Filmtheater Union: Kinogeschichte in historischem Gemäuer
Das Filmtheater Union in Fürstenwalde eröffnete am 18. Dezember 1909 mit Stummfilm und Livemusik. „Zur Eröffnungsvorstellung ist ein erstklassiges sensationelles Programm ausgewählt worden, welches fern von allem Banalen den Zuschauern ein paar Stunden gediegener Unterhaltung bieten wird. Für alle Schichten der Bevölkerung: hoch oder nierdrig, alt oder jung“, so berichtete damals die Fürstenwalder Zeitung von dem kulturellen Ereignis.
Erster Besitzer des „Kinomatografischen Veranstaltungshauses“, wie es in einer Anzeige hieß, war Otto Gerlach. "1913 hat mehrfach der Besitzer gewechselt“, erzählt Christian Köckeritz vom Fürstenwalder Museum. 1929 wurde es umbenannt. Es hieß nun Filmeck-Lichtspiele. Da bald auch andere Häuser in der Stadt solche Kino-Veranstaltungen mit modernerer Technik anboten, bekam es Konkurrenz und wurde bald als „Flohkiste“ bezeichnet.
Den Krieg soll das Gebäude in der Berliner Straße – es gehört zu den ältesten Häusern der Stadt – unbeschadet überstanden haben, so dass schnell wieder Filmvorführungen liefen. Der begehrte Ausflugsort in der Region zu DDR-Zeiten wurde damals mit der typischen Fassade versehen. In den 1970er Jahren bildeten sich oft lange Menschenschlangen vor dem Kino.
Seit 2007 kleines Programmkino
Indianerfilme mit Gojko Mitic und russische Märchenfilme waren die Renner. Seit 2007 wird Brandenburgs ältestes Lichtspielhaus von Michael Güll geführt. Er setzt im kleinen Programmkino auf eine Mischung aus Spartenfilmen, Blockbustern und besonderen Veranstaltungsreihen. 2016 hat die Fassade eine neue Bemalung mit bekannten Gesichtern der Stadt erhalten.



