Flughafen BER
: „Peinlich!“ - so bewerten Gäste den Airport bei Google

Auch fünf Jahre nach dem Start steht der Flughafen Berlin-Brandenburg bei Passagieren massiv in der Kritik. Worüber sich die Leute in Google-Rezensionen beschweren und wie der BER reagiert.
Von
Mathias Hausding
Schönefeld
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Flughafen Berlin Brandenburg BER: 17.07.2025, Brandenburg, Schönefeld: Ein Mann zieht zwei Koffer durch das Terminal vom Flughafen BER. Am Donnerstag den 24.07.2025 beginnen in Berlin und Brandenburg die Sommerferien in den Schulen. (zu dpa: «Ferienverkehr in Berlin und Brandenburg läuft an») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Weite Wege und langes Warten: Der Flughafen BER ist laut einer Analyse von AirHelp nach wie vor einer der unbeliebtesten Airports in Deutschland. (Symbolbild)

Christophe Gateau/dpa
  • Flughafen BER verbessert Google-Bewertung leicht auf 3,2, bleibt jedoch vorletzter in Deutschland.
  • Häufige Kritik: lange Wartezeiten bei Gepäckausgabe, unzureichende Sitzplätze, dreckige Toiletten.
  • Reisende bemängeln auch schlechte Beschilderung, lange Wege und mangelnde Familienfreundlichkeit.
  • Flughafen BER reagiert auf Google-Kritik und verspricht Verbesserungen bei Sauberkeit und Funktionalität.
  • Positive Stimmen loben schnelle Sicherheitskontrollen und fortschreitende Verbesserungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die gute Nachricht zuerst: Die Zufriedenheit der Kunden mit dem Flughafen BER in Schönefeld hat zuletzt zugenommen. Der Airport von Berlin-Brandenburg ist sogar der einzige bundesweit, der seine durchschnittliche Punktezahl bei den Google-Rezensionen verbessern konnte, wenn auch nur minimal von 3,2 auf 3,3, wie die regelmäßige Auswertung der Nutzer-Kritiken durch die Onlineplattform AirHelp zeigt.

Der Schönefelder Flughafen verharrt damit im Deutschland-Vergleich auf dem vorletzten Platz, nur Frankfurt-Hahn hat mit 2,8 eine noch schlechtere Durchschnittsnote bei den Google-Rezensionen. An der Spitze stehen Mini-Flughäfen wie der von Lübeck-Blankenese, von denen pro Tag kaum eine Handvoll Maschinen startet, was den Vergleich mit einem großen Airport wie dem BER etwas schief erscheinen lässt. Aber München (4,0) und Frankfurt (3,9) stehen ebenfalls deutlich besser da als Berlin-Brandenburg.

Und worüber beschweren sich die Leute am BER? Um ein aktuelles Bild zu erhalten und den Ausnahmezustand im September und Oktober nach dem Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister auszuklammern, hier ein Blick auf die Google-Rezensionen der vergangenen zwei Wochen. „Wir haben fast drei Stunden auf unsere Koffer warten müssen am Laufband. Es gab keine Infos, das Personal war ahnungslos und hilflos“, schreibt ein Nutzer. „Der Flughafen ist eine Katastrophe. Die Gepäckausgabe - ich habe kein einziges Mal erlebt, dass sie reibungslos funktioniert. Ewiges Warten gehört hier zum Standard. Und dann waren die Koffer auch noch nass“, macht ein anderer seinem Ärger Luft.

Die Antworten vom BER bei Google ähneln sich

„Einfach nur schlecht und peinlich“, urteilt ein weiterer Fluggast über das lange Warten auf das Gepäck. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Die Antworten des Flughafens bei Google, immerhin gibt es auf fast alle Kritiken eine Reaktion, ähneln sich stark. „Hallo Jana, vielen Dank für dein Feedback. Die Gepäckabfertigung wird von Dienstleistern im Auftrag der jeweiligen Fluggesellschaft durchgeführt. Gemeinsam mit unseren Partnern werten wir regelmäßig die Gepäckabfertigung aus, um Abläufe weiter zu verbessern“ heißt es da zum Beispiel.

Dieses Wegschieben der Verantwortung nervt freilich Reisende. Zur Not schiebe man es auf Aliens, spottet ein Fluggast. „Am BER weiß jeder, dass der andere Schuld ist.“ Frust gibt es auch über teure Snacks, wenn man wegen Service-Mängeln zum Warten verdammt ist. Aber die Liste der Kritikpunkte geht über das Gepäck-Problem weit hinaus. Moniert werden zu wenig Sitzplätze beim Check-in, bei dem es oft auch sehr lange dauere. Auch Fotos von verdreckten Toiletten findet man in den Google-Rezensionen.

„Unübersichtlich, schlechte Beschilderung und lange Wege. Immer mal wieder was kaputt“, fasst ein Nutzer seine Eindrücke zusammen. Nichts am BER gebe einem das Gefühl, willkommen zu sein. Auch an der Familienfreundlichkeit müsse dringend gearbeitet werden. An anderen Flughäfen seien Spielecken sowie ausreichend Wickelräume und Familientoiletten Standard, gibt der Fluggast zu bedenken.

Der Flughafen BER will die Google-Hinweise berücksichtigen

„Danke für dein ehrliches Feedback“, heißt in den BER-Antworten auf Hinweise zu solchen strukturellen Defiziten. „Es ist enttäuschend zu hören, dass du so einen schlechten Eindruck von unserem Flughafen gewonnen hast. Wir bemühen uns, die Sauberkeit und Funktionalität stetig zu verbessern und werden deine Hinweise definitiv berücksichtigen.“

Groß ist die Freude beim Flughafen-Team verständlicherweise, wenn es Lob und fünf von fünf Sternen gibt. So selten ist das übrigens gar nicht, wenn man durch die Google-Rezensionen scrollt. „Ganz ehrlich, ich verstehe nicht, warum dieser Flughafen immer so niedergemacht wird“, schreibt eine Reisende. „Mittlerweile ist die Security-Abfertigung so schnell, da man noch nicht mal Laptop, Flüssigkeiten und Co aus seinem Handgepäck nehmen muss.“ Die Antwort vom BER: „Wir sind glücklich, dass du die Fortschritte bemerkst.“