Kinderpornografie in KW: Mann erstattet Anzeige und kommt selbst in Schwierigkeiten

Der Angeklagte aus Königs Wusterhausen wollte Anzeige erstatten und gab sein Handy bei der Polizei ab – und kam dadurch in noch größere Schwierigkeiten. (Symbolbild)
Marcus Brandt / dpa- Ein Mann aus Königs Wusterhausen wurde wegen Besitzes von Kinderpornografie zu 9 Monaten auf Bewährung verurteilt.
- Hinweise kamen 2020 aus den USA, weitere Dateien wurden 2023 bei einer Selbstanzeige entdeckt.
- Der Angeklagte hat eine pädophile Neigung, ist in psychologischer Behandlung und nimmt Medikamente.
- Er stammt aus schwierigen Verhältnissen und war selbst Opfer von Missbrauch.
- Der Richter betont die lebenslange Herausforderung der Therapie.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auf dem Handy eines 34-jährigen Mannes aus Königs Wusterhausen wurden kinderpornografische Bilder und Videos gefunden. Die Tat liegt ungefähr fünf Jahre zurück. Hinzu kamen Vorwürfe aus dem Jahr 2023. Für beide Taten musste er sich nun vor dem Amtsgericht der Stadt verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, Aufnahmen auf seinem Mobiltelefon gespeichert zu haben, die sexuelle Handlungen mit Jungen, teilweise unter 14 Jahren, zeigen.
Der Mann hatte gleich zu Beginn des Prozesses gestanden, sich die Dateien aus Whatsapp- und Facebook-Gruppen heruntergeladen zu haben. Der Hinweis auf die Tat kam laut Staatsanwaltschaft bereits im Jahr 2020 aus den USA. Dort sammelt eine Organisation Hinweise zu Kinderpornografie. Daraufhin führte die Landespolizei Brandenburg mehrere Durchsuchungen durch. Auch in einer psychiatrischen Klinik in Lübben, in der sich der 34-Jährige zu dem Zeitpunkt aufhielt und in seiner Wohnung in Königs Wusterhausen.
Nach der Hausdurchsuchung entschied sich der Angeklagte von Königs Wusterhausen in eine Kleinstadt im Elbe-Elster Kreis umzuziehen. Um sein Leben zu ändern, wie er vor Gericht sagte.
Mann aus Königs Wusterhausen hat pädophile Neigung
Drei Jahre nach dem ersten Vorfall, im Jahr 2023, bekam der Mann in seinem neuen Wohnort laut eigener Aussage dann ungefragt weiteres kinderpornografisches Material von Dritten zugeschickt. Damit ging er zur Polizei vor Ort, um Anzeige zu erstatten. Dabei fanden die Beamten jedoch weitere Bilder und Videos älteren Datums auf dem Handy, für die er sich beim Prozess in Königs Wusterhausen ebenso verantworten musste.
Hinweise zu Kinderpornografie kommen oft aus den USA
Ein Großteil der Ermittlungen zu Kinderpornografie in Deutschland beruhe auf Hinweisen des „National Center for Missing and Exploited Children“ (NCMEC), einer US–amerikanischen Organisation. 2015 wurden dem Bundeskriminalamt 14.500 solcher Fälle gemeldet, 2022 waren es 136.500 Hinweise und 2023 sogar 179.000. Eine Meldung der Organisation brachte zuletzt die Behörden auf einen Mann aus dem Barnim, der nun auch wegen Kinderpornografie vor Gericht steht.
Bei dem Mann wurde bereits eine pädophile Neigung sowie eine Depression diagnostiziert. Zudem ist der er intelligenzgemindert. Er arbeitet seit mehreren Jahren in einer Werkstatt für Behinderte und steht unter gesetzlicher Betreuung.
Besitz von Kinderpornografie: Neun Monate Bewährung
In einem Gespräch mit der Gerichtshilfe vor dem Prozess hatte er angegeben, aus zerrütteten Familienverhältnissen zu stammen, mehrere Jahre in Kinderheimen verbracht zu haben und selbst als Kind missbraucht worden zu sein. Aktuell ist er freiwillig in psychologischer Behandlung und nimmt Medikamente zur Dämpfung seiner Sexualität ein.
Der Richter verurteilte den 34-Jährigen zu neun Monaten auf Bewährung. Für die vergleichsweise milde Strafe war ausschlaggebend, dass der Angeklagte nicht vorbestraft war, sich in einem Fall selbst angezeigt und sich aktiv um psychologische Hilfe bemüht hatte.
Zum Ende der Verhandlung spricht der Richter dem Angeklagten noch einmal ins Gewissen: „Für jedes einzelne Bild, gibt es ein Kind, das missbraucht wurde.“ Er betont, dass die Pädophilie des Mannes nicht heilbar sei und ihn sein ganzes Leben lang begleiten werde. Sich damit auseinanderzusetzen, sei seine „Lebensaufgabe“.
Zuletzt war eine der größten Pädophilen-Plattformen mit fast zwei Millionen Nutzern weltweit aufgeflogen. Bei der Großrazzia in mehreren Ländern hatte es auch in Brandenburg Festnahmen gegeben.

