Bürgermeisterwahl Zehdenick 2025: Entscheidung gefallen – wer in die Stichwahl muss

Das historische Rathaus: Das ist zwar nicht der offizielle Dienstsitz des Bürgermeisters. Aber im Ratssaal wird Politik gemacht. Hier kann der neue Bürgermeister die Weichen für die Zukunft stellen. Wer es wird, entscheidet sich erst am 16. März 2025.
Martin Risken- Bürgermeisterwahl in Zehdenick am 23. Februar 2025.
- Vier Kandidaten: Kretzschmar, Senß, Stadtkewitz, Sucker.
- 11.320 Wahlberechtigte ab 16 Jahren.
- Vorläufiges Ergebnis zwischen 21:30 und 22 Uhr erwartet.
- Mögliche Stichwahl am 16. März, Wahrscheinlichkeit bei 80%.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Zehdenick gab es den von vielen befürchteten langen Wahlabend. Nach Auszählung aller Stimmen war am späten Sonntagabend (23. Februar) erst gegen 23.31 Uhr klar, dass keiner der vier Kandidaten für das Bürgermeisteramt die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erringen wird, wenn auch den ganzen Wahlabend über eine Tendenz zu erkennen war.
Seit Beginn der Stimmenauszählung lagen zwei Kandidaten aber klar vorn. Sie lieferten sich den Abend über ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende überholte der parteilose Kandidat Alexander Kretzschmar (3038 Stimmen oder 37,6 Prozent) seinen Herausforderer von der AfD, René Stadtkewitz (3021 Stimmen, 37,3 Prozent), noch mit einem Vorsprung von 17 Stimmen. Beide müssen am 16. März 2025 zur Stichwahl antreten.
Parallel zur Bundestagswahl 2025 waren am Sonntag (23. Februar) bei der Wahl zum neuen Bürgermeister in Zehdenick insgesamt 11.320 Wahlberechtigte ab 16 Jahren zur Stimmabgabe aufgerufen. Nach Angaben von Wahlleiter André Ullmann verliefen die Wahlen störungsfrei. Insgesamt waren 155 Wahlhelfende im Einsatz. Zu nennenswerten Ausfällen aufgrund der auch in Zehdenick grassierenden Grippewelle kam es nicht.
Bürgermeisterwahl in Zehdenick – die Kandidaten
Raus dem Rennen um die Nachfolge von Lucas Halle (SPD), der nach nur gut zwei Jahren Amtszeit zum 31. Juli 2024 zurückgetreten war, sind nach dem ersten Wahlgang CDU-Kandidat Dennis Sucker (1553 Stimmen oder 19,2 Prozent) und der parteilose Stefan Senß. Auf ihn entfielen lediglich 478 Stimmen (5,9 Prozent). Damit landete er erwartungsgemäß abgeschlagen auf dem vierten Platz. Auffallend: Dennis Sucker konnte mehr bei den Briefwählenden punkten. In den Briefwahllokalen II (Ratssaal) und III (Stadtverwaltung) landete er jeweils sogar auf dem zweiten Platz vor dem AfD-Kandidaten. Bei der Urnenwahl am Sonntag (23. Februar) entschieden sich dann aber deutlich weniger für den CDU-Herausforderer.
René Stadtkewitz hatte seit Beginn der Stimmenauszahlung die Nase vorn. Dicht auf den Fersen war ihm Alexander Kretzschmar. Erst im Schlussspurt änderte sich die Reihenfolge. Damit kam es zu dem von vielen erwarteten Duell, hatten beide Kandidaten im Wahlkampf doch mit sehr konkreten Wahlprogrammen aufwarten können.
In den Ortsteilen Burgwall und Marienthal holte Stadtkewitz sogar mit 53,4 beziehungsweise 53,5 Prozent jeweils die absolute Mehrheit, während Kretzschmar in seinem künftigen Wohnort Krewelin sein bestes Ergebnis einheimste: 62,9 Prozent schenkten ihm dort das Vertrauen. Noch während des Wahlkampfs hatte der zurzeit noch im Nachbarkreis Havelland wohnende Kretzschmar angekündigt, bald nach Krewelin umziehen zu wollen, egal wie die Wahl ausgehen wird.

Das Interesse am Bürgermeister-Wahlkampf war groß: René Stadtkewitz (AfD), Alexander Kretzschmar (parteilos) und Dennis Sucker (CDU, von links) stellten sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Stefan Senß (parteilos) fehlte.
Martin RiskenErste Reaktionen zum Wahlausgang in Zehdenick
Als ein „schönes Zeichen für uns alle“ bewertete Alexander Kretzschmar am späten Sonntagabend (23. Februar) den Ausgang des ersten Wahlgangs. Als Erstes werde er jetzt das Ergebnis analysieren, um dann bei der Stichwahl am 16. März die Nase vorn zu haben. In den nächsten drei Wochen werde er weiterhin das Gespräch mit den Zehdenickerinnen und Zehdenickern im kleinen Kreis suchen und weniger auf große Veranstaltungen setzen.
Nicht überrascht war René Stadtkewitz vom Ausgang der Bürgermeisterwahl. „Das haben wir in etwa so erwartet“, sagte der AfD-Kandidat, der die nächsten Wochen bis zur Stichwahl nutzen möchte, um möglicherweise Unterschiede zwischen ihm und seinem Herausforderer Kretzschmar herauszuarbeiten. Zur Führung der Stadtverwaltung, die besser als ihr Ruf sei, brauche es Führungskompetenz und einen Masterplan. Beides habe er. Womöglich werde er auch noch das Thema „Seilschaften“ im Wahlkampf stärker als bisher den Fokus rücken. Seilschaften schadeten der Entwicklung der Stadt, so Stadtkewitz.

Ist für den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen in Zehdenick zuständig: Wahlleiter André Ullmann.
Martin Risken

