Flughafen BER: Fünf Jahre Airport Berlin-Brandenburg - mit Tops und Flops

Seit der Eröffnung des Terminal 1 des Flughafens Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ nutzten 100 Millionen Fluggäste den BER, im vergangenen Jahr waren es 25,5 Millionen.
Soeren Stache/dpa- Flughafen BER startete 2020 nach 14 Jahren Bauzeit, zunächst ohne Party wegen Corona-Lockdowns.
- Seit Eröffnung nutzten 100 Mio. Passagiere den BER, Terminal 2 eröffnete 2022, New-York-Flüge starteten.
- Probleme: Personalmangel, Streiks, Cyberangriffe, Gepäckausgabe und Lärmschutz-Kritik.
- Verbesserungen: CT-Scanner optimieren Sicherheitskontrollen, 2025 neue Bahn-Anbindung geplant.
- Wirtschaftlicher Aufschwung in der Region, jedoch bleibt der Flughafen wegen Schulden belastend.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als er endlich fertig war, wurde der Flughafen BER wegen der Corona-Lockdowns erstmal nicht gebraucht. Eine große Eröffnungsparty gab es am 31. Oktober 2020 auch nicht. „Wir machen einfach auf“, hatte zuvor der damalige Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup angekündigt.
Es gab nichts zu feiern an dem als Milliardengrab verschrienen Flughafen in Schönefeld. Und die Laune besserte sich zunächst kaum. Drei Wochen nach der Eröffnung wurde die gerade erst freigegebene südliche Landebahn mangels Bedarf für ein Jahr wieder geschlossen. Zeitgleich machte der Flughafen Berlin-Tegel planmäßig für immer zu. Auch die Türen von Terminal 5, also Schönefeld Alt, wurden wenig später geschlossen. Ebenfalls für immer, was damals aber noch niemand wusste.
Flop: Die Hiobsbotschaften rissen auch nicht ab, als die Corona-Pandemie weitgehend überstanden war. Ein Blick ins Archiv zeigt: Im Sommer 2021 gab es massive Beschwerden von Reisenden. Leer und trotzdem eng sei es im Hauptterminal, Toiletten würden fehlen, an den Sicherheitsschleusen dauere es zu lange. Auch die typischen BER-Peinlichkeiten schienen kein Ende zu nehmen: Ein Großteil der Laufbänder im Terminal war kaputt, weil man sie 2012 falsch eingebaut hatte.
Mit Aletta von Massenbach kommt BER-Chefin aus Leidenschaft
Top: Im Herbst 2021, mit 65 Jahren, gab der selbsternannte „Tatortreiniger“ Lütke Daldrup nach der erfüllten Mission BER-Eröffnung seinen Posten an die bisherige Finanzchefin des Airports ab. Aus heutiger Sicht kann man sagen: Die Berufung von Aletta von Massenbach war die beste Entscheidung in der bis dahin wenig ruhmreichen Geschichte des Großflughafens.
Die inzwischen 56 Jahre alte Juristin brachte nicht nur jahrzehntelange Erfahrung als Flughafen-Managerin bei Fraport mit, sondern auch echte Leidenschaft für die Luftfahrt. Man nimmt ihr ab, dass sie als Fan des Fliegens wirklich genervt ist, wenn die Abläufe am BER nicht klappen und Reisende nach der Landung auf ihr Gepäck warten müssen.

BER-Chefin Aletta von Massenbach erklärt im August 2025 an einer Sicherheitsschleuse die Funktionsweise der neuen CT-Scanner.
Sebastian Gollnow/dpaAletta von Massenbach packte zuerst die Probleme mit den Laufbändern an. 2022 tat sich auch sonst eine Menge. Im März ging es überhaupt zum ersten Mal von Schönefeld direkt nach New York. Und der bereits fertige Terminal 2 wurde eröffnet, weil der Reiseverkehr wieder zunahm.
Flop: Im Sommer 2022 musste Aletta von Massenbach die Reisenden aber einmal mehr vorwarnen, dass es in der Ferienzeit zu Engpässen kommen könnte. Akuter Personalmangel und krankheitsbedingte Ausfälle setzten in der Zeit viele Flughäfen unter Druck. Auch in den Folgejahren sollten sich die Abläufe als fragil erweisen. Mal sorgen Streiks für Flugausfälle, mal Computerprobleme oder wie zuletzt der Cyberangriff auf einen Dienstleister.
