Die Anzeichen sind unübersehbar. Die Holzbuden stehen, erste Deko wird angebracht. Das Schloss und Gut Liebenberg verwandelt sich gerade wieder in einen Traum von Weihnachtsmarkt. Zwei Jahre mussten Händler und Gäste auf den Weihnachtsmarkt wegen der Bestimmungen rund um die Corona-Pandemie verzichten. Doch jetzt steht dem Fest nichts mehr im Weg. Doch es gibt Veränderungen.
Das Telefon steht nicht still. Robert Kallweit-Bünger ist ein gefragter Mann. Bei ihm laufen die Fäden für den Weihnachtsmarkt auf Schloss und Gut Liebenberg zusammen.
Nach 2019 und der Corona-Zwangspause öffnet der beliebte Weihnachtsmarkt am Sonnabend, 26. November, um 12 Uhr zum ersten Mal wieder seine buntgeschmückten Pforten. 8000 bis 10.000 Menschen werden an jedem Tag erwartet. So viele waren es im Schnitt bei den vergangenen Märkten. Liebenberg ist ein Besuchermagnet. Damit es auch dieses Jahr so wird, soll auf Bewährtes zurückgegriffen werden, so Kallweit-Bünger. „Romantisch, besinnlich, bodenständig und rustikal soll es wieder werden.“
Robert Kallweit-Bünger organisiert seit Jahren mit Herz und Seele den großen Weihnachtsmarkt auf Schloss und Gut Liebenberg.
Robert Kallweit-Bünger organisiert seit Jahren mit Herz und Seele den großen Weihnachtsmarkt auf Schloss und Gut Liebenberg.
© Foto: Burkhard Keeve

Neue Händler und Bewährtes sind gebucht

Das hat in Liebenberg Tradition. Massenwaren und Stände mit Ramsch gibt es nicht. Rauchende Feuerschalen, gedämpftes Licht, kein Bling-Bling oder Krachmusik. Dafür eine Mischung aus Kunsthandwerk, Kleinstmanufakturen und Qualität. Einige neue Anbieter sind hinzugekommen. Ausgesucht von Robert Kallweit-Bünger. „Die Chemie muss stimmen“, sagt er. Jetzt sind 105 Stände im Innen- und Außenbereich sind belegt. 40 vom eigenen Schloss-Betrieb. Darin werden zum Beispiel Glühwein, Grünkohl, Maronen und Waffeln angeboten. „Zehn Stände sind noch frei“, sagt Kallweit-Bünger. Aber da klingelt schon wieder das Telefon.
Die Weihnachtsbuden aus Holz für den Weihnachtsmarkt Liebenberg sind schon 20 Jahre alt. Jedes Jahr werden sie ausgebessert.
Die Weihnachtsbuden aus Holz für den Weihnachtsmarkt Liebenberg sind schon 20 Jahre alt. Jedes Jahr werden sie ausgebessert.
© Foto: Burkhard Keeve
Nicht alle Händler hätten die Corona-Phase überlebt, sagt Kallweit-Bünger. „Oder sie sind in dieser Phase in Rente gegangen“, hat der Organisator festgestellt, wie etwa ein Käsehändler, oder ein Fischer aus Netzeband. Insgesamt seien anfangs die Händler schwer zu überzeugen gewesen, am Weihnachtsmarkt teilzunehmen.
„Die Verunsicherung nach Corona war deutlich zu spüren. Die Händler hatten Angst, wieder auf ihren schon eingekauften Waren sitzen zu bleiben.“ Und immer noch schwebt das Virus über der Veranstaltung. Plan B sei wieder Masken zu tragen und in den großen Veranstaltungsräumen (Mistelscheune und Rinderstall), den Einlass zu begrenzen. Aber der Weihnachtsmarkt soll stattfinden. Kallweit-Bünger: „Ein Abbruch wäre fatal.“

Höherer Eintrittspreis für den Weihnachtsmarkt

Corona und die Krise durch den Krieg in der Ukraine geht auch nicht in Liebenberg spurlos vorbei. Statt fünf Euro Eintritt, werden jetzt sieben Euro verlangt. „Die Preise gehen durch die Decke, wir müssen diesen Schritt leider gehen“, sagt der Weihnachtsmarkt-Manager. Um Energie zu sparen, seien schon seit fünf Jahren schon LED-Lichter beim Weihnachtsschmuck im Einsatz. Aber die Zahl der Feuerschalen, an denen sich die Besucher aufwärmen, wird reduziert. „Wir haben hart darüber diskutiert, ob wir ganz darauf verzichten“, sagt Robert Kallweit-Bünger. Aber die Holzfeuer gehörten zum Weihnachtsmarkt einfach dazu.
Nach zwei Jahren Zwangspause durch Corona wird dieses Jahr wieder ein Weihnachtsmarkt im Liebenberg Schloss und Gut an den vier Adventswochenenden stattfinden.
Vorbereitungen nach Corona-Pause
Nach zwei Jahren Zwangspause durch Corona wird dieses Jahr wieder ein Weihnachtsmarkt im Liebenberg Schloss und Gut an den vier Adventswochenenden stattfinden. Vorbereitungen nach Corona-Pause
© Foto: Burkhard Keeve

Der wichtigste Mitarbeiter ist gefunden: der Weihnachtsmann

80 bis 90 Prozent der Händler auf dem Weihnachtsmarkt kommen aus der Region Berlin-Brandenburg. Aus Oberhavel sind zum Beispiel die Bäckerei Stadige aus Bergsdorf dabei. Es gibt noch Honig aus Neuholland und Glühbier aus Zehdenick. Erstmals wird auch Gegrilltes vom Bergsdorfer Wiesenrind in Liebenberg angeboten. Die Stände sind verteilt. Die Händler wissen, wann sie kommen und aufbauen müssen.
Eine Allee führt im Schloss und Gut Liebenberg direkt zum Eingang vom Weihnachtsmarkt. Jetzt fehlt nur noch der Schnee.
Eine Allee führt im Schloss und Gut Liebenberg direkt zum Eingang vom Weihnachtsmarkt. Jetzt fehlt nur noch der Schnee.
© Foto: Burkhard Keeve
Der Weihnachtsengel ist gefunden und auch der wichtigste Mann in dieser Zeit hat seinen Vertrag unterschrieben: der Weihnachtsmann. An jedem Adventswochenende ist er im Einsatz. „Das ist ein Knochenjob“, sagt Robert Kallweit-Bünger. Ihn zu finden, sei schwieriger gewesen, als der Engel. Schon im Sommer habe er mit der Suche begonnen.
Viele Geschichten und wichtige Informationen rund um die Adventszeit finden Sie auf unserer Themenseite.

Helfer für Weihnachtsmarkt gesucht

80 Helferinnen und Helfer, darunter viele Schülerinnen und Schüler (Mindestalter 16 Jahre) sind schon fest für die vier Adventswochenenden in Liebenberg eingestellt. Sie werden zum Beispiel in den Ständen oder an der Kasse eingesetzt.
Weitere Mitarbeitenden auf 520-Euro-Basis werden aber gesucht. Pro Stunde verdienen über 18-Jährige zwölf Euro, Jüngere erhalten zehn Euro.
Ansprechpartnerin ist Ute Rathenow. Kontakt: 033094 700530.