Cinestar beim A10 Center: Was K-Pop-Fans aus ganz Brandenburg nach Wildau treibt

Rebecca (von links) , Irina und Amelie sind K-Pop-Fans und aus Luckenwalde nach Wildau ins Cinestar beim A10 Center gereist.
Marlene Wetzel- Cinestar beim A10 Center überträgt BTS‑Konzerte live – in Brandenburg nur dort.
- Termine: 24. Oktober Buenos Aires, diesen Sonnabend 31. Oktober São Paulo.
- Fans loben mitreißende, tiefgründige Musik und starke Community; Tickets im Vorverkauf.
- Überschneidungen mit Anime und Cosplay laut Fans gering, K‑Drama gilt als beliebt.
- Saal war nur gut zu einem Viertel gefüllt, trotz „extrem positiver“ Resonanz.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Schon mal von BTS gehört? Wenn schon nicht von BTS, dann aber sicher von „K-Pop“, also koreanischer Popmusik. BTS ist die international bekannteste K-Pop-Band mit Millionen von Fans auf der ganzen Welt.
Seit April 2026 ist die siebenköpfige Boygroup auf Welttournee. Ausgerechnet im Cinestar beim A 10 Center in Wildau werden ihre Konzerte live übertragen. Zwar auch in Berlin, aber nirgendwo sonst in ganz Brandenburg.
Letzten Sonnabend, 24. Oktober, konnten Fans ihre Idole im Cinestar beim A 10 Center live in Buenos Aires erleben. Diesen Sonnabend, 31. Oktober, in São Paulo. „Extrem positiv“ bezeichnet Theaterleiter Jens Wildner die Resonanz auf die Konzerte. Für Tickets wird sogar ein Vorverkauf gestartet. Was macht die Faszination BTS und K-Pop aus? Sind die Fans auch Liebhaber von Anime, Manga, Pokémon-Karten und Cosplay? Was treibt sie an, für ein Konzert im Kino 25 Euro auszugeben?
Musik von BTS absolut „mitreißend“
Eine halbe Stunde vor Konzertbesuch ist im Cinestar beim A 10 Center von dem großen Hype um die Band noch nicht viel zu merken. Drei Frauen mit einem BTS-Snackeimer steuern auf die Getränketheke zu. Begeistert outen sich Lisa, 39 Jahre alt, und ihre Mutter Reni aus Königs Wusterhausen sowie Freundin Steffi aus Heidesee als BTS‑Fans. Sie hätten sich bereits alle Konzertübertragungen im Kino angeschaut, erzählen sie.
Die Musik von BTS sei absolut „mitreißend“, findet Lisa, die eigentlich Metal hört und die Band erst mit dem neuen Album im März 2026 entdeckt hat. Aber nicht nur mitreißend, sondern auch tiefgründig und kritisch. Im Song „Spring Day“ ginge es zum Beispiel um eine Fährkatastrophe in Südkorea, bei der 2014 einige hundert Menschen ums Leben kamen. Zudem würden die Jungs auch viel über ihre Außenwirkung singen, da sie häufig als Boyband belächelt werden würden, erzählt Lisa. Dabei sei BTS eigentlich keine klassische Casting-Band. Vielmehr hätten die Mitglieder ein Training von mehreren Jahren durchlaufen, um „Idols“ zu werden.
Neben der Musik gefällt ihr, dass die Band ihre Fans, die sogenannten „Armys“, einbindet, sich um sie kümmert. Die sieben Jungs hätten über Jahre hinweg alle ihren Militärdienst in Südkorea absolviert und es währenddessen trotzdem geschafft, eine Bindung mit den Fans aufrechtzuerhalten. Seit 13 Jahren gibt es BTS.
Das Tolle neben der Musik seien die Tänze, Märkte und Tanzevents, bei denen Fans sich treffen, um gemeinsam die Choreografien zu tanzen, erklärt Lisa weiter. Das Besondere am K-Pop sei überhaupt die Community.
Kaum Überschneidungen zwischen K-Pop- und Anime-Fans
Überschneidungen zwischen K‑Pop-Fans und Fans von Anime, Manga und Sammelkarten sieht Lisa kaum, räumt aber ein, dass es einen großen asiatischen Trend grundsätzlich gebe, auch Hallyu genannt. Cosplay, also das Verkleiden als Figuren aus Anime, Manga, Videospielen oder Filmen, wäre für BTS-Fans dagegen eher untypisch.
