Elch an A12 bei Fürstenwalde
: Rauni, Glückselchi oder Fridolin – diese Namen stehen zur Wahl

Zehn Tage lang hat die Redaktion von MOZ.de Namens-Vorschläge für den wieder aufgestellten Elch an der Autobahn gesammelt. Nun hat eine Jury drei Namen ausgewählt und Elch-Fans dürfen entscheiden.
Von
Angela Boll
Rauen
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Axel Becker (hinten links), die Erbauer des Elchs und die Rauener Kinder Leni, Malia und Emma haben jeweils einen Namen ausgesucht. Jetzt darf abgestimmt werden.

Angela Boll

Aufregung in der Kita „Heidehaus“ in Rauen: Mitten im Alltagstrubel tagt dort die Elch-Jury. Drei Namen werden gesucht. Und zwar für den nagelneuen Elch, der nun wieder an der A12 die vorbeifahrenden Autofahrer begrüßt. Mehr als 100 Vorschläge waren bei der MOZ.de-Redaktion in Fürstenwalde eingegangen, viele Leser erzählten außerdem Geschichten, die sie mit dem Elch an der Autobahn verbinden.

Schon für die Wahl der Jury-Mitglieder war daher Feingefühl gefragt. Zwei Gruppen und ein Experte haben sich schließlich für die emotional geladene Namensfindung zusammengetan.

Mehr als einhundert Zuschriften an die Redaktion

Selbstverständlich darf das Team, das den Elch aus Holz gezimmert, ihn bemalt und unter großem Aufwand aufgestellt hat, mit einem Vorschlag ins Rennen gehen. Axel Becker, Leiter des Forstamts Oder-Spree, der schon einige echte Elche in natürlicher Umgebung angetroffen hat, nimmt den Platz des Fachmanns in der Jury ein und für den weiblichen Impuls sorgen die Rauener Kinder Leni (4), Malia (5) und Emma (4). Sie besuchen die Kita „Heidehaus“, haben sich in den vergangenen Tagen mit dem Thema Elch beschäftigt.

Axel Becker, Leiter des Forstamts Oder Spree, erklärt den Kindern Emma, Malia und Leni wie groß ein echter Elch werden kann.

Angela Boll

Bei der Jury-Zusammenkunft in der Kita treffen die Mitglieder in einer Frischluftschneise zwischen Rauener Tannen erstmals aufeinander. Und bei einigen geht das Entscheiden ganz schnell. Die Elch-Erbauer müssen beim Blick auf die Namensliste nicht allzu lange überlegen. „Rauni passt am besten“, finden Hans Panthen, Dieter Pade, Eckart Kultus und Gunter Wolff aus der Erbauer-Truppe, „schließlich kommt er ja von hier“, betonen sie. Keiner weiß das besser als sie: Der Autobahn-Elch in den Rauener Bergen hat nämlich Tradition.

Auch wenn sich niemand mehr ganz genau erinnern will oder kann, wie der Elch an seinen Platz kam, so steht er dort nun schon mindestens seit 15 Jahren. Im Winter des vergangenen Jahres war die Elchfigur aufgrund der Witterung umgekippt und sorgte so schlagartig für Gesprächsstoff. Die handwerklich begabte und in Sachen Elch eingeschworene Rentner-Gruppe machte es sich daraufhin selbst zum Auftrag, den Elch wiederzubeleben. Mit einem Sockel in der Erde verankert wacht der neue Holzelch nach wochenlanger Handarbeit jetzt wieder über den Autobahnverkehr und erinnert dabei an die echten Elche, die ab und an durch die Wälder Ostbrandenburgs streifen.

Axel Becker, Leiter des Forstamts Oder-Spree, ist den echten Elchen schon begegnet und er mag sie sehr. Der Förster weiß fast alles über die gewaltige Hirschart und steckt in der Kita „Heidehaus“ alle mit seiner Elch-Faszination an. „Wusstet ihr, dass Elche schwimmen können?“, fragt er seine Jury-Kolleginnen Leni, Malia und Emma und die schütteln nur staunend den Kopf. „Die haben nämlich Schwimmhäute an den Hufen“, erklärt der Experte weiter. Da fällt den Mädels nichts mehr ein.

Soll er heißen wie der Hausmeister oder Glück bringen

Sie hatten in den letzten Tagen mit großer Begeisterung Elch-Bilder in der Kita gemalt und sich auch schon Namen überlegt, aber jetzt auf die Schnelle einen aus der langen Liste auszuwählen, das fällt ihnen nicht leicht. Dietmar finden alle drei toll, denn so heißt der Kita-Hausmeister, auch Luca trifft den Geschmack von allen, Hugo, Rudolph, Knut – „die finden wir auch schön“, sagen die Drei wie aus einem Mund.

Das macht es nicht leicht. Also nochmal überlegen. Kita-Leiterin Antje Makowka hilft. Sie malt Bilder zu den Namen auf. Und dann ist es plötzlich ganz einfach: Glückselchi macht das Rennen. Und warum? „Naja, weil er Glück bringen soll“, sagt Leni und zeigt auf das gemalte vierblättrige Kleeblatt, „und weil er ein Elch ist.“ Das klingt logisch.

Die Elch-Erbauer stöbern in der Liste der Namens-Vorschläge. Am Ende entscheiden sie sich mit dem Namen Rauni ins Rennen zu gehen.

Angela Boll

Derweil hat auch der Elch-Experte seinen Favoritennamen ausgesucht: „Ich schlage Fridolin vor. Das klingt nach Fridtjof, das ist ein skandinavischer Name. Und von dort stammen die Elche ursprünglich“, erklärt er. Glückselchi, Fridolin oder Rauni – jetzt können die Elch-Fans entscheiden und hier im Artikel oder auf moz.de/elch ihre Stimme abgeben. Bis Gründonnerstag (28. März) darf gevotet werden. Und nach Ostern wird die MOZ.de-Redaktion den gewählten Namen bekannt geben.

Spenden haben den Wiederaufbau ermöglicht

Hans Panthen kann es immer noch nicht glauben, dass der Elch die Menschen der Region dermaßen bewegt. „Wir werden ständig auf ihn angesprochen“, berichtet er. „Alle freuen sich, dass sie ihn nun wieder sehen, wenn sie die Autobahn entlang fahren.“ Nur weil so viele Menschen dem Spendenaufruf auf MOZ.de gefolgt waren, konnte die Rentnertruppe einen neuen Elch aufbauen, ohne etwas aus eigener Tasche zahlen zu müssen. „Das hat wirklich sagenhaft geklappt“, findet Gunter Wolff. Und es gibt immer noch Menschen, die auch weiterhin die engagierten Elch-Erbauer finanziell unterstützen wollen. Zum Glück. Denn die Männer sind noch nicht ganz fertig. „Eine Idee haben wir noch, aber die verraten wir erst nach Ostern.“