Knochen in Königs Wusterhausen
: Polizisten finden Schädel von Mensch am Straßenrand

Die Polizei in Königs Wusterhausen hat einen rätselhaften Fund gemacht: Zufällig stießen die Beamten auf den Schädel eines Menschen. Nun wird nach Hinweisen aus der Vergangenheit gesucht.
Von
Till Eichenauer
Königs Wusterhausen
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Ein menschlicher Schädel, der auf dem ehemaligen Klostergelände in Lorsch gefunden wurde, wird am 10.08.2016 in Mannheim (Baden-Württemberg) im Universitätsklinikum für den Scan in einem Computertomographen vorbereitet. Das Kloster Lorsch stellt ein anthropologisches Forschungsprojekt vor, bei dem nach Knochenfunden Gesichterrekonstruktionen geplant sind. Foto: Uwe Anspach/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Ein menschlicher Schädel. Die Polizei geht davon aus, dass der Knochen aus Königs Wusterhausen nie bestattet wurde. (Symbolbild)

Uwe Anspach/picture alliance/dpa
  • In Königs Wusterhausen fanden Polizisten auf dem Funkerberg den Schädel eines Mannes.
  • Der Schädel wurde erst in der vorangegangenen Woche abgelegt, laut Rechtsmedizin.
  • Der Tod liegt 20 bis 30 Jahre zurück – der Mann war damals etwa 90 Jahre alt.
  • Hinweise auf Gewalt fehlen, der Schädel war offenbar nie bestattet worden.
  • Polizei bittet um Hinweise: auch zu alten Schädelangeboten und vermissten 90‑Jährigen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als Polizisten bei einem Einsatz in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) unterwegs sind, machen sie einen ebenso zufälligen, wie grausigen Fund: Einige Meter neben einer Straße auf dem Funkerberg finden sie den Schädel eines Menschen.

Wie Polizeisprecher Sascha Erler mitteilt, waren die Beamten Anfang September wegen eines anderen Einsatzes vor Ort, als sie den Knochen fanden: „Das ist schon ein sehr ungewöhnlicher Fund“, so der Beamte. Auch die Hintergründe sind mysteriös. So muss laut rechtsmedizinischer Untersuchung der skelettierte menschliche Schädel erst innerhalb der vorangegangenen Woche am Fundort abgelegt worden sein.

Der Todeszeitpunkt des Mannes soll aber schon 20 bis 30 Jahre zurückliegen. Damals soll der Mann, zu dem der Schädel gehört, etwa 90 Jahre alt gewesen sein. Auffällig sei laut Polizei, dass der Schädel offensichtlich nie bestattet wurde. „Wenn ein Schädel mehrere Jahre unter der Erde liegt, hinterlässt das Spuren. Die gibt es auf dem Knochen aber nicht“, so Erler von der Polizeidirektion Süd.

Polizei durchsucht Akten nach dem Toten von Königs Wusterhausen

Laut Polizei gebe es keine Spuren einer äußerlichen Gewaltanwendung oder Hinweise auf ein Tötungsdelikt. Es stellt sich jedoch die Frage: Wo ist der Rest der Leiche?

Um die Hintergründe des Fundes zu klären, hat die Polizei bereits die Fahndungsdateien vermisster Personen der letzten Jahrzehnte geprüft – allerdings ohne Ergebnis. Deshalb bittet die Polizei nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Neben allgemeinen Hinweisen wird gefragt, ob jemandem in der Vergangenheit ein menschlicher Schädel zum Kauf angeboten wurde.

Auch wer Anhaltspunkte zum Verbleib einer vor 20 bis 30 Jahren 90‑jährigen Person hat, soll sich an die Polizeiinspektion Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen unter der Rufnummer 03375 2700 wenden.

In der Nähe des Fundorts südöstlich von Berlin, dem Funkerberg in Königs Wusterhausen, steht das Symbol der Stadt, die Reste einer Funkmastanlage aus der Kaiserzeit. Wo genau der Schädel gefunden wurde, teilte die Polizei nicht mit. Heute befindet sich auf dem Hügel ein Wohngebiet, umgeben von Waldstücken.