Krasse Katzen in Brandenburg: Warum Katze Lilly aus Fürstenwalde die faulste Fellnase ist

Genießt ihre Streicheleinheiten: Katze Lilly (12) lässt sich von Hannah Baer (7) aus Fürstenwalde verwöhnen. Die Diva auf vier Pfoten wurde neun Tage mit einem GPS-Tracker zu ihren Bewegungen überwacht.
Cornelia Link-AdamWas macht eine Katze, wenn niemand hinschaut? Das wollten auch Kathleen und Sven Baer mit ihren Kindern Helene (12) und Hannah (7) aus Fürstenwalde wissen und haben ihrer Katze Lilly bei der MOZ.de-Aktion „Krasse Katzen in Brandenburg“ angemeldet. Dazu wurde das Tier über neun Tage mit einem GPS-Tracker am Halsband ausgestattet. Eines vorneweg: Der Tracker kam zeitweise abhanden.
Dass Lilly als britische Kurzhaar-Katze sich tatsächlich wie eine adlige Diva verhält, daran haben sich die Baers längst gewöhnt. Majestätisch wird über Stunden geschlafen, das Futter* bemäkelt und Streicheleinheiten lässt die mittlerweile Zwölfjährige nur zu, wenn ihr danach ist. Ansonsten ist sie faul. „‚Sie ist ja auch unsere Prinzessin‘“, sagt Sven Baer und lächelt. Als sie die Auswertungen der Daten über den Krasse-Katzen-Tracker erfuhren, wunderten sie sich nicht. Von Ende Juni bis Anfang Juli hatten sie ihrer Diva das Messgerät um den Hals gebunden. „Zum Glück war sie schon durch früheren Tracker daran gewöhnt und trägt ja auch Halsband.“
Überwachungszeitraum bot Hitze und Gewitter
Doch zur neuntägigen Testzeit der Überwachung war es einfach nicht das Wetter der majestätischen Katze. Bei 34 Grad gehe sie nicht raus, sie mag einfach keine Hitze, erzählt der Fürstenwalder. Außerdem gab es Gewitter – was sie sich lieber gut geschützt unterm Tisch im Garten ansah. Und zwei Tage lang war der Tracker* sogar ganz verschwunden. Sie hatte sich das Gerät abgestreift, gefunden wurde es vom Hausherrn nach einiger Suche dank des Pieptons schließlich im Garten eines Nachbarn.
Faulste Katzen Brandenburgs schläft 15 Stunden am Tag
Bei der Auswertung der Daten wurde schnell klar, die kleine Diva ist die faulste Katze Brandenburgs, was die Auswertung der GPS-Daten* ergab. Tatsächlich ist sie sehr inaktiv, bleibt vorrangig im oder am Haus. Durchschnittlich gönnt sie sich 15 Stunden Ruhe am Tag, schläft dabei – wohl auch wegen ihres Alters – stets eine satte Stunde am Stück. Wenn sie sich aufrafft, und mit klarem Pfötchen-Klopfen an der Terrassentür-Scheibe auf Ausgang pocht, dann läuft sie maximal 2,4 Kilometer am Tag und diese mit einer Geschwindigkeit von 400 Metern pro Stunde auch äußerst bequem. Da schaffen andere Katzen in der Zeit locker das Doppelte.

Die blauen Konturen markieren Lillys Wege in Fürstenwalde-Süd. Die grün-gelb-rot-gekennzeichneten Bereiche zeigen die Intensität der Aufenthalte der Katze.
Lorenz, FrankWas Lilly mag, ist ihr Umfeld. Die Diva ist extrem ortsbezogen und verlässt nie einen Radius von 100 Meter um das heimische Haus. Schon besonders, dass sie so gut wie keine Streifzüge unternimmt. Im Grunde spielt sich alles zu Hause, im Garten hinter dem Haus sowie dem Garten des Nachbargrundstücks ab. Eine gewisse Intensität ist auch am Rand des gegenüberliegenden Grundstücks zu verzeichnen. Selbst die naheliegenden Waldflächen lassen die Samtpfote total kalt. Vielmehr läuft sie sternförmig von ihrem Zentrum aus in nahe Gärten und Bereiche.
„Das alles wundert uns nicht. Sie ist im Frühjahr mehr aktiv, im Sommer nicht so. Daheim hat sie einfach alles, was sie braucht“, erklärt Sven Baer. Zum Glück seien auch die Nachbarn alle sehr Katzen-affin. „Als wir im Vorjahr im Urlaub waren, ist sie in mehrere Häuser schnurstracks hereingelaufen und für ein Nickerchen in die Betten der Nachbarn geklettert.“ Davon zeugen mehrere Fotos, erzählt der Fürstenwalder. Aufpassen müssen die Besitzer auch stets bei geöffneten Autotüren. Lilly springt gerne in Fahrzeuge. Selbst der Postbote weiß dies bereits, schaut immer gesondert zwischen seine Pakete bei der Auslieferung.
Lilly brachte Mäuse und sogar schon eine Schlange nach Hause
Baers berichten von Lillys Lieblings-Pinkelstelle in Nachbars Büschen, was das heimische Katzenklo erspart. Sie lässt sich aber auch von etlichen "Auswärtsdienern" mit Schlafplätzen und Futter umsorgen, wissen sie. Doch rappelt es die kleine Dame, dann kann sie auch mal schnell sein. Auf Jagd nach Eichhörnchen ist sie schon gegangen, erst dieser Tage hat sie fast einen Vogel im Garten erwischt. Mehrere Mäuse hat sie ihren "Dosenöffnern" schon nach Hause gebracht, auch mal eine Schlange. „Das war echt cool“, erinnert sich Tochter Hannah (7), die vor dem Reptil, das sich schnell verdrückte, keine Angst hatte.

Erinnerung an ein besonderes Mitbringsel: Familie Baer zeigt ein Foto, wie Katze Lilly sogar schon mit einer Schlange nach Hause kam.
Cornelia Link-AdamBeim jüngsten Spross der Familie legt sich die Diva zur abendlichen Schlafenszeit auch ganz bewusst ins Bett ans Fußende. Wenige Stunden später stattet sie auch Helene (12) noch einen Gute-Nacht-Besuch ab, bevor sie wieder ins Dunkle entschwindet. Logisch, dass sie dann tagsüber viel schläft. „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss“, bringt es Sven Baer auf den Punkt.

Entspannung auf den kalten Fliesen: Katze Lilly genießt ihre Pause im Obergeschoss mit Hannah.
Cornelia Link-AdamLilly nutzt ihre Narrenfreiheit bei den Baers gern aus. Sie steht auf Männer-Besuch mit dunkler, sonorer Stimme. Das wird mit Extra-Schnurren belohnt. Der Trockenfutter-Napf muss immer einen Berg haben, den sie dann genüsslich neben der Schale verteilt. Ansonsten liegt sie gern auf extra ausgelegten, getragenen Pullovern der Kinder in deren Zimmern, hat ihre Schlaf-Decken und sogar aufgestellte Papp-Häuschen für Pausen oder macht es sich auf den kalten Fliesen im Flur gemütlich. Sie genießt ihre Nickerchen im kühlen Haus. Wer mag es der krass-faulen Katze verwehren, wenn draußen die Sonne bei 31 Grad vom Himmel über das Fürstenwalder Grundstück brennt.
MOZ.de Aktion „Krasse Katzen“
Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ wurden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten. *Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Sollten Sie über den Link einen Kauf abschließen, erhält MOZ.de eine kleine Provision. Die Berichterstattung ist nicht beeinflusst.


