Brand in Königs Wusterhausen
: Wie geht es nach dem Unglück für die Familie weiter?

Ein verheerendes Feuer hat das Leben einer fünfköpfigen Familie aus Königs Wusterhausen von jetzt auf gleich verändert. So ist der Stand.
Von
Jana Scholz
Königs Wusterhausen
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Ein Feuer hat einer fünfköpfigen Familie das Zuhause genommen. Die Wohnung im vierten Stock ist derzeit nicht bewohnbar.

Ein Feuer hat einer fünfköpfigen Familie das Zuhause genommen. Die Wohnung im vierten Stock der Plattenbausiedlung in Königs Wusterhausen ist derzeit nicht bewohnbar.

Jana Scholz
Ein Feuer zerstörte das Zuhause einer fünfköpfigen Familie in Königs Wusterhausen. Der Brand brach auf einem Balkon aus, als ein 10-Jähriger allein zu Hause war. Die Familie erhielt eine Notwohnung, doch die Zukunft ist unklar. Der Schaden beträgt 30.000 Euro, Spendenaktionen laufen. Die Familie hat weder Hausrat- noch Haftpflichtversicherung. Die Ursache des Brands wird ermittelt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schwarzer Ruß, so weit das Auge reicht. Als am Samstag, 8. März, um 15:49 Uhr die Feuerwehr alarmiert wurde, war noch nicht absehbar, dass es sich dieses Mal um einen Brand mitten in einer Königs Wusterhausener Wohnsiedlung handelt.

Auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses im Schenkendorfer Flur war im vierten Stock ein Feuer ausgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt war ein 10-Jähriger alleine zu Hause in der Wohnung. Wie die Deutsche Presseagentur dpa zunächst berichtet hatte, soll es den ersten Erkenntnissen zufolge einen lauten Knall auf dem Balkon gegeben haben, wonach dann das Feuer ausgebrochen sei. Auch will man eine wegrennende Person gesehen haben, hieß es dort weiter.

Polizei ermittelt – Verdacht der schweren Brandstiftung

Beide Sachverhalte kann die Polizeidirektion Süd in Cottbus, die derzeit in diesem Fall ermittelt, nicht bestätigen. Nach Angaben von Pressesprecher Maik Kettlitz gibt es aktuell den Verdacht der schweren Brandstiftung, weil Menschenleben durch das Feuer in Gefahr waren. Nach aktuellem Stand werde gegen Unbekannt ermittelt. Wie MOZ.de erfuhr, wird seitens der Ermittler nicht ausgeschlossen, dass das Kind selbst für das Feuer verantwortlich sein könnte. Die Polizei will das offiziell nicht kommentieren.

Weiterhin ist unklar, wie es nun für die Familie weiter geht. Nach den Löscharbeiten, zu denen die Feuerwehr der Stadt Königs Wusterhausen am Samstagnachmittag mit acht Fahrzeugen und rund 50 Kameraden ausrückte, ist die Wohnung der fünfköpfigen Familie derzeit nicht bewohnbar.

30.000 Euro Schaden – Spendenaufruf in sozialen Medien

Momentan befindet sich die Familie in einer sogenannten Notwohnung der Königs Wusterhausener Wohnungsbaugesellschaft, Wobauge KW – allerdings stünde diese nur für wenige Tage zur Verfügung, dann müsse sie woanders unterkommen. Dies bestätigte der betroffene Familienvater gegenüber unserem Medienhaus. Es ist nicht geklärt, ob die Wohnungsbaugesellschaft so schnell eine vakante Wohnung im Stadtgebiet anbieten kann.

Während Polizei und Kriminaltechniker aktuell in alle Richtungen ermitteln, um die Schadensursache festzustellen, wurde inzwischen eine Schadenssumme in Höhe von 30.000 Euro bekannt. Auf Facebook haben Freunde der Familie eine Spendenaktion gestartet. Über die Online-Plattform Gofundme.com sollen dabei Gelder generiert werden, um erst mal das Nötigste abdecken zu können, heißt es.

Facebook-Mitglieder diskutieren den Fall

Statt Geld bieten viele KWer Sachspenden wie Anziehsachen oder Spielzeuge an. Diese wurden von der Spendeninitiatorin zunächst abgelehnt. Als Grund nannte sie, dass man sich in der Brand-Wohnung erst einen Überblick über die noch vorhandenen Habseligkeiten machen wolle.

In der Facebook-Gruppe Du kommst aus Königs Wusterhausen, wenn... wird seit Sonntag um Spenden für die Familie mit Wohnungsbrand gebeten. Unter dem Beitrag findet auf mehr als 130 Kommentaren eine Diskussion statt.

In der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Königs Wusterhausen, wenn...“ wird um Spenden für die Familie mit Wohnungsbrand gebeten. Unter dem Beitrag findet auf mehr als 130 Kommentaren eine Diskussion statt.

Screenshot Facebook.com/Jana Scholz

Aus dem Umfeld der Familie war indes zu erfahren, dass diese weder eine Hausrat- noch eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hätte.

Bin ich als Mieter zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtet?

Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung ist generell nicht verpflichtend. Allerdings haben Vermieter das Recht, dem Mieter im Mietvertrag für Wohnräume den Abschluss einer solchen Versicherung zu empfehlen. Sollte es zu einem Schaden kommen, der sonst über einen Versicherer zu regulieren wäre, müssten die Kosten vom Mieter selbst getragen werden.

Sollte man einen Schaden, wie beispielsweise einen Brandausbruch, selbst verursachen, so würde bei bestätigtem Verdacht, der Versicherungsschutz erlöschen.

Wobauge-KW äußert sich nicht zum Fall

Eine Anfrage unseres Medienhauses über den aktuellen Stand und den weiteren Werdegang der Familie in Sachen Wohnraum wollte man seitens der Wohnungsbaugesellschaft nicht beantworten. Die Wobauge-KW stützt sich auf datenschutzrechtliche Gründe und die laufenden Ermittlungen, lässt aber nochmals ihr Bedauern über den Vorfall ausrichten.