Eis in Berlin-Spandau: Kreationen von Promi-Koch Tim Mälzer – diese Sorten sind neu

Fernsehkoch Tim Mälzer und Streetwear-Experte Christian „Fu“ Boszczyk haben gemeinsam ein Eisprojekt gestartet. Die Geschmackssorten ihres Eis‘ sind außergewöhnlich. Am beliebtesten ist die Sorte Franzbrötchen.
Enes KucevicAusgefallene Eis-Sorten sind inzwischen nichts Seltenes mehr. Dennoch schaffen es einige Eismanufakturen, immer wieder mit besonderen Kreationen zu überraschen. So wie das neue Eis von Promi-Koch Tim Mälzer und seinem Partner Christian „Fu“ Boszczyk.
„Mälzer & Fu – Ice C.r.e.a.m Creation“ heißt ihr gemeinsames Eisprojekt. Mit den Geschmackssorten Franzbrötchen und Pistachio White Choc will das Duo den Markt erobern.
Promi-Eis mit ausgefallenem Geschmack
„Tim und ich, wir denken gerne groß“, verrät Christian Boszczyk. „Wir hatten die Hoffnung, dass wir zumindest in absehbarer Zeit auf dem deutschen Markt konkurrenzfähig werden.“ Der Verkaufsstart hat ihre Erwartungen dann sogar übertroffen. Seit Herbst 2023 sind die Eigenkreationen von Mälzer und Fu auf dem Markt. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir auf Anhieb in der Champions League mitspielen.“
Die neuen Eiskreationen tragen Namen wie „Vanilla-Cola Float“, „Lemon Basil Bash“ oder „Pistachio White Choc“. Doch neben dem veganen Vanilleeis mit Cola, Zitroneneis mit Basilikum oder einer Kombination aus weißer Schokolade und Pistazien-Eis ist der absolute Liebling die Sorte Franzbrötchen.

Das neue Eis von Promi-Koch Tim Mälzer und Chris „Fu“ Boszczyk übertrifft alle Erwartungen. Vor allem die Geschmackssorte Franzbrötchen ist der Renner. Unter der Marke „Mälzer & Fu – ICE C.R.E.A.M Creation“ sind jedoch noch weitere außergewöhnliche Geschmackssorten zu finden.
Jessica NeumayerAuf die Idee sei Mälzer gekommen. „Er hat dann auch die Franzcreme für das Eis erfunden.“ Die anderen Geschmackssorten seien im Wechselspiel zwischen Mälzer und Boszczyk entstanden. „Ich habe die ausgefallenen Ideen, und der Feinschliff kommt von Tim“, verrät Boszczyk. Basis seien immer klassische Eissorten. So sei auch die Sorte „Strawberry Balsamico Blast“ entstanden – Erdbeereis mit einer Balsamico-Note.
Mälzer Eis aus Spandauer Produktion
Für die Produktion und Rezeptur haben sich die Partner für eine Eismanufaktur in Spandau entschieden. „Weil Olaf Höhn ein in Deutschland einzigartiges Geschäftsmodell betreibt: handwerklich abgefülltes, handgemachtes Eis“, sagt Boszczyk. Schon nach den ersten Geschmacksproben seien Mälzer und er überzeugt gewesen.

In der Eismanufaktur von Olaf Höhn (rechts) – sonst eher bekannt für Florida Eis – wird auch das Eis „Mälzer & Fu" von Fernsehkoch Tim Mälzer und Chris „Fu“ Boszczyk handgerührt. Hier testet Olaf Höhn mit einer Mitarbeiterin die Zutaten für das beliebte Franzbrötchen-Eis.
Jessica NeumayerOlaf Höhn ist für seine Eisproduktion über Spandau hinaus bekannt. Der Inhaber der Florida Eis GmbH und der zwei Florida Eis green Cafés in Spandau entwickle stets neue Wege, Eis noch leckerer zu machen. Dass die Produktion dann noch CO₂-neutral ist, sei für Mälzer und Boszczyk noch ein überzeugender Bonus gewesen.
Probleme und Lösungen bei der Produktion
Seitdem wird in der Eismanufaktur am Rande Spandaus auf Hochtouren gerührt und abgefüllt. „Wir haben einen neuen Schichtbetrieb aufgebaut“, berichtet Höhn. Das Personal für die Produktion wurde auf 200 Personen verdoppelt. Ein weiterer Personalleiter werde noch gesucht. „Pro Schicht rühren 55 Personen das Eis.“ Zwei Schichten gebe es pro Tag. „Die dritte Schicht brauchen wir für die Reinigung.“
Im Betrieb seien nicht alle einverstanden gewesen mit der Entscheidung des Chefs, den Auftrag einer neuen Eisproduktion anzunehmen. Nachdem es so gut angelaufen ist, seien aber alle begeistert. Als Geschäftsmann mit über 50 Jahre Erfahrung müsse man halt auch mal Entscheidungen alleine treffen, sagt Höhn.