Bevor es losgeht, wollen sich auch Rebecca, 29 Jahre alt, Irina, 31 Jahre und Amelie, 31 Jahre alt, noch Snacks kaufen. Sie glauben, die meisten Fans hätten zu BTS gefunden, als es ihnen schlecht ging. „BTS findet dich, wenn es dir scheiße geht“, bringt Rebecca es auf den Punkt. Weil die Musik wie eine warme Umarmung sei. Und tiefgründig.
Das Erste, was sie morgens prüfe, sagt Rebecca, sei die App „Weverse“, eine Plattform, auf der K-Pop-Stars und ihre Fans miteinander kommunizieren. Mit Irina und Amelie würden sie sich täglich 20 Videos hin- und herschicken. In einem kleinen Ort wie Luckenwalde, wo sie herkommen, gäbe es nicht viele andere Fans, außerdem würde man als solcher belächelt werden. Da sei es schön, Gleichgesinnte zu haben.
BTS hat eine tolle Community
BTS verbindet, findet wie zuvor schon Lisa auch Amelie. Beim Lollapalooza-Festival in Berlin habe sie darüber eine neue Freundin kennengelernt. „Auch online über Kommentare“, ergänzt Irina. Sie schreibe etwa mit einer Frau aus Indien. Amelie fährt fort, dass man sich in der Community bei den Konzerten sogar gegenseitig etwas schenken würde: kleine, selbst gebastelte Dinge. Sie hält einen gehäkelten Schlüsselanhänger hoch, den sie mitgebracht hat.

Geschenk von BTS für die Fans: als Flugtickets gestaltete Andenkkarten für das Kinokonzert. Außerdem der gehäkelte Schlüsselanhänger von Amelie.
Marlene WetzelDass die Community hauptsächlich aus Frauen bestehe, glauben die drei nicht. Aber Männer würden es aus Scham weniger offen zeigen, wenn sie Fans wären. Auch sie glauben nicht, dass Anime, Manga, Sammelkarten und K-Pop unbedingt zusammengehören. Aber „K-Drama“, also koreanische Dramen, Filme und Serien, seien ein Ding für K-Pop-Fans, sagt Rebecca.
Man könne sehr viel Geld für all die Fanartikel, Platten und Konzerte ausgeben, geben sie noch zu. Sie habe bei einem Konzertwochenende in München mit zwei Konzerten 1000 Euro ausgegeben, verrät Amelie. Für Online-Konzerte, die man auch zu Hause anschauen kann, zahle man 38 Euro für eine Kameraeinstellung und noch mehr für mehrere Kameraeinstellungen gleichzeitig, weiß Irina.
BTS eine andere Welt, die Sorgen vergessen lässt
Im Kinosaal sitzen Virginie, 44 Jahre alt, und Tochter Leonie, 17 Jahre alt, aus Wünsdorf. Sie sei mit BTS aufgewachsen, sagt Leonie. Sie liebe die Musik, weil sie so „catchy“ und tiefgründig sei. Es gehe viel um die Verbindung zu den Fans und was man miteinander durchgemacht habe. Virginie sagt: „Es ist eine andere Welt, da kann ich meine Sorgen vergessen.“ Wieder nennen sie die Community als das Besondere, was BTS ausmache.
„Man findet immer jemanden zum Quatschen“, bestätigt die 23‑jährige Sarah, die dahinter sitzt und alleine zur Live-Übertragung gekommen ist. „Sachen, die einem Spaß machen, kann man auch alleine machen“, findet sie. Zu den Überschneidungen von Anime, Manga, Sammelkarten und Cosplay meint sie: Viele, die Cosplay mögen, mögen auch K-Pop, aber nicht alle, die K-Pop mögen, mögen auch Cosplay.
Dann geht das Konzert los. Trotz der extrem positiven Resonanz auf die Live-Übertragung ist der Saal mit 200 Sitzen nur gut ein Viertel voll. Bei der anderen Konzertübertragung eine Woche vorher war es voller, sagt Sarah und vermutet: „Vielleicht ist wegen Halloween heute weniger los.“ Nach drei Songs begrüßen die Sänger die Fans – auch bei den Liveübertragungen vor den Bildschirmen. In 88 Ländern werde das Konzert übertragen, ruft einer der Sänger. Vorn im Kino wippen Rebecca, Irina und Amelie mit und Virginie jubelt nach jedem Song.



