Fahrrad am Flughafen BER
: Neuer Radweg an der Startbahn, ein riskantes Vergnügen

Jetzt kann man am Flughafen BER mit den Flugzeugen um die Wette radeln: Der neue Fahrradweg an der Südbahn wird eröffnet. Auf dem Weg bis dorthin stören aber aggressive Motorradfahrer.
Von
Till Eichenauer
Schönefeld
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Der neue Radweg „Airport Runway 3“ entlang der südlichen Landebahn des Flughafens BER ist fertig.

Der Radweg „Airport Runway 3“ soll in Zukunft einmal ganz um den Flughafen BER gehen. Am östlichen Ende der Südbahn kommen Radfahrer schon jetzt den Flugzeugen besonders nahe.

Till Eichenauer
  • Neuer Radweg am BER eröffnet: 4,9 km lang, 3,5 m breit, nahe an der Südbahn.
  • Start am Kreisverkehr östlich des Terminals – Strecke führt bis zum Ende der Südbahn.
  • Weg verläuft teils schnurgerade durch märkischen Sand, erinnert bei Hitze an Steppenstraßen.
  • Teil des Rundwegs „Runway 3“, der einmal um den Flughafen führen soll.
  • Anwohner berichten von rasenden Motorrädern und Autos auf dem LPG-Weg; Polizei selten sichtbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund 4,9 Kilometer lang und komfortable 3,5 Meter breit ist der neue Fahrradweg am Flughafen BER. Bei kräftigem Wind treibt man fast wie von selbst entlang der Startbahn – während auf der anderen Seite des Sicherheitszauns die Flugzeuge donnernd starten und landen.

Der neue Radweg startet an einem Kreisverkehr, etwa eineinhalb Kilometer östlich des Flughafen-Terminals. Von hier aus gelangt man über eine leichte Steigung zum Anfang beziehungsweise zum Ende der Südbahn – je nach Windrichtung. Hier fliegen einem die Maschinen nur gefühlt wenige Meter über den Kopf.

Danach biegt man in Richtung Süden ab. Hier geht der Weg dann ziemlich genau drei Kilometer schnurgeradeaus. Wenn die Hitze wie an diesem Sommertag auf schwarzem Asphalt flimmert, erinnert der Radweg durch den märkischen Sand an einsame Steppen-Straßen – ein Hauch der Route 66 in Brandenburg.

Radweg am Flughafen BER – von der Sandpiste zum Edel-Asphalt

In den vergangenen Jahren war hier lediglich eine befestigte Sandpiste. Laut der Gemeinde Schönefeld wurde der Radweg in enger Abstimmung mit dem Betreiber des Flughafens geplant und umgesetzt. Er ist Teil des „Runway 3“, eines Radrundwegs, der in Zukunft einmal um den Flughafen BER herumführen soll.

Der neue Radweg „Airport Runway 3“ entlang der südlichen Landebahn des Flughafens BER ist fertig.

Am Mittwochmittag (8.7.) bekommt die Fahrbahn noch den letzten Schliff. Die ersten Radler testen aber schon den neuen Asphalt. Am Freitag ist die offizielle Eröffnung.

Till Eichenauer

Ebenfalls Teil dieses Rundweges ist der LPG-Weg, in den der Fahrradweg etwa in der Mitte der Landebahn übergeht. Wie der Name vermuten lässt, fährt dort tatsächlich gelegentlich ein strohbeladener Traktor entlang. Was aber deutlich öfter zu sehen ist, sind Autos und Motorräder.

Und einige davon scheinen tatsächlich mit den startenden Düsenjets nebenan um die Wette fahren zu wollen. Immer wieder fahren Autos mit deutlich mehr als den erlaubten 30 Kilometern in der Stunde den LPG-Weg entlang. Und vor allem Motorradfahrer scheinen das Gefühl zu haben, dass es sich bei der Strecke am Flughafen um einen rechtsfreien Raum handelt.

Keine Rücksicht: Motorradfahrer am Flughafen BER geben Gas

Während der Recherche jagt ein Biker nur auf dem Hinterrad am Autor dieses Textes vorbei. Die Polizei, die in unregelmäßigen Abständen auf der anderen Seite des Zaunes patrouilliert, scheinen die Raser nicht zu fürchten. Als kurze Zeit später ein Auto des Ordnungsamtes die Straße entlangkommt, sind die Motorradfahrer schon lange fort.

Ein Anwohner sagte gegenüber diesem Nachrichtenportal, dass Quadfahrer und Biker auch den kaum fertiggestellten und noch nicht offiziell eröffneten Fahrradweg als ihre Spielwiese entdeckt haben. Es werde über die Piste und querfeldein ohne Rücksicht gerast: „Uns als Fußgänger blieb nur der beherzte Sprung zur Seite, als die Motorräder sich in die Kurve legten.“

Der neue Radweg ist aber laut Gemeinde Schönefeld ausdrücklich nicht für den Pkw-Verkehr freigegeben. Lediglich landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen ihn nutzen. Ob sich Fußgänger und Radler zumindest auf diesem Teil der Strecke in Zukunft sicher und ungestört bewegen können, wird sich zeigen.