Der 41-jährige Mann am Steuer des Renault Master wollte sich partout nicht von der Polizei stoppen lassen. Schließlich hatte er Fahrzeuge geladen, die nicht auf legalem Weg ihren Besitzer gewechselt hatten. Die Fracht sollte über die A12 nach Polen gebracht werden. Doch die Polizei war ihm bereits auf die Schliche gekommen. Und nun sitzt der Verdächtige in Untersuchungshaft. Das hat die Polizei am Montag (11. Juli) mitgeteilt.
Was war passiert? Am frühen Morgen des 8. Juli hatte die Berliner Polizei gemeldet, dass in ihrem Bereich ein Motorrad gestohlen worden sei. Dieses würde aktuell in Richtung Bundesgrenze transportiert.

Verdächtiger rammt bei Fürstenwalde zwei Polizei-Autos

Wie sich herausstellte, saß der als Langfinger Verdächtigte in einem Renault Master. „Als Polizisten den Kleintransporter kurz vor der Anschlussstelle Fürstenwalde Ost anhalten wollten, rammte dessen Fahrer zwei Funkwagen und wollte so seine Flucht erzwingen“, schilderte die Polizei in ihrem Pressebericht. Kurz darauf sei der Mann aus dem Wagen gesprungen und davongerannt. Die Polizisten waren schneller, sie schnappten den Flüchtenden und legten ihm Handschellen an.
Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei ihm um einen 41-jährigen Osteuropäer, der nicht nur dieses eine Motorrad über die Bundesgrenze hatte bringen wollen. Im Laderaum des Renault Master entdeckte man nämlich noch zwei weitere Kräder, die ebenfalls in Berlin gestohlen worden waren. Während des Einsatzes musste der betroffene Autobahnabschnitt gesperrt werden. Aus diesem Grund entstand ein Rückstau, der in Spitzenzeiten über mehrere Kilometer reichte.

30.000 Euro Sachschaden

„Der rücksichtslose Willen des Delinquenten zur Flucht brachte einen Sachschaden von rund 30.000 Euro mit sich“, lautete das vorläufige Fazit der Polizei. Die Beamten brachten den Mann in die Zelle in Fürstenwalde, teilte Sprecher Roland Kamenz mit. „Wir stellen dann die Unterlagen für die Staatsanwaltschaft zusammen und von dort gibt es die Anregung eines Haftbefehls“, erklärte er weiter.
Am Sonnabend (9. Juli) sei der 41-Jährige dann einem Richter am Amtsgericht Eisenhüttenstadt vorgeführt worden. „Nicht jedes Amtsgericht muss an jedem Wochenende einen Bereitschaftsrichter stellen“, erklärt Kamenz den vergleichsweise weiten Weg. Der Richter habe Untersuchungshaft und die Verbringung in eine Justizvollzugsanstalt angeordnet. Mittlerweile sei der Delinquent im Gefängnis angekommen, teilte die Polizei am Montag mit.