Baum in Königs Wusterhausen: Darum werden in der Innenstadt mehrere Bäume gefällt

In der Innenstadt von Königs Wusterhausen bearbeiten Nils Knaupe und Neo Rathfux (rechts) die Bäume in luftiger Höhe mit der Motorsäge.
Marlene Wetzel- In Königs Wusterhausen werden 25 Bäume aus Sicherheitsgründen bearbeitet, 3 davon gefällt.
- Baumpfleger Nils Knaupe (19) und Neo Rathfux (18) arbeiten teils in 23 Metern Höhe mit Hebebühne.
- Maßnahmen umfassen Lichtraumprofilschnitte, Totholzentfernung und Beseitigung von Efeu.
- Herbst ist Hauptzeit für Baumpflege; Nestschutz und Naturschutz im Sommer haben Priorität.
- Baumpflege erfolgt auch per Seilklettertechnik – Arbeiten dauern bis 27.10 und 28.10 an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„‚Heyyy!‘ Manchmal muss ich echt laut schreien, weil die Leute trotz Warnschilder einfach weitergehen oder -fahren“, erzählt Neo Rathfux. Der 18-Jährige ist Baumpfleger. Gemeinsam mit seinem Kollegen Nils Knaupe schneidet er die Bäume rund um das Gelände des Hockeyvereins zurecht.
Mit schwerem Gerät werden sie insgesamt 25 Bäume bearbeiten. Nachdem ein Gutachter die Silberweiden, Linden und Eichen inspiziert hatte, wurden die Beiden von der Stadt beauftragt. Von den 25 Bäumen müssen sie drei – wegen Käferbefall – fällen, bei anderen müssen sie zum Beispiel Totholz entfernen, bei wieder anderen baumfremden Bewuchs, nämlich Efeu entfernen oder sogenannte Lichtraumprofilschnitte vornehmen. Lichtraumprofilschnitte, so erklärt Rathfux, müssen gemacht werden, um die Sicherheit von Menschen zu gewährleisten, Fahrzeugen freie Fahrt zu ermöglichen und Straßenlaternen, Oberleitungen, Ampeln oder Signale vor Schäden zu schützen.
Bäume in der Innenstadt von KW teilweise zu schwer
Am Beispiel einer Silberweide, die an der Ecke des Geländes, direkt am Nottekanal steht, erklärt Rathfux die Notwendigkeit der Pflege. Der Baum sei so schwer, dass er auf die daneben stehende Linde und den Zaun darunter drücke. Und tatsächlich hat sich der Zaun schon unter der Last der Zweige gen Boden geneigt. Das Seil in den Wipfeln lasse zudem darauf schließen, dass die Krone des Baumes schon mal gesichert worden sei. Rathfux deutet nach oben, während Knaupe immer weitere Äste absägt.
Angefangen haben die beiden bereits letzte Woche Donnerstag (23.10). An diesem Donnerstag (27.10) und Freitag werden sie auch noch den ganzen Tag beschäftigt sein, weiß Rathfux. „Wir arbeiten manchmal 15 Stunden am Tag, schließlich werden wir nach Auftrag bezahlt. Immer draußen, bei Wind und Wetter.“
„Wenn der Wind bläst, kann es da oben schon mal ganz schön wackeln“, freut er sich, „da darf man keine Höhenangst haben.“ Die Hebebühne, mit der sich die beiden in Königs Wusterhausen in die Höhe schwingen, könne 23 Meter ausfahren, es gebe aber auch welche, die bis zu 30 Metern reichen.
In besagten 23 Metern Höhe führt Knaupe vor, wie er die Hebebühne steuert: „Mit zwei Joysticks wie bei der Playstation.“ Hier oben ist es weniger wackelig als gedacht, dafür hat man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt. In der Krone der Silberweide ist ein Vogelnest zu sehen. „Das muss unbedingt bleiben“, weiß der 19-Jährige. Der Herbst sei die typische Zeit für die Baumpflege, im Sommer sei sie aus Naturschutzgründen, etwa nistenden Vögeln größtenteils verboten, sagt er noch, dann lässt er die Kettensäge an und geht einem Ast an den Kragen.
In Geäst, wo sie nicht mit der Hebebühne hinkommen, müssen die Baumpfleger selbst klettern. Seilklettertechnik nennt sich das. „Das ist noch aufregender als die Hebebühne“, findet Rathux, „weil man immer aufpassen muss, dass man nicht aus Versehen die Sicherung durchtrennt.“ Ob die Beiden privat klettern? „Ich gehe gerne in den Kletterwald, aber ansonsten nicht“, gibt Rathux zu. Er gehe auch nicht gerne klettern, sagt Knaupe, aber viele andere Baumpfleger seien leidenschaftliche Kletterer.
Am liebsten würden die jungen Männer auch ihre Hexelmaschine vorführen, die sie mit dem herabgefallenen Holz füttern. Rathfux und Knaupe haben wirklich Spaß an ihrer Arbeit, so der Eindruck. Und mit seinen 19 Jahren ist Knaupe sogar schon selbstständig tätig – in ganz Berlin und Brandenburg.






