CSD in Königs Wusterhausen
: Polizei erhöht Sicherheit, Gegendemo angemeldet

Neben dem ersten CSD in Königs Wusterhausen zieht auch eine Gegendemonstration durch die Stadt. Seit dem Anschlag in Berlin habe sich bei vielen queeren Gruppen das Sicherheitsgefühl verändert.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Start am Bahnhof Königs Wusterhausen: Am Samstag, 22. März, wird hier der Treffpunkt für die geplante Demo sein, die mitten durch die Stadt führen wird.

Start am Bahnhof Königs Wusterhausen: Ende August findet in Königs Wusterhausen erstmals ein Christopher Street Day (CSD) statt. Geplant ist auch eine Gegenkundgebung. Was Veranstalter und Polizei sagen.

Christian Heinig
  • Erster CSD in Königs Wusterhausen: Start am Bahnhof, Ziel ist die Festwiese am Nottekanal.
  • Veranstalter rechnen mit mehr als 500 Teilnehmenden und melden große Unterstützung.
  • Polizei erhöht Sicherheitsvorkehrungen, Details bleiben aus Sicherheitsgründen offen.
  • Eine Gegendemonstration ist angemeldet – beide Züge sollen sich nicht begegnen.
  • Auf der Festwiese gibt es Live-Musik, Stände und eine Rede der Bürgermeisterin Michaela Wiezorek.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Einen Christopher Street Day (CSD) gab es in Königs Wusterhausen im südlichen Speckgürtel von Berlin noch nie. Doch in diesem Jahr hat ein achtköpfiges Organisationsteam einen CSD in der 40.000-Einwohner-Stadt auf die Beine gestellt. Sie rechnen mit mehr als 500 Teilnehmern, die am 29. August um 15 Uhr vom Bahnhof Königs Wusterhausen losziehen wollen.

„Die Mobilisierung für den CSD übersteigt bei weitem alles, was wir bisher kannten“, sagt ein Sprecher des Vereins Demokrateam, der die Schirmherrschaft für den CSD in KW übernommen hat. Der Verein habe bereits mehrere große Veranstaltungen und Demonstrationen in Königs Wusterhausen organisiert. Das Team des CSD setze sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Organisationen zusammen.

„Die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung, sorgt unter anderem dafür, dass der Druck auf queere Menschen auch in Königs Wusterhausen spürbar zunimmt und das Sicherheitsgefühl abnimmt“, sagt André Schwalbach aus dem Organisationsteam. „Queeres Leben in Königs Wusterhausen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Das wollen wir beim CSD sichtbar machen.“

Gegendemonstration in Königs Wusterhausen angemeldet

Es gebe eine zunehmende Bereitschaft, sich für ein vielfältiges Königs Wusterhausen einzusetzen. Der Verein arbeite mit verschiedenen Akteuren und Organisationen zusammen, die Schwalbach aber nicht ohne deren ausdrückliche Zustimmung nennen möchte. Viele hätten Angst vor Anfeindungen.

Der CSD in KW steht unter dem Eindruck der Ereignisse in Berlin. Beim dortigen Christopher Street Day Ende Juli war ein Attentäter mit einem Kleinbus in die Menge gefahren. Eine Frau starb, viele weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Deshalb sind die Sicherheitsvorkehrungen beim CSD Königs Wusterhausen verstärkt worden. Polizei und Veranstalter äußern sich aus Sicherheitsgründen allerdings nicht im Detail dazu, was genau angepasst wurde. Zudem sei eine Gegendemonstration angekündigt worden, so Veranstalter Schwalbach.

Queeres Leben in Königs Wusterhausen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.
André Schwalbach
Organisator des CSD Königs Wusterhausen

Ein Sprecher der Polizeidirektion Süd bestätigt die Anmeldung einer zweiten Versammlung, äußert sich aber nicht zur angemeldeten Teilnehmerzahl, dem Motto und den Organisatoren. Die Versammlung sei ebenfalls „in Form eines Aufzugs durch die Stadt“ geplant. Die Polizei werde darauf achten, dass sich die Gruppen nicht über den Weg laufen.

Im Netz mobilisiert die „Jägertruppe Berlin-Brandenburg“ für eine Gegendemonstration am 29. August in Königs Wusterhausen. Das ist laut der Wochenzeitung taz eine vom Verfassungsschutz beobachtete rechtsextreme Jugendgruppierung. „Weg vom Gendern, zurück zur traditionellen Familie, nein zum CSD“, heißt es in einem Aufruf zur Gegendemo auf Instagram.

Zur genauen Route des CSD durch Königs Wusterhausen wollen sich Veranstalter und Polizei aus Sicherheitsgründen ebenfalls nicht äußern. Außerdem könnte sich diese noch ändern. Fest steht, dass die Parade vom Bahnhof zur Festwiese am Nottekanal zieht. Daher sind auch kurzzeitige Verkehrseinschränkungen zu erwarten.

Neben Live-Musik von einer lokalen Band aus dem Landkreis Dahme-Spreewald sowie Essen und Getränken erwarten die Besucher mehr als zehn Stände von Unternehmen, Vereinen, Initiativen, Parteien und anderen Organisationen. Der Verein sei mit weiteren Initiativen im Gespräch, ob sie einen Stand aufbauen möchten.

Die Organisatoren freuen sich, dass die KWer Bürgermeisterin Michaela Wiezorek auf dem CSD eine Rede hält. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Polizei gebe ihnen Sicherheit. „Was die Öffentlichkeit angeht, sind wir Tag für Tag überwältigt von dem Interesse und der Unterstützung, die wir für den CSD bekommen. Dementsprechend wurden hier alle Erwartungen bei Weitem übertroffen“, sagt André Schwalbach.