen Spannungen umzugehen – ohne die Menschlichkeit zu verlieren.“ Die Stadt habe immer wieder bewiesen, dass es funktioniert, pragmatisch, solidarisch und klar in der Haltung zu sein. „Diese Erfahrungen, diesen Geist – den nehme ich mit“, sagt der designierte Innenminister.

Denn das brauche Brandenburg laut Wilke nun. „Ich will mithelfen, dass aus den vielen Sorgen nicht noch mehr Ängste werden – und aus Ängsten keine weiteren Spaltungen.“ Gegen Spaltungen in der Gesellschaft angehen zu wollen – das hat René Wilke auch in einer kurzen Pressekonferenz in der Staatskanzlei am Montag (19.5.) betont. Er und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bestätigten dort Wilkes neues Amt offiziell. In der Mitteilung aus dem Rathaus heißt es weiter: „Ich will, dass der Geist unserer Stadt, in der wir so oft vorgelebt haben, wie Miteinander gelingen kann, nun auch in der Landespolitik Gehör findet.“

René Wilke: Frankfurt (Oder) „war, ist und bleibt mein Fundament“

Oft habe er mehr Fokus auf die Kommunen gefordert sowie darum gekämpft, dass der „Osten des Landes nicht aus dem Blickfeld gerät“, sagt René Wilke. „Und wie oft habe ich die enge Zusammenarbeit zwischen allen Sicherheitsbehörden vor Ort gelebt“, heißt es weiter. „Jetzt kann ich machen. Ich kann vielleicht nicht alles verändern. Aber weiterhin alles geben“, verspricht Wilke. „Davor werde ich mich nicht drücken.“

Der Abschied aus der Stadt sei ein Einschnitt – „für euch wie für mich“. Doch nach Wilkes eigenen Worten geht er nicht weg, sondern „einen Schritt weiter. Und ich nehme alles mit, was wir gemeinsam aufgebaut haben.“ Er geht mit einem Dank und einem Versprechen: „Frankfurt war, ist und bleibt mein Fundament. Ich lebe hier. Und ich verspreche euch: Ich werde alles tun, um diesem Vertrauen, das ihr mir all die Jahre geschenkt habt, auch künftig gerecht zu werden. Danke für alles. Von Herzen.“