Krankheit in Fürstenwalde
: Brüder laufen trotz Tumor und Herzkrankheit über 50 Kilometer

Sven und Lars Manig aus Fürstenwalde haben sich trotz Krankheit viel vorgenommen – einen Ultramarathon-Spaziergang um den Scharmützelsee. Obwohl beide schwerbehindert sind, laufen sie für den guten Zweck.
Von
Christoph Mann
Fürstenwalde
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Fürstenwalde: Sven Manig, Elmar Sprink und Lars Manig am Scharmützelsee (v.l.n.r.). Elmar Sprink traf die beiden Brüder spontan bei ihrem Ultramarathon-Sparziergang und sorgte für zusätzliche Motivation. Die beiden Brüder laufen trotz Krankheit für den guten Zweck.

Lars Manig

Sven und Lars Manig aus Fürstenwalde haben sich den Lauf um den Scharmützelsee nicht trotz ihrer Krankheiten vorgenommen, sondern, weil sie krank sind, sagen sie. Beide sind schwerbeschädigt und wagen einen Ultramarathon-Spaziergang von über 50 Kilometern.

Mit ihrer Aktion werben sie um Spendengelder für den Förderverein der Gerhard-Goßmann-Grundschule in Fürstenwalde und sie wollen sich und anderen Mut machen. Doch der Geldgedanke kam erst etwas später und spontan, sagt Sven Manig, wichtig sei ihm der gemeinsame Weg mit seinem Bruder gewesen.

Beide Brüder aus Fürstenwalde haben mit Erkrankungen zu kämpfen

Sven Manig aus Fürstenwalde ist 41 Jahre alt und leidet an einer unerklärlichen Herzkrankheit. Der ehemalige Marathonläufer und Kampfschwimmer wartet auf ein Spenderherz. Ende November soll er deshalb stationär in die Charité aufgenommen werden. Dort wird evaluiert, ob für ihn eine Herz-Transplantation möglich ist. Sein Bruder Lars ist 39 Jahre alt. Bei ihm wurde ein Hirntumor festgestellt. Die Ärzte sprechen bei ihm von Regression, das heißt, der Tumor hat sich zurückgebildet.

Zwei Runden um den Scharmützelsee

Am 23. September starteten die beiden den Ultramarathon. Geplant war zuerst, nur eine Runde um den Scharmützelsee zu gehen, doch „es lief so gut, da liefen wir einfach weiter“, sagt Sven Manig. Am Ende schafften beide die doppelte Umrundung des Märkischen Meeres, das sind 56 Kilometer. Gebraucht haben sie dafür elf Stunden und 37 Minuten. Damit haben sie ihr Ziel, die Strecke in 12 Stunden zu schaffen, erreicht und übertroffen. „Wir sind im Schnitt 4,7 bis 5 Kilometer in der Stunde gelaufen“, erzählt Sven Manig.

Jeder der 72.500 Schritte ein Zeichen der Hoffnung

Sven Manigs Körper ist solche Strapazen gewohnt, vor seiner Diagnose hatte er schon einige Marathons absolviert. Ganz anders sein Bruder Lars, der am Ende ganz schön alle war und noch vier Tage danach Probleme mit dem Schienbein hatte. Trotzdem würde er es immer wieder machen, sagt er hinterher. Fast 72.500 Schritte habe ihre Apps auf der Tour gezählt, für jeden.

Sven Manig versucht täglich 10.000 bis 15.000 Schritte zu laufen, für die Gesundheit. Das ist oft aus Zeitgründen gar nicht so einfach. Er versucht, Wege, die er vielleicht auch mit dem Auto fahren würde, zu laufen. Zum Beispiel, wenn er seine Tochter zum Schwimmkurs ins Schwapp bringt.

Positive Gespräche und Unterstützung durch Extremsportler Elmar Sprink

Die Brüder haben sie bei der ganzen Wanderungen fast ununterbrochen unterhalten, berichtet Sven Manig und das, obwohl sie ein kleines Radio dabeihatten. „Wir haben fast nur über positive Sachen gesprochen“, sagt er und sie haben später vieles davon aufgeschrieben. Einen Satz, der bei ihren Gesprächen fiel, blieb besonders in Erinnerung. „Die Welt dreht sich nicht um uns, sonders wir drehen die Welt.“ Wir stehen nicht im Mittelpunkt, wer möchte, dass etwas was besser wird, muss etwas dafür tun, erklärt Sven Manig.

Ein Höhepunkt ihrer Wanderung war das Zusammentreffen mit Elmar Sprink. Elmar Sprink lebt in Bad Saarow und ist ein bekannter Extremsportler. Er bekam bereits ein Spenderherz und absolviert heute mit seinem zweiten Herzen Sportevents wie den Iron Man in Hawaii. Auch beim Scharmützelsee-Triathlon hat der Ausdauer-Athlet teilgenommen. Jetzt wollte er unbedingt die beiden Brüder unterstützen und ist mit ihnen zwei Kilometer mitgelaufen. „Am Ende war er beeindruckt, dass wir das geschafft haben“, sagt Sven Manig stolz.

Ernährung und Spendenaktion: Gesunder Snack-Automat für Schule

Um bei ihrer Wanderung den richtigen Snack dabei zu haben, hat Sven Manig seine selbstgemachten Power-Bowles vorbereitet. So nennt er kleine mundgerechte Kügelchen, die er aus dem, was beim Frühstück übrig bleibt, zusammen rollt. Wichtig sind Fette, Einfachzucker und Kohlenhydrate. Dazu mixt er Nüsse, Honig oder Ahornsirup und Trockenfrüchte klein und vermischt das ganze mit Zwieback oder Knäckebrot. Genau das richtige für so einen Mammutmarsch.

Um die richtige Ernährung geht es auch bei dem Spendenaufruf, der mit dem Lauf verbunden ist. Das Geld wird für einen Snack-Automaten mit gesundem Essen ausgegeben, der in Gerhard-Gossmann-Schule aufgestellt wird. Die Tochter von Sven Manig besucht diese Schule. Wie viel Geld bisher zusammen gekommen ist, weiß er nicht, aber die Spendenaktion läuft immer noch. Wer will, kann also noch mitmachen, sagt Sven Manig. „Jeder Cent zählt.“

Spendenaufruf

Spenden an den Förderverein Goßmann-Grundschule, IBAN: DE53 1709 2404 0002 0112 63 bei der Volksbank Fürstenwalde Seelow Wriezen eG, Verwendungszweck: Ernährung