„Natürlich küsse ich meine Frau noch gerne. Jederzeit“, beteuert Joachim Uhlich. Ohne zu zögern, legt er seinen Arm um Gattin Monika und gibt ihr auf der Spreewiese in Fürstenwalde einen dicken Schmatzer.
Weit mehr als nur eine Geste unter Liebenden: Küssen ist Balsam für die Seele und gut für die Gesundheit. Grund genug, die Fürstenwalder am heutigen „Internationalen Tag des Kusses“ zum Lippenbekenntnis zu bewegen.

Küssen als Workout fürs Gesicht

„Bewegen“ ist ein gutes Stichwort. Denn für einen Kuss werden allein im Gesicht bis zu 60 Muskeln bewegt. Je nach Intensität verbrennt der Körper zwölf Kalorien pro Minute. Beim längsten Filmkuss der Welt in der Komödie „You Are In The Army Now“ (1941) könnten die Schauspieler Jane Wyman und Regis Toomey also gut 40 Kalorien verbraucht haben – die zwei gingen stolze drei Minuten und fünf Sekunden in die Vollen.

Küssen hellt die Stimmung auf

„Gebt ihr Papa einen Kuss?“, fragt Steve Schönert seine Töchter Ida-Marie und Hedda. Doch die beiden Vierjährigen sind zu sehr mit Eis essen beschäftigt. Also gibt’s eben von Papa ein Küsschen auf die Wange. Schon so ein kleines Bussi kann ein echter Stimmungsaufheller sein, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK. Die Nervenzellen werden angeregt, Botenstoffe aktiviert, ins Gehirn geleitet und Hormone wie Serotonin, Endorphin und Dopamin ausgeschüttet. Die Folge: Glückshormone durchströmen den ganzen Körper, Wohlbefinden und gute Laune stellen sich ein.
Stimmungsaufheller: Durch die Ausschüttung von Glückshormonen bekommt man vom Küssen gute Laune. Obwohl bei den Zwillingen Ida-Marie und Hedda (beide 4) eher das von Papa Steve Schönert gekaufte Eis für Vergnügen sorgt.
Stimmungsaufheller: Durch die Ausschüttung von Glückshormonen bekommt man vom Küssen gute Laune. Obwohl bei den Zwillingen Ida-Marie und Hedda (beide 4) eher das von Papa Steve Schönert gekaufte Eis für Vergnügen sorgt.
© Foto: Elena Stenczl

Küssen stärkt das Immunsystem

Durchschnittlich tauschen Paare bei einem Zungenkuss etwa 60 Milliliter Wasser miteinander aus – laut Studien 80 Millionen Bakterien inklusive. „Das klingt gar nicht mal so gesund“, sagt Danny Kauffmann, als er davon erfährt, nachdem er seiner Freundin Elena Stenczl einen Kuss auf die Wange drückt. Dabei ist es genau das. Marschall erläutert: Auf diese Weise wird das Immunsystem stimuliert, der Körper muss sich mit den neuen Keimen auseinandersetzen und schickt Abwehrzellen in den Blutkreislauf, ähnlich wie bei einer Impfung.
Gut fürs Immunsystem: Paare wie Danny Kauffmann (l.) und Elena Stenczl (r.) tauschen beim Küssen Bakterien miteinander aus. Der Körper reagiert mit Abwehr, wodurch das Immunsystem gestärkt wird.
Gut fürs Immunsystem: Paare wie Danny Kauffmann (l.) und Elena Stenczl (r.) tauschen beim Küssen Bakterien miteinander aus. Der Körper reagiert mit Abwehr, wodurch das Immunsystem gestärkt wird.
© Foto: Elena Stenczl