CSD in Königs Wusterhausen
: Deshalb kündigt Minister Demo-Besuch an

Schon die Vorbereitungen zum ersten Christopher-Street-Day (CSD) in Königs Wusterhausen ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Nun bekennt Brandenburgs Innenminister mit seiner Ankündigung Farbe.
Von
Kerstin Ewald,
dpa
Königs Wusterhausen
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Teilnehmer am Christopher Street Day (CSD) halten Regenbogenschirme, während sie unter Politzeischutz nach dem Motto „Wir lassen uns nicht vertreiben“ demonstrieren. Nach dem Angriff auf ein Toleranzfest in Bad Freienwalde stehen CSD-Veranstaltungen stärker im Fokus. +++ dpa-Bildfunk +++

Jan Redmann, Innenminster von Brandenburg, will beim ersten CSD in Königs Wusterhausen sprechen. Durch verschiedene Umstände rückten  solche Veranstaltungen mehr in den Fokus der Landesregierung. (Foto: CSD in Eberswalde 2025.)

Annette Riedl/dpa
  • Brandenburgs Innenminister Jan Redmann spricht beim ersten CSD in Königs Wusterhausen.
  • Der Umzug startet um 15 Uhr am Bahnhof KW und führt zur Festwiese – ein „bunter, lauter Umzug“.
  • Wegen rechter Gegenproteste und nach dem Anschlag in Berlin ist erhöhter Polizeischutz geplant.
  • Redmann betont, Teilnehmende müssten ohne Angst feiern können; er lebt offen schwul.
  • Organisatoren werten den Besuch als Solidarität. Parallel finden weitere CSDs in Brandenburg statt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am kommenden Wochenende wird in Königs Wusterhausen zum ersten Mal ein Christopher-Street-Day (CSD) veranstaltet. Dabei lädt ein achtköpfiges Organisationsteam ein zu einem „bunten, lauten Umzug“ als „starkes Zeichen für Liebe, Respekt und Toleranz“. Der CSD startet um 15 Uhr am Bahnhof Königs Wusterhausen (KW) und zieht zur Festwiese.

Zeitgleich zum CSD in Königs Wusterhausen mobilisieren auch rechte Gruppen dorthin zu einer Gegendemonstration. Deshalb und nach dem tödlichen Angriff eines Islamisten auf den Berliner CSD im Juli ist in Hinblick auf die Veranstaltung in der 40.000-Einwohner-Stadt Königs Wusterhausen von erhöhtem Polizeischutz die Rede.

Eine Woche vor der Parade hat nun Brandenburgs Innenminister Jan Redmann seine Teilnahme an der Dahme angekündigt. Er „spricht ein Grußwort beim ersten Christopher Street Day in Königs Wusterhausen“, wie es auf der offiziellen Internetseite der Landesregierung heißt.

CSD-Organisator wertet Minister-Teilnahme als Solidarität

Innenminister Jan Redmann hatte zuvor zur dpa gesagt: „Wer an Christopher Street Days (CSD) teilnimmt, soll das ohne Angst tun können.“ Zugleich erfordere es in kleinen Orten Brandenburgs aus seiner Sicht mehr Mut von queeren Menschen, sich offen zu zeigen. Redmann ist selbst schwul und geht offen mit seiner Homosexualität um. Mitorganisator André-Eike Schwalbach erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa nach der Bekanntgabe des Politikerbesuchs, die Teilnahme des Ministers sei ein wichtiges Zeichen der Solidarität gerade nach dem Anschlag beim CSD in Berlin im Juli.

Jan Redmann (CDU), Brandenburgs Minister des Inneren und für Kommunales, vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin auf dem Weg zur Präsidiumssitzung der Partei. Das CDU-Präsidium will am Vormittag über die Nachfolge des zurückgetretenen Unionsfraktionschefs Jens Spahn beraten. Der Rücktritt Spahns ist zudem Thema der Sitzung der Unionsfraktion. +++ dpa-Bildfunk +++

Jan Redmann (CDU), Brandenburgs Minister des Inneren und für Kommunales, vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Ministerbesuche beim CSD sind nichts Neues.

Fabian Sommer/dpa

Zuvor hatte Schwalbach, der sich auch bei den Grünen Dahme-Spreewald engagiert, wiederum diesem Nachrichtenportal gesagt: „Die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung, sorgt unter anderem dafür, dass der Druck auf queere Menschen auch in Königs Wusterhausen spürbar zunimmt und das Sicherheitsgefühl abnimmt.“ Dass queeres Leben in Königs Wusterhausen ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft sei, das wolle man beim bevorstehenden CSD sichtbar machen.

„Wer an Christopher Street Days (CSD) teilnimmt, soll das ohne Angst tun können.“
Jan Redmann
Innenminister von Brandenburg

Besuche auch von hochrangigen Regierungspolitikern auf CSD und Demokratieveranstaltungen sind in Brandenburg kein Novum. So hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke im Juli zu Teilnehmenden am CSD in Cottbus gesprochen und ihnen seinen Respekt gezollt. Im Mai hatte René Wilke, Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt, das Demokratiefest „Bad Freienwalde ist bunt“ besucht und dort den gewaltsamen Einschüchterungsversuch verurteilt, den Rechtsradikale ein Jahr zuvor auf die gleichnamigen Veranstaltung verübt hatten.

Rechtsextreme protestieren gegen den CSD Königs Wusterhausen

Für kommenden Samstag in Königs Wusterhausen mobilisieren auch rechtsextreme aktionsorientierte Jugendgruppen zu Gegenprotesten. Immer wieder kommt es bei Veranstaltungen der queeren Community in Deutschland zu Gegenaktionen aus der rechtsextremen Szene. So war es zum Beispiel bei rechten Protesten gegen den CSD in Frankfurt (Oder) im Mai zu volksverhetzenden Reden und zu Beleidigungen gekommen.

Am Rande des CSD in Berlin hatte am 25. Juli ein 21 Jahre alter Islamist einen Terroranschlag verübt. Eine Frau starb. Mindestens 31 Menschen wurden verletzt, darunter sieben schwer. Der Attentäter wurde von Polizisten erschossen.

Ebenfalls am kommenden Samstag (29.8.) wird in Ludwigsfelde der zweite CSD begangen. Die Stadt liegt rund 30 Kilometer von Königs Wusterhausen entfernt. Bis in den Oktober hinein folgen weitere Demonstrationen der queeren Community in anderen Regionen Brandenburg.