Viele Hunde in Frankfurt (Oder) erwartet ein stressiger Silvesterabend, denn dieses Jahr dürfen Böller und Feuerwerk wieder verkauft werden. „Mein Hund zittert am ganzen Leib und mein Mann muss ihn die ganze Nacht auf dem Schoß haben“, sagt etwa eine Hundehalterin über ihren Shih Tzu. Aber es sind nicht nur die kleinen Hunde, die sich fürchten. Besitzer von Schäferhunden und Huskys berichten auf Nachfrage Ähnliches.
Die Silvester-Angst bei Hunden ist auch Sabine Friedrich bestens bekannt. Sie ist seit 20 Jahren Hundetrainerin in Müllrose. Zu ihr kommen Hundebesitzer „aus einem Umkreis von bis zu 40 Kilometern“, darunter auch aus Frankfurt (Oder).
Die Angst vor dem Knallen von Böllern und Raketen, so Friedrich, ist nur eine spezifische Form der Geräuschangst. Diese könne sich aus unterschiedlichen Gründen entwickeln. Wenn ein Hund etwa in einer Gegend aufwächst, in der es keine oder nur wenige Autos gibt, kann der Stadtverkehr ängstigen. Einem in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) aufgewachsenen Hund macht dieselbe Geräuschkulisse dementsprechend wenig aus.
„Wenn Geräusche latent vorhanden sind, gewöhnen sich die Hunde daran“, sagt Friedrich. Dennoch sei zu beachten: „Die Geräuschangst kann in jedem Alter plötzlich auftreten“ – auch bei bisher unproblematischen Geräuschen. Etwa dadurch, dass sich im Leben des Hundes plötzlich etwas Großes verändert, wie durch einen Umzug oder den Tod eines Freundes.

Den Hund an Silvester nicht alleine lassen

„Manche Besitzer sind von ihren Hunden genervt, wenn diese Angst haben“, so Friedrich. Dabei sei ein sensibler und verständnisvoller Umgang wichtig, um die Situation zu verbessern. „Geräuschangst ist ein Problem, das wächst, wenn man nichts dagegen unternimmt“, hält sie fest. Gerade an Silvester sei es wichtig, „den Hund nicht alleine zu lassen“.
Denn, dass draußen Böller zu hören sind, sei zu „heftig und ungewöhnlich“ für die Hunde und passiere zu selten, als dass die Vierbeiner sich daran gewöhnen könnten. „Dann hat der Hund nämlich plötzlich zwei Probleme. Es ist nicht nur ungewohnt laut, sondern es fehlt auch noch die Bindungsperson“. Sie rät dazu, weder mit dem Hund über Silvester zu verreisen, noch ihn über Silvester mit einer anderen als der Bezugsperson zu Hause zu lassen.

„Da muss man auf den Hund hören“

Es gebe kein allgemeingültiges Rezept, mit dem man mit jedem Hund entspannt ins neue Jahr bekomme, so Friedrich. Eines aber sei logisch: Wenn die lauten Geräusche die Ursache der Angst sind, so könne diese gelindert werden, wenn es gelingt, diese für den Hund „auszublenden“.
Es könne sich etwa lohnen, beim Silvester-Gassi die Innenstadt oder andere bekannte Feurwerk-Hotspots zu meiden und auf Gegenden auszuweichen, die erfahrungsgemäß ruhiger sind. „Viele Hunde haben zu Hause auch irgendwo ihren Wohlfühlort“, so Friedrich weiter. Am besten bringe man den eigenen Hund an diesen Ort. „Manche Hunde wollen dann engen Körperkontakt, andere wollen lieber alleingelassen werden, da muss man auf den Hund hören“. Aber auch im zweiten Fall sei es wichtig, in der Nähe zu sein, damit sich der Hund sicher fühlt.

Den Raum abdunkeln, die Geräusche von draußen unterdrücken

Es könne auch von Vorteil sein, die vom Feuerwerk ausgehenden Reize zu unterbinden, etwa indem man den Raum abdunkelt oder im Hintergrund den Fernseher bzw. Musik laufen lässt. „Dann beruhigt sich der Hund wieder“, insbesondere dann, wenn im Fernsehen oder als Hintergrund etwas läuft, was dem Hund bereits bekannt ist.
In einem nächsten Schritt könne man dann versuchen, den Vierbeiner zum Spielen zu animieren – „einfach um vom Feuerwerk abzulenken“. Allerdings sei es auch hier wichtig, auf bereits Bekanntes zurückzugreifen und keine neuen Spiele auszuprobieren, da auch diese für Aufregung sorgen könnten.
Bei manchen Hunden könne es sein, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen und Medikamente notwendig sind. Alleine solle man diese Entscheidung aber nicht treffen. „Da muss man zum Tierarzt gehen“, sagt Friedrich mit Nachdruck.
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