Wirtschaft: Maske bremst Shoppinglaune in Fürstenwalde
Kunden verzichten auf Einkauf
Auch die Mitarbeiterinnen im Kaufhaus Moses leiden unter der Maskenpflicht. „Das Atmen fällt schwer. Besonders wenn man hin und her läuft und Kunden in der Garderobe weitere Stücke zum Probieren bringt“, sagt Teamleiterin Kathleen Friedrich. Eine große Auswahl an Sommerkleidern, Shirts und Accessoires warten auf Kunden. Zu viele davon verzichten aber wegen der Maskenpflicht auf eine Shoppingtour. Petra Musiol macht es zwar keinen Spaß mit der Maske – Brille beschlägt und Luft ist knapp – möchte aber trotzdem ein Stück Normalität und einfach mal schlendern gehen. Marina Müller dagegen verzichtet, solange noch Maskenpflicht besteht, auf unnötige Einkaufstouren. Für die 58-jährige Fürstenwalderin haben nur Lebensmittel Priorität.
Die Moses-Mitarbeiterinnen können ihre Maskenmodelle selbst wählen. Während Kathleen Friedrich einen Mundschutz aus Baumwolle mit bunten Blümchen trägt, bevorzugt ihre Kollegin Sabine Löhmann ein durchsichtiges Visier. „Für Brillenträger wie mich ist es einfach praktischer. Ich bekomme mehr Luft und man kann mein Gesicht sehen“, begründet sie. Die Visiere werden in den Christopherus-Werkstätten der Samariteranstalten hergestellt und sind im Kaufhaus zu haben.
Weniger Umsatz durch Maske
Im Schuhparadies in der Eisenbahnstraße probiert eine Seniorin Pantoletten, die sie nötig braucht, an – natürlich mit Maske. „Jeder Kunde beschwert sich über die Unannehmlichkeiten. Kommt die Sommerhitze dazu, wird es noch schlimmer“, so Chefin Nicole Schönert. In der ersten Woche nach der Wiedereröffnung, habe sie gemerkt, dass die Kunden wieder in die Geschäfte wollten. „Aber mit der Maskenpflicht war das ganz schnell vorbei“, erzählt Nicole Schönert, die befürchtet, dass die entstandenen Umsatzeinbußen nicht mehr einzuholen sind.
Für Mitarbeiter ist die Maskenpflicht im direkten Kundenkontakt eine enorme Herausforderung, das weiß auch Regionalleiterin Christine Minkley vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Durch den Mundschutz wird die Stimme gedämpft, etwas undeutlicher und das kann leicht zu Missverständnissen führen. Ein weiteres Problem: Die Mund-Nase-Bedeckung wird als eine Art „Schutzschild“ empfunden. „Abstandsregeln sind bei vielen Kunden dann schnell vergessen“, so Christine Minkley.
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