Schüler in Fürstenwalde
: Spendenlauf am OSZ – Hilfe für unheilbar erkrankte Kinder

Am OSZ Palmnicken in Fürstenwalde ist am Donnerstag (5. Oktober) ein großer Spendenlauf über die Runden gegangen. Profitiert hat davon auch ein unheilbar kranker Junge.
Von
Christoph Mann
Fürstenwalde
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Klaus-Jürgen Liehr, Heike Hamel und Katja Nauke vom Verein Löwenkinder aus Frankfurt (Oder) sind mit Malte Krüger nach Fürstenwalde gekommen, um sich den Spendenlauf am OSZ anzusehen. Malte leidet an einer unheilbaren Krankheit. Er und seine Familie werden von dem Verein unterstützt.

Christoph Mann

Eine ganze Schule ist auf den Beinen. Schon vor dem großen Startschuss geht es am Donnerstag (5. Oktober) wuselig zu. Die Aufregung ist den Schülern am Oberstufenzentrum Palmnicken in Fürstenwalde anzumerken. Zum siebten Mal wird an der Schule ein Sponsorenlauf organisiert. Ins Leben hat den der Lehrer Max Thiele. Der erste Lauf fand 2017 statt, damals kamen 1400 Euro zusammen.

Mit den Jahren wuchs auch die Summe, der Rekord wurde 2021 erlaufen – 18.600 Euro. Diese Marke wollen sie in diesem Jahr knacken. Das Geld wird teilweise gespendet und ein Teil bleibt bei den Schülern, etwas fließt in die Klassenkassen und 20 Prozent der Einnahmen sind für den Abi-Ball gedacht. Etwa 650 Läufer gehen dafür an den Start.

Bewegung macht Spaß: Etwa 650 Schüler laufen am OSZ Palmnicken in Fürstenwalde für einen guten Zweck und ihre Klassenkasse.

Christoph Mann

Schüler suchen sich ihre Sponsoren selbst

Der Kurs führt über das Gelände des OSZ, eine Runde ist 600 Meter lang. Gelaufen wird 75 Minuten lang und für jede gelaufene Runde gibt es Geld. Wer sich anstrengt und 10 Kilometer läuft, also etwa 17 Runden, kann darüber hinaus mit einer guten Sportnote rechnen. Max Thiele erklärt, dass die Schüler sich selbstständig ihre Sponsoren suchen müssten, am besten, indem sie Kontakt zu regionalen Firmen aufnehmen und diese anschreiben.

„Mit 16, 17 Jahren sollten sie in der Lage sein, sich für eine soziale Sache zu engagieren und dafür bei Firmen zu werben“, sagt der Lehrer, der das Projekt auch als Stärkung der Sozialkompetenz der Schüler sieht. Viele Schüler suchen sich auch Unterstützer aus dem Bekanntenkreis. „Aber nur die Eltern zu fragen ist nicht das Ziel, das ist zu einfach.“ Mindestens einen Sponsor braucht jeder, um mitzulaufen, die Grenze ist nach oben offen. Viele haben mehrere. Annalena Nehr aus der zwölften Klasse tritt mit sieben Sponsoren an, damit ist sie Spitzenreiterin in diesem Jahr.

Unterstützung am Grill: Arian Djojan, Melvin Zemmrich und Yannick Teichert braten lieber Wurst, statt mitzulaufen. Im letzten Jahr war Yannick auf der Strecke und wusste stolze 24 Sponsoren hinter sich.

Christoph Mann

Viele Helfer am Rand

Im letzten Jahr war es Yannick Teichert, der es auf stolze 24 Sponsoren brachte, da lohnt sich der Kampf um jede einzelne Runde. Weil er sich in diesem Jahr stärker auf die Abiturprüfung konzentrieren will, läuft er nicht mit, unterstützt die Veranstaltung aber trotzdem, indem er am Grill Bratwürste für die ganze Schule brät. Wie er, helfen viele bei der Organisation und Durchführung des Events mit.

Löwenkind ist zum Zugucken gekommen

Am Streckenrand sieht der elfjährige Malte Krüger den Läufern zu. Er ist an einer metachromatischen Leukodystrophie erkrankt, ein unheilbarer Gendefekt, der zu einem früheren Tod führt. Seine Mutter Diana erzählt, dass sie bei den Löwenkindern, einem Verein aus Frankfurt (Oder), Unterstützung erhalten. Der Verein setzt sich für Kinder und Jugendliche ein, die an einer unheilbaren oder lebensverkürzenden Krankheit leiden. Eltern können sich dort austauschen und werden bei der zeitaufwendigen Betreuung unterstützt.

Schüler sollen sehen, für wen sie laufen

Der Verein wird zum zweiten Mal von den Schülern des OSZ mit Spenden unterstützt. Lehrer Max Thiele hofft auf eine große Summe. Diana Krüger ist mit ihrem Sohn gekommen, damit die Schüler mal sehen, für wen sie da laufen. „Bevor so eine Krankheit ausbricht, gibt es für viele keine Berührungspunkte damit. Ich finde es wichtig, dass junge Menschen auch so etwas kennenlernen, damit sie ein Verständnis dafür bekommen“, sagt sie. Sie beobachte oft große Berührungsängste, wenn sie mit ihrem Sohn unterwegs ist. „Ich komme mir manchmal vor wie im Zoo“, sagt sie und meint die Blicke der Leute, die ihnen begegnen.

Über 21.000 Euro kommen zusammen

Auch die Betreuerinnen von Malte, Katja Nauke und Heike Hamel, sind nach Fürstenwalde gekommen. Sie freuen sich, dass ihr Verein, die Löwenkinder, beim Spendenlauf berücksichtigt wird. „Das ist hier eine Riesenaktion“, rufen sie begeistert. Ihr Verein sei auf solche Spenden angewiesen. 3500 Euro erlaufen die Schüler für die Löwenkinder aus Frankfurt, kann Max Thiele nach dem Sportevent verkünden. 5000 Runden wurden von den Läufern absolviert, berichtet er stolz. Insgesamt sind über 21.000 Euro zusammengekommen. Mehr als 150 Firmen aus der Region konnten von den Schülern als Sponsoren geworben werden.

Auch Malte dreht eine Runde

Da hält es auch die Besucher von den Löwenkindern aus Frankfurt nicht mehr nur am Streckenrand. Katja Nauke und Heike Hamel schnappen sich den Rollstuhl von Malte und laufen mit ihm auf den Kurs. Zusammen absolvieren die drei eine Runde auf dem Gelände des OSZ. Den Spaß, den sie dabei haben, kann keiner übersehen. Am Ende im Ziel der freudige Ruf: „Gewonnen!“