Krankenhaus Hennigsdorf
: Petition gegen Schließung – eine Stadt unterstützt sie nicht

Bürgermeister Thomas Günther ruft die Einwohner auf, sich für den Erhalt des Krankenhauses in Hennigsdorf einzusetzen. Velten und Oberkrämer unterstützen den Protest, eine Stadt tut das nicht.
Von
Roland Becker
Hennigsdorf
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Dr. Detlef Troppens, Chef der Oberhavel Kliniken (links), mit Landrat Alexander Tönnies

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Dr. Detlef Troppens, Chef der Oberhavel Kliniken (links), und Landrat Alexander Tönnies freuten sich beim Richtfest für den neuen OP-Trakt des Krankenhauses Hennigsdorf. Jetzt wollen beide den Klinik-Standort abwickeln. (Archivbild)

Kerstin Neubauer/Oberhavel Kliniken
  • Hennigsdorf wehrt sich gegen die geplante Schließung des Krankenhauses, unterstützt durch eine Petition.
  • Bürgermeister Günther und weitere Städte, darunter Velten und Oberkrämer, unterstützen den Protest.
  • Die Petition hat bisher 11.847 Unterschriften gesammelt und kann in mehreren Einrichtungen unterzeichnet werden.
  • Ziel ist es, die Schließungspläne zu stoppen und alternative Lösungen zu finden.
  • Übergabe der Unterschriften ist für den 12. März geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Protest gegen die Pläne von Landrat Alexander Tönnies (SPD) und Oberhavel-Kliniken-Geschäftsführer Detlef Troppens, das Krankenhaus in Hennigsdorf mittelfristig zu schließen, greift immer weiter um sich. Im Mittelpunkt steht dabei die von Diana Krüger initiierte Petition. Mittlerweile unterstützt nicht nur Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther (SPD) die darin enthaltenen Forderungen. Mindestens drei weitere Städte und Gemeinden haben sich angeschlossen. Eine nicht.

Im Aufruf der Stadt Hennigsdorf heißt es: „Bürgermeister Thomas Günther sowie das Führungsteam der Stadtverwaltung Hennigsdorf stehen hinter der von der Bürgerin Diana Krüger angeschobenen Petition. Die kann von jeder Hennigsdorferin und jedem Hennigsdorfer im Internet unterzeichnet werden.“ Die Petition trägt bisher 11847 Unterschriften (Stand 20. Februar/10.50 Uhr).

Unterstützung aus Velten, Oberkrämer und Schönwalde/Glien

Auch Oberkrämer-Bürgermeister Wolfgang Geppert (Freie Wähler) äußert sich klar. Auf der Internetseite der Gemeinde argumentiert er: „Der Standort des Krankenhauses Hennigsdorf stellt auch für das Gemeindegebiet Oberkrämer eine wichtige Instanz der Gesundheitsversorgung dar.“

In der Gemeindeverwaltung von Oberkrämer liegen die entsprechenden Listen bis zum 7. März an folgenden Stellen aus: Sekretariat Raum 2.16 und Hauptamt Raum 2.20.

Für Velten bestätigt deren Pressesprecherin Stefanie Steinicke-Kreutzer, dass sich die Stadt der Hennigsdorfer Initiative ebenfalls anschließt. Die Petition kann im Bürgerservice, Rathausstraße 17, und in der Stadtbibliothek im Kommunikationszentrum unterzeichnet werden.

Auch im Rathaus von Schönwalde/Glien kann das Schreiben unterzeichnet werden. Für die Einwohner der sozusagen vor den Toren Hennigsdorfs liegenden Gemeinde ist das hiesige Krankenhaus das nächstgelegene.

Hohen Neuendorf lehnt Unterstützung ab

Ganz anders reagiert Hohen Neuendorf, wohin sich Bürgermeister Günther ebenfalls mit der Bitte um Unterstützung gewandt hat. Pressesprecher Daniel Dinse ließ ausrichten, dass Hohen Neuendorfs Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) die Initiative nicht unterstützt. Auf die Frage, ob es dafür Gründe gebe, antwortete Dinse: „Es gibt Argumente. Aber der Bürgermeister möchte keine Gründe angeben.“

Wo die Petition gegen die Schließung in Hennigsdorf ausliegt

In Hennigsdorf lässt der Bürgermeister die Listen weit streuen. Bis zum 10. März kann die Petition in folgenden städtischen Einrichtungen unterstützt werden: im Rathaus Hennigsdorf, in der Stadtinformation, in der Stadtbibliothek (Am Bahndamm), im Stadtklubhaus an der Edisonstraße und im Foyer des Stadtbads. Laut Bürgermeister Günther möchte Diana Krüger als Initiatorin des Protests die Unterschriftenlisten am 12. März während der Sitzung des Kreistags Oberhavel überreichen.

Laut Tönnies und Troppens ist es mit Verweis auf die Krankenhausreform des Bundes aus wirtschaftlichen Gründen und für den Erhalt der Oberhavel Kliniken unabdingbar, die beiden Stadtorte Hennigsdorf und Oranienburg mittelfristig auf den in der Kreisstadt zu konzentrieren. Dafür soll das dortige Krankenhaus ausgebaut werden. Über die Kosten eines Anbaus ist trotz Nachfrage in der Kreisverwaltung noch nichts bekannt. Das gilt auch für eine angestrebte Umnutzung der Bettenhäuser in Hennigsdorf.

Kampf gegen die Krankenhaus-Schließung in Hennigsdorf

Doch dazu soll es laut Thomas Günther gar nicht erst kommen. Für ihn hat der Erhalt des Krankenhauses höchste Priorität. Er appelliert: „Es gibt nichts Wichtigeres, als die Gesundheitsversorgung für alle Menschen in unserer Stadt abzusichern und den Standort Hennigsdorf der Oberhavel Kliniken GmbH langfristig zu sichern. Dafür müssen jetzt Pläne auf den Tisch.“

In genau diese Richtung geht auch ein mit Michael Wobst, Vorsitzender des Stadtparlaments, gemeinsam formulierter Beschluss, den alle Fraktionen unterstützen.  Darin werden der Landrat, der Kliniken-Chef und die Mitglieder des Aufsichtsrates der Oberhavel Kliniken aufgefordert, von den vorliegenden Planungen Abstand zu nehmen. Die Mitglieder des Kreistags werden aufgerufen, dem Aus für das Krankenhaus Hennigsdorf nicht zuzustimmen. Stattdessen sollen sie sich für Alternativen einsetzen, die die drei Standorte Hennigsdorf, Oranienburg und Gransee erhalten.