Tierheim Tornow: Nach Rettung von 31 Hunden – Vermittlung und weitere Probleme

Husky Kellly hat nur drei Beine und wurde in Hennigsdorf gerettet. Das Tierheim Tornow nahm vorerst 31 Hunde nach ihrer Rettung bei sich auf.
Thomas PilzTierfreunde haben die Nachricht mit Fassungslosigkeit aufgenommen: 31 Hunde wurden im August 2023 von einem Privatgrundstück in Hennigsdorf „beschlagnahmt“. Sie wurden ins Tierheim Tornow gebracht. Unter ihnen eine dreibeinige Hündin und weitere kränkelnde Tiere, darunter ein Hund, der einen Schlaganfall überlebte. Was aus ihnen wurde, berichtet Maria Erler, Leiterin des Tierheims und Chefin des Tierschutzvereins Oberhavel.
Vier Tage lang herrschte der Ausnahmezustand. Das Problem: im Tierheim gibt es kaum Platz für weitere Tiere. „Uns wurde außerdem gesagt, es seien ja nur 20 kleine Hunde, dann hieß es, etwa zehn größere kämen hinzu“, erinnert sich Erler. Am Ende waren es lediglich vier kleine Hunde, die restlichen 27 waren alle mindestens kniehoch.
Tierheim an der Belastungsgrenze
Das Tierheim habe nur wegen der dramatischen Situation zugesagt. Das hätten die Verantwortlichen beim Landkreis im Veterinäramt rasch verstanden. Für Abhilfe wurde vier Tage später gesorgt. Zehn Hunde wurden in ein anderes Tierheim gebracht – ins Tierheim am See bei Eisenhüttenstadt (Oder-Spree).
Ist die Situation jetzt entspannt? „Von wegen, wir sind an der Belastungsgrenze“, erklärt Maria Erler, die seit fast anderthalb Jahren die Chefin des Tierschutzvereins in Oberhavel ist. Der Verein ist eine auf fast rein privater Spendenbasis betriebene Vereinigung, abgesehen von kommunalen Mitteln für den Tierschutz.

Die Chefin des Tierschutzvereins, Maria Erler, freut sich über einen nagelneuen Hydrotrainer. Das ist ein Unterwasser-Laufband für Hunde.
Thomas PilzTierheim Tornow kämpft mit dauerhafter Überbelegung
Fakt sei, „wir sind nach wie vor voll: 80 Katzen sind in Pflege und 35 Hunde, außerdem noch viele Freigängerkatzen, mehr geht einfach nicht“, erklärt die gelernte Zootierpflegerin. Eine permanente Krise, wobei alles darauf hindeute, dass es noch schlimmer wird. „Denn allmählich zeigt sich am Verhalten der Tierhalter mit Deutlichkeit, dass die Kosten für einen Veterinär enorm gestiegen sind, ebenso für Medikamente.“
Sie könne den Tierhaltern deshalb nur ans Herz legen, eine Krankenversicherung für Tiere abzuschließen. Das sorge für eine gewisse Absicherung. Maria Erler weiß aber auch von einem Lichtblick zu berichten, von einer dreibeinigen Hündin, die im August gerettet wurde. Sie konnte vermittelt werden. Bange machen, das gelte sowieso nicht, betont die 1987 in Dresden geborene Tierschützerin, die ihre erste berufliche Herausforderung im Wildpark Schorfheide hatte. Der Verein arbeitet nach ihren Worten zielstrebig an seinen Projekten.
Neue Projekte und glückliche Vermittlungen im Tierheim
Zum Beispiel wolle man einen kleinen Park für die mindestens 24 Freigängerkatzen schaffen. „Wir werden voraussichtlich Anfang kommenden Jahres eine extra Einfriedung bauen“, kündigt sie an. Außerdem werden zurzeit drei kleinere Nebengelasse auf dem Heimgelände direkt am Hauptweg runderneuert. Die Bauarbeiten haben zum Ziel, dass dort moderne Unterstellmöglichkeiten entstehen. Sowohl für ein Futterdepot als auch für Material und Werkzeuge.
Lebensretter im Tierheim-Alltag
Positiv sei, dass sich viele Ehrenamtler finden würden, die mit den verwaisten Hunden regelmäßig Gassi gehen. Eine wichtige Funktion, denn sonst könnten diese sozialen Wesen eines Tages neurotisch werden. Erfreulich sei zudem, dass die Spendenbereitschaft ungebrochen sei, mit anderen Worten, viele Tierfreunde sorgten dafür, dass stets Futter gekauft werden kann. Man benötige halt eine riesige Menge an Futter.
Dank Spenden Unterwasser-Laufband für Hunde
Besonders erfreulich für Maria Erler ist ein Umstand, den sie nicht hoch genug einschätzen kann als gelernte Tier-Physiotherapeutin: „Wir konnten uns dank Zuwendungen ein modernes Unterwasser-Laufband für Hunde anschaffen“, erklärt die Vereinschefin und strahlt. Was nicht bedeutet, dass die Tiere unter Wasser laufen, wie der Begriff nahelegen könnte. „Das Band befindet sich in einem warmen Wasserbad, die Tiere können dann auf ihm laufen und so die Muskulatur und die Gelenke fit halten“, erläutert sie.

