ILA 2026 Berlin
: Spanischer Eurofighter-Pilot wegen Lärm verwarnt

Der Veranstalter der ILA 2026 in Berlin hat den Piloten eines Eurofighters verwarnen müssen. Der Pilot hatte die Lärm-Limits bei der Flugschau am Flughafen BER überschritten.
Von
Till Eichenauer
Berlin
Jetzt in der App anhören
Ein Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter Typhoon vor einer Flugvorführung der ILA 2026. Ein Pilot der spanischen Luftwaffe bekam nun Ärger wegen zu lauter Manöver.

Ein Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter Typhoon vor einer Flugvorführung der ILA 2026. Ein Pilot der spanischen Luftwaffe bekam nun Ärger wegen zu lauter Manöver.

picture alliance/dpa/Sebastian Christoph Gollnow
  • Ein spanischer Eurofighter-Pilot wurde bei der ILA 2026 wegen zu lauter Manöver verwarnt.
  • Der Maximalpegel liegt bei 111 dB, gemessen wurden bei Rotberg 112,8 dB um 17.22 Uhr.
  • Die Messeleitung reagierte sofort und bestätigte die Verwarnung – begründet mit Wetter und Wind.
  • Eine zweite Verwarnung hätte ein Verbot für das Flying Display 2026 nach sich gezogen.
  • Rund 110.000 Besucher kamen in fünf Messetagen, trotz Regen gab es einen neuen Rekord.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund 110.000 Besucher sind an den fünf Messetagen zur diesjährigen Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2026 in Schönefeld bei Berlin geströmt. Trotz teilweise regnerischen Wetters an den Besuchertagen am Samstag und Sonntag konnten die Veranstalter damit einen neuen Besucherrekord verbuchen.

Viele der Flugzeugbegeisterten kamen vor allem, um das sogenannte „Flying Display“ zu sehen. Also die Vorführungen von Flugzeugen, Hubschraubern und Drohnen in der Luft. Neben Jets wie dem neuen Langstreckenmodell von Airbus, dem Airbus A350-1000, oder dem riesigen Luxusflieger A380 gab es hauptsächlich Militärflugzeuge und -hubschrauber in der Luft zu sehen. Darunter auch die Kampfjets vom Typ Eurofighter, die insgesamt achtmal in den fünf Tagen zu Vorführungen aufgestiegen sind.

Um bei allem Enthusiasmus für die Luftfahrt die ohnehin schon lärmgeplagten Anwohner rund um den Flughafen nicht übermäßig zu belasten, gibt es während der Luftfahrtmesse strenge Lautstärke-Regeln. Die hat die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LUBB) in ihrer Genehmigung für die ILA in Berlin genau festgeschrieben. Kontrolliert werden diese über die Fluglärm-Messstationen des BER.

Eurofighter donnert über Dorf südlich des Flughafens BER

Erlaubt sind laut der Genehmigung ein Maximum von 111 Dezibel. Bei der letzten Flugshow eines spanischen Eurofighters am 14. Juni wurde dieser Wert gegen 17.22 Uhr allerdings überschritten. Der Messpunkt in Rotberg zeigte 112,8 Dezibel. Das geht aus den Lärmberichten hervor, die der Flughafenbetreiber täglich während der Messe veröffentlicht hat.

Rotberg liegt etwa eineinhalb Kilometer südlich der Südbahn des Flughafens BER und zählt 425 Anwohner. Hier auf der Brandenburger Seite des Flughafens BER kreisten die Düsenjets während der Flugshows.

Laut Genehmigung ist bei „erstmaliger Überschreitung des Maximalpegels von 111 dB(A) der betreffende Luftfahrzeugführende von der Veranstaltungsleitung zu verwarnen“. Auf Nachfrage bei der Messe Berlin, die die ILA veranstaltet, ist dies auch geschehen.

Pressesprecherin Christine Franke erklärte, man habe umgehend entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um die Einhaltung der von der LUBB genehmigten Grenzwerte sicherzustellen: „Der betroffene Pilot hat für die Überschreitung eine Verwarnung erhalten.“

Eurofighter zu laut bei ILA 2026 in Berlin – das war der Grund

Die Sprecherin erklärte den Vorfall mit den „Wetter- und Windverhältnissen“ vor Ort und fügte an: „Eine zweite Verwarnung hätte ein Verbot für das Flying Display 2026 nach sich gezogen.“ Tatsächlich sieht die Genehmigung der LUBB vor, dass die Luftfahrtbehörde die Flugshows bei mehrmaliger Überschreitung der Maximalpegel „vollumfänglich zu untersagen“ kann.

Bereits am Dienstag (9.6.) vor Beginn der ILA gab es ebenfalls sehr hohe Messergebnisse. Dabei wurde ein Eurofighter mit 119,2 Dezibel an der Messstation bei Groß Kienitz, vier Kilometer westlich von Rotberg, gemessen. Ein Schalldruck dieser Größenordnung wird als extrem laut wahrgenommen. Allerdings handelte es sich dort nur um einen temporären Messpunkt. Dieser ist von der Regel ausgenommen. Der Vorfall hatte daher keine Folgen für den Piloten des Kampfjets.