Essen in Königs Wusterhausen
: Wie zwei Schulfreundinnen das Jagdschloss betreiben

Das Jagdschloss 1896 in Königs Wusterhausen bietet deutsche Küche an. Die Betreiberinnen kennen sich seit dem Kindergarten. Wie lang sie das Restaurant noch führen wollen.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Die Betreiberinnen des Jagdschlosses 1896 in Königs Wusterhausen Cornelia Wandke und Anette Beutler. Wo sie sich in fünf Jahren sehen.

Die Betreiberinnen des Jagdschlosses 1896 in Königs Wusterhausen, Cornelia Wandke und Anette Beutler. Freunde und Geschäftspartner: Passt das zusammen?

Maria Häußler
  • In Königs Wusterhausen führen Cornelia Wandke und Anette Beutler das Restaurant Jagdschloss 1896.
  • Sie kennen sich seit Kindergarten und Grundschule, trafen sich bei der Neueröffnung im Februar 2000 wieder.
  • 2003 übernahmen sie den Betrieb ohne Erfahrung – deutsche Küche, saisonale Angebote ohne Fertiggerichte.
  • Coronazeit war am schwersten: sieben Monate Schließung, danach kündigte der Koch.
  • In fünf Jahren sehen sie sich in Rente – sie hoffen auf eine Nachfolge für das Restaurant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Cornelia Wandke eilt vom Garten zur Bar des Jagdschlosses 1896 in Königs Wusterhausen und wieder zurück. Eine Gruppe Radfahrer genießt die letzten Sonnenstrahlen des Tages im Außenbereich des Restaurants. Sie scherzt mit den Gästen und nimmt Reservierungsanfragen entgegen. Erst als ihre Kollegin Anette Beutler eintrifft, setzt sich Wandke an den Tisch, um zu erzählen, wie es kam, dass sie gemeinsam ein Restaurant führen.

Das Restaurant Jagdschloss 1896 ist im Februar 2000 in Königs Wusterhausen neu eröffnet worden. Es bietet deutsche Küche an. Ein Highlight sind die saisonalen Angebote von der Weihnachtsgans über Spargelrezepte bis zu Kürbissuppe oder Eisbein und Matjes. Wandke betont auch, dass hier keine Fertiggerichte auf den Teller kämen.

„Du bist unser Gedächtnis“, ruft Beutler, während sie Getränke auf ein Tablett stellt und sich weiter um die Gäste kümmert. Cornelia Wandke erzählt, dass sie bei der Eröffnungsfeier des Jagdschlosses zufällig ihre alte Schulfreundin wiedersah. Sie seien in einer Gruppe im Kindergarten und in der gleichen Klasse in den ersten beiden Jahren der Grundschule gewesen. Nach der Wende zog Wandke nach Berlin und Beutler blieb in der Gegend.

Plötzlich selbstständig im Jagdschloss Königs Wusterhausen

Anette Beutler arbeitete im Februar 2000 als Servicekraft im Restaurant und fragte Wandke, ob sie als Pauschalkraft einsteigen wolle, was sie im Sommer dann tat. 2003 entschied sich dann der ehemalige Betreiber, das Restaurant an seine Mitarbeiterinnen abzugeben.

So seien sie in die Selbstständigkeit regelrecht „hineingestolpert“, ohne viel Vorwissen. „Er hat uns einfach den Schlüssel gegeben“, erzählt Wandke. „Wir hatten keine Erfahrung und haben keinen Tag zugemacht.“ Das habe dazu geführt, dass sie nicht nur alle Rechte mit übernahmen, sondern auch alte Rechnungen begleichen mussten. Welche es genau waren, daran können sich beide nicht genau erinnern. „Der Laden war runtergewirtschaftet“, sagt Wandke.

Die Arbeit teilen sie sich auf. Zunächst habe die Mutter von Anette Beutler sie in der Buchhaltung unterstützt. Heute übernimmt das Anette Beutler selbst, während sich Cornelia Wandke um den Kontakt mit den Lieferanten und Vertragspartnern kümmert.

Das Restaurant ist im rustikalen Stil gehalten. Schwere Holzmöbel, gedimmtes Licht und gelbe Wandfarbe bestimmen das Bild. Im Außenbereich können die Gäste den Blick auf den Nottekanal genießen, Geranien schmücken das Geländer und Kies knirscht unter den Sohlen.

Freunde und Geschäftspartner: Passt das zusammen?

Ihre freundschaftliche Verbindung sei gut fürs Geschäft, sagt Wandke. „Wir müssen uns natürlich absolut vertrauen.“ Es gehe aber immer um den Laden. Um sich privat zu treffen, bliebe kaum Zeit. Beide hätten Familien. „Wir haben es, glaube ich, einmal geschafft, bei dir am Pool zu sitzen, oder?“, ruft Wandke ihrer Partnerin zu. „In 23 Jahren.“ Zur Weihnachtsfeier hätten sie auch zusammengesessen, fügt Beutler hinzu.

Der 10. Geburtstag des Jagdschlosses Königs Wusterhausen ist den Betreiberinnen in besonderer Erinnerung geblieben.

Der 10. Geburtstag des Jagdschlosses Königs Wusterhausen ist den Betreiberinnen in besonderer Erinnerung geblieben. Es gab eine Torte.

Maria Häußler

Besonders positiv in Erinnerung ist den beiden die 10. Jubiläumsfeier geblieben. Die habe noch in der Cocktailbar stattgefunden, die einmal zu dem Restaurant gehörte. Wandke legt Bilder von der Bar, einer Geburtstagstorte und dem Team zu dieser Zeit auf den Tisch.

Ihre Geschäftspartnerin nennt Wandke liebevoll „Anettchen“. „Wir sind wie ein altes Ehepaar, sagen manche“, sagt Wandke. „Wir streiten die ganze Zeit.“ Wie zum Beweis kabbeln sie sich kurz nach dem Interview. „Kontrollierst du, ob ich richtig geputzt habe oder was?“, fragt Wandke. „Nein, stalken tu ich dich nicht“, antwortet Beutler. Wenn es aber um wichtige Entscheidungen geht, seien sie sich immer einig gewesen. „Da finden wir einen gemeinsamen Weg“, so Wandke.

„Wir sind wie ein altes Ehepaar“
Cornelia Wandke
Betreiberin des Jagdschlosses 1896

Am schwersten sei bisher die Coronazeit gewesen. Sieben Monate am Stück musste das Restaurant schließen. Danach habe der Koch gekündigt. Auch sonst sei die Arbeit immer wieder mal besonders herausfordernd. „In diesem Sommer ist unsere Servicekraft acht Wochen ausgefallen“, sagt Wandke. Sie habe sich den Arm gebrochen. „Da mussten wir den ganzen Sommer durchziehen.“

Eine Vision für das Jagdschloss 1896 in fünf Jahren haben die Betreiberinnen nicht. „Da sind wir in Rente. Ich sehe mich da auf einer einsamen Insel“, sagt die 61-jährige Cornelia Wandke. „Ich will mit!“, sagt Beutler, die in einer Woche ebenfalls 61 wird. „Äh, deshalb gehe ich auf eine einsame Insel“, scherzt Wandke. Die beiden hoffen aber, einen Nachfolger zu finden, der das Restaurant in ihrem Sinne weiterführt.