Das Besondere an der Eismanufaktur in Spandau ist, dass das Eis mit der Hand gerührt und abgefüllt wird. Nach dem Abfüllen werden die Eispackungen weiter in Richtung Waage und Schockfroster transportiert.
Jessica NeumayerNun gilt es, organisatorisch alles unter einen Hut zu bekommen. Höhn weiß, dass es immer irgendwo zu Reibungen kommen wird. Das habe er alles schon mitgemacht und es könne immer eine Lösung gefunden werden, sagt der Geschäftsmann. Dass es zu Lieferschwierigkeiten des eigenen Florida Eises kommen wird, schließt Höhn aus. Schließlich sei das Mälzer-&-Fu-Eis nicht die erste Produktion neben Florida Eis.
Florida-Eis-Manufaktur erweitert Portfolio
Kooperationen bestehen bereits mit der Confiserie Leysieffer und auch für den RBB wird in Höhns Fabrik ein spezielles Sandmännchen-Eis hergestellt. Ebenso gibt es eine weitere Eisentwicklung mit dem Namen „König Ludwig Glace Royale“ aus dem Hause Höhns und eine Kooperation mit dem rappenden Nilpferd Dikka, aus der das Eis „Pommes mit Mayo“ hervorgeht.
Problematisch könnte es vor allem in Hinsicht Lagerung werden. Um dem entgegenzuwirken, habe der Eisfachmann schon weitere Kühlzellen gekauft. Auch die Anzahl der traditionellen Eismaschinen wurden von 15 auf 26 aufgestockt. Der Fuhrpark wurde ebenfalls erweitert und mehr Personal für den Außendienst eingestellt.
Verpackung als Teil der Eis-Erfahrung
Den Verkaufsstart des neuen Eises haben Mälzer, Boszczyk und Höhn bewusst auf den Oktober 2023 gesetzt. So gab es genug Zeit, um eventuelle Anfangsschwierigkeiten vor der Sommersaison auszubessern. „Wir haben täglich neue Learnings“, bestätigt Boszczyk.
Besonders herausfordern seien die Becher mit den abgerundeten Ecken gewesen. „Die sind eher ungewöhnlich und schwerer zu befüllen.“ Eine weitere Besonderheit an der Verpackung sind die darauf abgebildeten Zeichnungen – von Boszczyk als „im Betty-Boop-Comicstile“ bezeichnet. Auf jeder Packung gibt es kleine Details und Texte, die zum Eis passen. „Jede Eis-Sorte hat eine eigene Figur“. Das sei die beste Grundlage, um eine Markenwelt zu erschaffen. „Unser Eis soll nicht nur schmecken, sondern eine Kultur zelebrieren“, sagt der Marketingexperte.
Von Mode zu Eis – wie die Idee real wurde
Dass Mälzer und Boszczyk mal ein Eis zusammen machen, war nicht von Anfang an geplant. Boszczyk kommt eigentlich aus der Textilbranche. Sein Modeunternehmen BSTN Store GmbH produziert Kleidung, beeinflusst von der Hip-Hop- und Basketball-Kultur der 90er. „Tim hat sehr oft unsere Eigenmarke getragen.“ Als sich Boszczyk dafür bedanken wollte, haben sich beide auf Anhieb verstanden und wollten etwas gemeinsam auf die Beine stellen. „Wir hatten die Idee, meinen modischen mit Tims kulinarischem Hintergrund zu verbinden.“

Beim traditionell mit der Hand abgefülltem Eis können die Mengenangaben nicht ganz genau sein. Damit nicht zu wenig in der Packung ist, gibt es die Kontrollstation. Bevor das Eis in den Kühlraum kommt, wird jede Packung gewogen.
Jessica NeumayerBeim gemeinsamen Gedankenaustausch wurden die T-Shirts mit kulinarischen Motiven dann jedoch schnell verworfen. Stattdessen seien sie aufs Eis gekommen. „Das war die interessanteste Idee, weil man sich kreativ gut austoben kann“, sagt Boszczyk.
Zudem haben sie eine Marktlücke erkannt. Seitdem ist Boszczyk in Vollzeit verantwortlich für das Eisprojekt. „Weil wir auch so einen Von-null-auf-hundert-Start hingelegt haben“. Seit einem Jahr tüfteln der Markenentwickler und der Koch am Konzept vom Mälzer-&-Fu-Eis. Bei seinem Textil-Gewerbe sei Boszczyk nur noch operativ tätig.
Boszczyk beschreibt sich und Mälzer als Kompetenzduo mit Qualitätsanspruch. „Bei uns entwickelt ein erfahrener Koch ein Lebensmittelprodukt und er hat sich einen erfahrenen Marketingexperten an Land gezogen. Bei uns wird nicht nur der Name auf ein Produkt geschrieben, damit es sich besser verkauft.“
Ziele und Expansion-Pläne
Mälzer und Boszczyk wollen mit ihrem Eis nicht nur einen Sommer da sein – sie wollen eine Marke werden, „die für Qualität und für tolles Eis steht“. 2024 sind schon einig Pop-Up-Eisdielen geplant. „Eine wird vor dem Outlet-Center Metzingen stehen.“ Die zweite temporäre Eisdiele werde bei Mälzers Bullerei in Hamburg zu finden sein.
„Für 2025 erarbeiten wir eine Art Franchise System“, verrät Boszczyk. Ziel sei es, das Eis in die stationären Dielen zu bringen. Bisher ist das Eis vor allem im Kühlregal von Rewe zu finden. Der Supermarkt hält derzeit nämlich die exklusiven Lieferrechte.


