Silvester in Frankfurt (Oder)
: 21-Jähriger schießt mit Schreckschusswaffe auf Bundespolizei

Zunächst hieß es, die Silvesternacht in Frankfurt (Oder) sei weitgehend friedlich verlaufen. Nun wurde dann bekannt, dass ein 21-Jähriger die Bundespolizei an der Stadtbrücke angriff. Was dazu bekannt ist.
Von
Lisa Mahlke
Frankfurt (Oder)
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Feuerwerksreste in der Karl-Marx-Straße in Frankfurt (Oder) – aus der Innenstadt wurde die Bundespolizei in der Silvesternacht angegriffen.

Thomas Gutke

Die Bundespolizei hat einen Mann an der Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) vorläufig festgenommen. Er hatte in der Silvesternacht mit Pyrotechnik aus einer Schreckschusswaffe auf die Polizei geschossen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion Berlin hervor. Demnach hörten die Polizisten, die wegen der Grenzkontrollen nach wie vor an der Brücke stationiert sind, gegen 2.30 Uhr am Neujahrsmorgen mehrmals Rufe aus Richtung Innenstadt.

„Daraufhin gingen die Beamten auf zwei weiter entfernte Personen zu, um der Ursache auf den Grund zu gehen“, heißt es in der Mitteilung. Als sie sich so weit genähert hatten, dass es nur noch 25 bis 30 Meter bis zu den beiden Personen waren, habe eine der beiden den Arm gehoben und drei Schuss Leuchtmunition aus einer Schreckschusswaffe in Richtung der Beamten abgefeuert. Danach seien die Angreifer zu Fuß in verschiedene Richtungen geflüchtet.

An der Grenze zu Polen wurde viel Feuerwerk gezündet

Die Bundespolizei war in der Silvesternacht mit einer größeren Zahl von Einsatzkräften im Bereich der Stadtbrücke vor Ort. Am Neujahrstag hatte es von der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) auf Nachfrage zunächst geheißen, dass es in dem Bereich keine größeren Konfrontationen im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum Jahreswechsel gab.

Bereits klar war allerdings, dass besonders viel Pyrotechnik in der Karl-Marx-Straße bis hinauf zur Slubicer Straße – wo die Bundespolizei ihre Kontrollen durchführt – gezündet worden war. Dass es in dem Bereich einen direkten Angriff auf Beamte gab, teilte die Pressestelle der Bundespolizei dann am Dienstag (2. Januar) mit.

Waffe fand die Polizei nach Angriff in Frankfurt (Oder) nicht

Nachdem die Angreifer am Neujahrsmorgen geflüchtet waren, leitete die Bundespolizei eine sogenannte Nahbereichsfahndung ein und nahm einen 21-jährigen russischen Staatsangehörigen vorläufig fest. „Dieser hatte sich zuvor beim Übersteigen eines Bauzaunes am Bein verletzt und klagte über Schmerzen. Angeforderte Rettungskräfte brachten den Mann in ein Krankenhaus“, heißt es in der Pressemitteilung.

Sichergestellt wurde auch die „pyrotechnische Munition“, also die Leuchtmunition, die eine der Personen abgefeuert hatte. Die Schreckschusswaffe sei aber trotz Suche nicht gefunden worden. Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren „wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte“ gegen den 21-Jährigen ein. Er ist der Polizei bereits wegen mehrerer Gewalt- und Eigentumsdelikte bekannt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen kam er wieder auf freien Fuß.