Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte es jüngst einmal mehr abgelehnt, darüber eine Entscheidung zu treffen. Der Bund sei in der Pflicht, den Standort auszuwählen. Am Montag hat sich nun Brandenburgs Diktaturbeauftragte Maria Nooke für Frankfurt (Oder) ausgesprochen, wo es bereits ein Stasi-Archiv gibt, das erweitert und modernisiert werden müsste. "Ich bin dafür, dass der bewährte Standort in Frankfurt (Oder) erhalten wird", sagte Nooke anlässlich der Vorstellung ihrer Tätigkeitsberichts für die vergangenen zwei Jahre. Für Cottbus schlägt sie einen zweiten Standort auf dem Gelände der dortigen Gefängnis-Gedenkstätte vor, der mit dem Schwerpunkt auf Beratung und Information das Frankfurter Archiv unterstützen soll. Mit der Einrichtung eines zweiten Standorts biete sich die Gelegenheit, "die strukturelle Schlechterstellung durch nur eine Außenstelle in Brandenburg zu verbessern", argumentierte Nooke.
Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass in jedem früheren Ost-Bundesland ein modernes Stasi-Unterlagenarchiv angesiedelt werden soll. Alle Länder bis auf Brandenburg haben bereits jeweils einen Standort ausgewählt. Für diese werden nun Machbarkeitsstudien erarbeitet.