Dorfkirchen sind Spiegel der Geschichte. Viele sakrale Bauwerke in der Gemeinde Steinhöfel gehen auf die frühe Besiedlungszeit im 12. und 13. Jahrhundert zurück. So auch die Kirche in Schönfelde – eine Feldsteinkirche aus dem späten 13. Jahrhundert. Noch heute gibt es dort einen Kirchfriedhof, was mittlerweile immer seltener ist.

Fünf Kirchen besichtigen die Senioren

Unter Glockengeläut betreten 34 Besucher aus den beiden Kirchengemeinden Arensdorf-Sieversdorf und Biegen-Jacobsdorf-Briesen das Gotteshaus in Schönfelde. Kerzen sind angezündet, und es erklingt leise Violinenmusik. Die Gäste sind auf Pilgerfahrt der besonderen Art. Im Rahmen der fünten Kirchentour im Amt Odervorland unter dem Motto „Baue Brücken und keine Mauern, so wirst du Freude finden“ haben die Senioren fünf Kirchen auf ihrem Besichtigungsplan. Alle liegen am Jakobsweg in den beiden Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland. Die Teilstrecke von Fürstenwalde nach Müncheberg verbindet die Nord- mit der Südroute des aus Frankfurt (Oder) Richtung Berlin führenden Jakobsweges. Auf etwa 22 Kilometern werden dabei die Orte Trebus, Jänickendorf, Schönfelde und Eggersdorf durchquert.

Schnitzfiguren von Jesus und den Evangelisten

Margit Bäcker und Conny Felker begrüßen den Tross. Sie haben sich auf die Besichtigung gut vorbereitet. Margit Bäcker, die sich ehrenamtlich um die Kirche kümmert und zudem Seniorenbeauftragte im Dorf ist, kann den Interessierten viel über die Geschichte und Sehenswertes in der Kirche, die 1966 renoviert wurde, erzählen. Sie zeigt auf den barocken Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert, der mit einer Renaissance-Kanzel von 1619 ausgestattet ist. Der einfache Säulenaufbau ist mit reich geschnitzten Akanthuswangen sowie einem polygonalen Korb versehen. In den Muschelnischen befinden sich Schnitzfiguren von Jesus und den vier Evangelisten. Die spätgotische Sakramentsnische mit der eisernen Gittertür davor ist ebenfalls etwas Besonderes. Das barocke Kruzifix ist aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Einige Meter entfernt steht eine hölzerne Taufe, auch um 1619. „Altar und Taufstein sind in die Liste der Denkmale des Landkreises Oder-Spree aufgenommen“, erzählt Margit Bäcker. Darauf sind die Schönfelder besonders stolz. Um die Kanzel nicht unnötig zu strapazieren, darf sie nur von „ganz leichten Personen“ betreten werden.

Hervorragende Akustik im Bauwerk

Conny Felker vom Bläserchor überrascht die Besucher mit modernen Kirchenliedern, die wegen der hervorragenden Akustik im Bauwerk gut klingen. „Es darf mit wenig Atem gesungen werden“, ermuntert die Posaunistin. Das probieren die Besucher dann sogleich aus. „Mit solch einer Überraschung haben wir nicht gerechnet. Es ist sehr schön“, sagt Mitorganisatorin Renate Kliems aus Arensdorf. Auch Christa Schischke aus Jacobsdorf ist begeistert. Sie hat gemeinsam mit Renate Kliems den Ausflug geplant. „Wir wollten einen Tag erleben, der unsere Herzen berührt. Das ist gelungen“.
Für viele der Mitreisenden ist der Kirchenbesuch eine Premiere. „Wir wohnen zwar in der Nähe, waren aber noch nie hier“, sagt Edeltraut Hengelhaupt aus Biegen, die von der Schönheit der kleinen Dorfkirche überrascht ist. „Einfach nur wunderbar“, so lautet auch das Fazit von Anita Zipfel aus Pillgram. Und Helga Blume aus Briesen ist besonders beeindruckt vom Kirchfriedhof.

Mittagspause im Trebuser Seeblick

Neben der Schönfelder Kirche sind auch die Hasenfelder, die Beerfelder, Jänickendorfer und Trebuser im Plan. Zur Mittagspause kehren die Teilnehmer im Trebuser Restaurant Seeblick ein. Eine Kaffeetafel im Freien vor dem Dorfgemeinschaftshaus gibt es zum Abschluss in Jänickendorf.