Hauptbahnhof Berlin: Frau mit Kind von Zug erfasst – neue Details bekannt

Rettungskräfte am Berliner Hauptbahnhof. Eine Frau und ein Kind sind von einem ICE erfasst worden. Die Frau verstarb.
Thomas Frey/dpaDer Gesundheitszustand des am Mittwoch (22. Mai) am Berliner Hauptbahnhof unter einen ICE geratenen Kindes ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft stabil. Die Vierjährige werde weiterhin intensivmedizinisch behandelt, teilte Pressesprecher Sebastian Büchner mit.
Die Mutter war bei dem Unglück am Mittwochabend von einem ICE erfasst worden und ums Leben gekommen.
Die Frau verstarb nach Angaben der Bundespolizei noch am Unfallort. Das Kind wurde mit schweren Verletzungen von einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Der Vorfall soll sich nach Angaben der Bundespolizei gegen 18:20 Uhr ereignet haben. Der Hintergrund ist bislang noch unklar.
Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte, eine Frau sei durch einen Zug tödlich verletzt worden. Er sprach zudem von einem Kleinkind, das „erheblich“ verletzt worden sei. Am Donnerstag gab eine Sprecherin der Polizei bekannt: Das vier Jahre alte Kind schwebt in Lebensgefahr. Der genaue Hintergrund des Vorfalls sei noch nicht abschließend geklärt. Die Umstände deuteten laut Polizei auf einen Suizid der 38-jährigen Mutter hin.
Polizeikräfte waren vor Ort, um Augenzeugen zu befragen. Auch Videoaufnahmen sollten ausgewertet werden, wie der Sprecher der Berliner Polizei sagte. Vor dem Hauptbahnhof waren ein Rettungshubschrauber und Rettungsfahrzeuge zu sehen.
Die Feuerwehr sprach auf der Plattform X von einem tragischen Unglück am Hauptbahnhof. „Seit 18:30 sind wir mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort.“ Auch Zeugen wurden betreut.
Hauptbahnhof Berlin gesperrt – Zugverkehr eingestellt
Der Hauptbahnhof wurde in der Folge gesperrt. Der Fernverkehr musste eingestellt werden und auch die S-Bahnen fahren zwischen den Bahnhöfen Tiergarten und Friedrichstraße nicht.
Wie die Deutsche Bahn bei X mitteilte, wurden die Gleise 11 bis 14 gesperrt. Die Sperrung hatte Auswirkungen bis nach Brandenburg. Mehrere Stunden wurde der RE1 über Gesundbrunnen umgeleitet, Fahrgäste mussten von und bis Erkner auf die S-Bahn ausweichen. In Fürstenwalde wurde gegen 21 Uhr über Lautsprecher durchgesagt, dass die Sperrung am Berliner Hauptbahnhof aufgehoben wurde, es aber weiter Verzögerungen gibt. Zu dem Zeitpunkt waren für einen Zug in Richtung Berlin 28 Minuten Verspätung angezeigt. Der Berliner Hauptbahnhof — ein Verkehrsknotenpunkt — wird normalerweise von bis zu 300.000 Menschen täglich frequentiert.
Die weiteren Ermittlungen übernimmt nach Angaben der Bundespolizei die Landespolizei.
Hinweis
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen oder Suizidversuche – außer, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.