Ständiges Ringen um Lärmschutz am BER in Schönefeld
Top: Im Jahr 2022 trat der Däne Thomas Hoff Andersson am BER seinen Posten als „Chief Operation Officer“ an. Einfach gesagt, war er fortan der Chaos-Manager, sollte für möglichst reibungslose Abläufe sorgen. Er löste zum Beispiel die chronischen Probleme bei der Gepäckausgabe. Mittels Kameras und KI kontrolliert die Flughafengesellschaft jetzt, ob die Bodendienstleister gleich nach der Landung mit dem Entladen beginnen. Wenn nicht, kommt sofort ein Entlastungsteam. Zwischenzeitlich hat der Flughafen München Andersson abgeworben, aber mit István Szabó aus Budapest gibt es am BER einen Nachfolger.
Flop: So umsichtig die Flughafen-Chefin auch agiert, ein Herz für lärmgeplagte Anwohner hat sie bislang nicht bewiesen. Ihr Job sei nicht Lärmschutz, sondern die bestmögliche Entwicklung des Airports, sagt sie auf diesbezügliche Nachfragen. Das führt dazu, dass immer wieder am Status quo gerüttelt wird. Vor allem für die betroffenen Kommunen ist es ein ständiger Kampf –für den Erhalt der Hoffmann-Kurve, gegen laute Kurzbahn-Starts und gegen eine Aufweichung des Nachtflugverbots.
Top: Jahr für Jahr kommen immer neue Verbindungen am BER hinzu, vereinzelt auch Interkontinentalflüge. Heute verbinden 70 Airlines die Region Berlin-Brandenburg mit 150 Zielen. Ab November 2025 kommt Abu Dhabi als neue Destination dazu. Darüber hinaus wird Peking mittlerweile ganzjährig fünfmal die Woche angeflogen.
Emirates will vom BER fliegen – die Bundespolitik lehnt ab
Flop: Auch aus Sicht der BER-Chefin ist das Angebot an Flügen dennoch unzureichend. Die Bundespolitik stehe auf der Bremse, wenn es etwa um ein Engagement von Emirates in Schönefeld geht, rügt Aletta von Massenbach immer wieder. Dass touristisch interessante Ziele wie Indien und Mexico vom BER aus nach wie vor nicht direkt erreichbar sind, dürfte ebenfalls viele Menschen ärgern.
Top: Die Abläufe bei der Sicherheitskontrolle am BER haben sich in den vergangenen Jahren spürbar beschleunigt. Sogenannte CT-Scanner sorgen dafür, dass Fläschchen und anderer Kleinkram für die Überprüfung nicht mehr aus dem Handgepäck geholt werden müssen. Auch die Abläufe beim Check-in haben sich in den Jahren deutlich verändert. Vieles läuft jetzt automatisch und damit schneller. Der Lohn: Im Frühjahr 2025 holte der BER den Titel „World’s Most Improved Airport“, wegen der besten Fortschritte bei Servicequalität, Passagierzufriedenheit und operativer Effizienz.
Flop: Die Anbindung des BER an das Bahn-Netz ist seit der Eröffnung unbefriedigend. Noch, muss man aber hinzufügen. Ab Dezember 2025 soll sich das deutlich ändern. Wenn bei der Inbetriebnahme der Dresdner Bahn alles klappt, heißt es fortan Top statt Flop.
Top: Die positiven Auswirkungen des BER auf die wirtschaftliche Entwicklung der Flughafenregion sind ein Kapitel für sich. Am Airport selbst arbeiten 20.000 Menschen. Firmen im Umfeld rechnen auch in den kommenden Jahren mit starkem Wachstum. Das ist erfreulich, aber eine große Herausforderung für die Verkehrsentwicklung in der Region.
Flop: Vor allem wegen der Kostenexplosion in der Bauphase und den Einbußen der Corona-Jahre bleibt der Flughafen auf absehbare Zeit eine Belastung für die Steuerzahler. Um die Kreditverschuldung auf ein tragfähiges Maß zurückzuführen, hatte die Flughafengesellschaft 2021 mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund als Gesellschaftern einen Teilentschuldungsplan vereinbart, an dessen Umsetzung weiter gearbeitet wird.


