Tierquälerei bei Beeskow
: 32 Katzen aus viel zu kleiner Wohnung gerettet

Das Tierheim Fürstenwalde beschäftigt eine besonders extreme Form von Tierleid. 32 Katzen mussten aus einer kleinen Wohnung bei Beeskow gerettet werden.
Von
Marcel Gäding
Beeskow/ Fürstenwalde
Zwei von 32 geretteten Katzen im Tierheim Fürstenwalde. Der gesundheitliche Zustand der Tiere war teilweise bedenklich.

Zwei von 32 geretteten Katzen im Tierheim Fürstenwalde. Der gesundheitliche Zustand der Tiere war teilweise bedenklich.

Marcel Gäding
  • 32 Katzen wurden aus zwei Zimmern bei Beeskow gerettet – einige waren schwer krank.
  • Die Tiere kamen im Mai 2026 ins Tierheim Fürstenwalde und wurden medizinisch versorgt.
  • Ein Teil verstarb, viele litten an Ohrenentzündungen, schlechten Zähnen und Durchfall.
  • Aktuell warten noch 19 Katzen auf Vermittlung, bevorzugt in Paaren.
  • Die Behörde spricht von mehr Fällen von Animal Hoarding und hohen jährlichen Kosten.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Christine Matzke ist noch gar nicht zu sehen, da positioniert sich eine Gruppe von Katzen direkt an der Gittertür. Ganz neugierig verfolgen die Vierbeiner, was auf dem Flur des Tierheims in Fürstenwalde passiert. Die Katzen wirken hungrig. Doch der Eindruck täuscht. „Die haben schon gefressen“, ruft eine Tierpflegerin der Tierheimleiterin zu.

Nicht alle Katzen in dem Zimmer zeigen bei Christine Matzkes Kontrollgang so viel Neugier oder lassen sich ohne Weiteres streicheln. Einige Tiere liegen gut versteckt in ihren Körben oder auf einem der Bretter, die an der Wand montiert sind.

Auch ein halbes Jahr nach ihrer Ankunft im Tierheim Fürstenwalde sind einige Katzen scheu. „Sie haben nie richtig Vertrauen zu Menschen aufgebaut“, berichtet Christine Matzke. Tierpflegerinnen und ehrenamtliche Helfer versuchen, das zu ändern. Allerdings benötigt das wohl noch ein bisschen Zeit.

32 Katzen in zwei Zimmern bei Beeskow

Im Mai 2026 kamen insgesamt 32 Katzen ins Fürstenwalder Tierheim an die Berkenbrücker Chaussee. Die Tiere wurden von einem betagten Ehepaar in der Nähe von Beeskow gehalten – allesamt in gerade einmal zwei Zimmern.

Spree

Alles Wichtige aus dem Landkreis Oder-Spree.

Nachbarn hatten das Veterinäramt des Landkreises Oder-Spree eingeschaltet. Die Mitarbeiter der Behörde reagierten umgehend, brachten die Katzen nach Fürstenwalde. Dem Vernehmen nach soll die Wohnung der alten Leute nicht mehr bewohnbar gewesen sein. „Wir erhielten die Information, dass dort katastrophale Zustände herrschten“, erklärt die Tierheimleiterin.

„Nach unseren Erkenntnissen handelten die alten Leute aus Tierliebe“, berichtet Christine Matzke. Sie sollen immer wieder Katzen von der Straße aufgesammelt und sie in ihre Wohnung gebracht haben. „Einige wurden auf ihre Initiative hin sogar kastriert“, sagt die Tierheimleiterin.

Doch später verloren die betagten Tierfreunde die Kontrolle. Tiere vermehrten sich, wurden krank. Nachbarn sollen von unerträglichem Gestank berichtet haben. Als die ersten Katzen nach Fürstenwalde kamen, bot sich Tierpflegern ein schlimmes Bild: Entzündungen an den Ohren, stumpfes Fell, triefende Nasen. Ohne den Hinweis aus der Nachbarschaft und das Eingreifen der zuständigen Behörde wären die Katzen jämmerlich verendet.

Christine Matzke bei einer der Katzen im Tierheim Fürstenwalde. Die Leiterin der Einrichtung hofft, jetzt schnell ein neues Zuhause für die Tiere zu finden.

Christine Matzke bei einer der Katzen im Tierheim Fürstenwalde. Die Leiterin der Einrichtung hofft, jetzt schnell ein neues Zuhause für die Tiere zu finden.

Marcel Gäding

Doch das Tierleid konnte so schnell nicht gestoppt werden. Im Tierheim verstarben einige der schwer erkrankten Katzen. Die anderen mussten mit großem Aufwand zunächst einmal therapiert werden. Fast alle Tiere hatten schlechte Zähne und „ganz problematische Ohrerkrankungen“.

Bei einer Katze stellte sich eine blutige Entzündung als irreparabler Tumor dar. Das Tier musste schließlich von seinen Leiden erlöst werden. Unklar ist zudem bis zum heutigen Tag, warum die geretteten Katzen lange unter Durchfall litten. Eventuell könnte das auf eine chronische Darmerkrankung infolge mangelhafter Ernährung zurückzuführen sein.

„Wir wollen sie schnellstmöglich vermitteln, am liebsten paarweise.“
Christine Matzke
Leiterin Tierheim Fürstenwalde

Ein halbes Jahr später haben sich die noch verbliebenen Tiere weitestgehend erholt. Von den einst 32 Katzen warten jetzt noch 19 darauf, endlich ein tiergerechtes Zuhause zu finden. „Wir wollen sie schnellstmöglich vermitteln, am liebsten paarweise“, sagt Christine Matzke. Sie hofft, dass die Schützlinge schon bald aus dem Tierheim ausziehen können.

Animal Hoarding in Oder-Spree: Behörde wendet viel Geld auf

Fälle wie dieser werden auch als Animal Hoarding bezeichnet, also übersetzt das Horten von Tieren. Amtstierärztin Petra Senger erklärte erst kürzlich in einem Fachausschuss des Kreistages, dass diese Fälle zunehmen. Gut 100.000 Euro kostet es nach Darstellung der zuständigen Behörde im Landkreis Oder-Spree jährlich, betroffene Tiere anderweitig unterzubringen, zu versorgen und tiermedizinisch behandeln zu lassen.

Aus eigener Erfahrung kann Christine Matzke bestätigen, dass die Zahl solcher Tierschutzfälle in den vergangenen Jahren zugenommen hat: „Woran das liegt, kann ich jedoch nicht sagen.“ Für die gemeinnützige Einrichtung stellt die Aufnahme beschlagnahmter Tiere jedoch eine Herausforderung dar. Zwar erstattet die zuständige Behörde Kosten – jedoch nicht in der Höhe, um den finanziellen Aufwand auszugleichen. So muss das Tierheim auch auf Geld- und Futterspenden zurückgreifen, um die Aufgaben bewältigen zu können.

Tierheim Fürstenwalde

Im Tierheim Fürstenwalde suchen viele Hunde und Katzen dringend ein neues Zuhause.

Öffnungszeiten: Mo. 11–12 Uhr sowie Fr./Sa. 17–18 Uhr.

Adresse: Berkenbrücker Chaussee 10, 15517 Fürstenwalde, Telefon: 03361 2862,
E-Mail: kommunikationszentrum@matzkeundpartner.de

Spendenkonto: IBAN: DE97 1705 5050 1000 3686 68

Webseite: https://tierheim-fuerstenwalde.com/