Klimaschutz: Fürstenberg will mehr Solaranlagen auf Dächer bringen

Über ihre Schönheit lässt sich streiten: Aber der Nutzen von Solaranlagen auf Dächern ist unbestritten.
Heike WeißapfelEingebracht hatte die Beschlussvorlage die Fraktion Vielfalt, in der sich nicht nur der Bündnisgrüne Tilman Kunowski exponiert für den Klimaschutz einsetzt. Mehrere Stadtverordnete verhehlten aber ihre Skepsis nicht. Etwa Thomas Burmann (CDU), der sich daran erinnerte, dass es im Sanierungsgebiet schwierig sein dürfte, Solaranlagen auf den Dächern zu installieren – allein wegen des Denkmalschutzes.
Technologien fortgeschritten
Andreas Intress (Die Linke) lenkte das Augenmerk auf das vor etwa zehn Jahren erarbeitete Klimakonzept für das Mittelzentrum. Bereits damals seien die kommunalen Gebäude auch für eine Tauglichkeit tabellarisch erfasst worden, sie mit Solaranlagen auszustatten. Vor allem der Altstadt sei attestiert worden. dies sei nicht möglich.
Tilman Kunowski gab zu bedenken, dass sich die Rahmenbedingungen mittlerweile erheblich geändert hätten. Und auch die technologischen Möglichkeiten inzwischen fortgeschrittener seien. David Röwer (Vielfalt) bekräftigte diese Überzeugung: „Vor zehn Jahren, das war damals wie Steinzeit bei diesen Technologien.“
Ina Hudicsek (Pro Fürstenberg) wunderte sich, dass es Abgeordnete gebe, die vor dem Hintergrund der Klimadiskussion dem Vorschlag von Vielfalt mit Skepsis begegneten. Es gebe neue Rahmenbedingungen und auch Anforderungen. „Die Möglichkeit, Solaranlagen auf kommunalen Dächern zu installieren, soll doch nur geprüft werden“, betonte Hudicsek. Denn es gehe inzwischen vor allem um Nachhaltigkeit.
Norman Kleßny (AfD) fragte nach den Kosten einer solchen Prüfung. Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) sagte, dies könne nur über den Daumen gepeilt werden, denn man sollte erst mal genau wissen, was geprüft werden soll. Bei 15 000 Euro könnte es etwa losgehen.
Zuvor hatte Philipp bereits bekräftigt, offen für einen solchen Prüfauftrag zu sein. Er schlage vor, eine entsprechende Summe in den Etat-Entwurf 2020 einstellen zu lassen.
Die Fraktion Vielfalt betonte in der Beschlussvorlage außerdem, es gebe mittlerweile auch andere Möglichkeiten der Vermarktung, etwa die Vermietung von Dachflächen. Aber erst einmal sollte ein Kataster dieser Flächen erarbeitet werden, so Kunowski.
Moderne Technik macht Solaranlagen attraktiv
Noch vor zehn Jahren galt die Photovoltaik als die unrentabelste Form, erneuerbare Energien zu gewinnen. Von 2011 bis 2017 sind die Kosten der Stromerzeugung aus Photovoltaik aber schon um fast 75 Prozent gefallen.
Bei Montagesystemen wird zwischen Aufdach-Systemen und Indach-Systemen unterschieden. Bei einem Aufdach-System für geneigte Hausdächer wird die Photovoltaik-Anlage mit Hilfe eines Montagegestells auf dem Dach befestigt. Bei Indach wird das System in die Dachhaut integriert.⇥pilz