Klettern bei Königs Wusterhausen: Erste Boulderhalle Brandenburgs in Wildau wird 10

Boulderhalle in Wildau: Gidien Kirbs und Matthes Damm betreiben die Gämse an der TH Wildau seit zehn Jahren.
Maria Häußler- Die Boulderhalle „die Gämse“ in Wildau feiert am Samstag, den 29. August 2026, ihr 10-jähriges.
- Betreiber sind Gidien Kirbs und Matthes Damm – die Halle gilt als erste offizielle in Brandenburg.
- Zwei Hallen mit Hochebene: getrennte Bereiche für Familien und Erwachsene, viele Sitzplätze.
- Ausstattung wie in Berlin, dazu MoonBoard und Werkstatt; viele Elemente sind selbst gebaut.
- Vorteil ist der Platz ohne Wartezeiten, großer Familienbereich und eigene Kinder-Routen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Familiär“ beschreibt die Boulderhalle „die Gämse“ auf dem Gelände der TH Wildau im Speckgürtel von Berlin gleich im doppelten Sinne: Hier kennt jeder jeden oder kommt schnell ins Gespräch und Zielgruppe sind vor allem Familien.
Auf den ersten Blick wirkt die Halle recht klein. Ein langer Gang führt zu zwei nah aneinander stehenden Wänden und einem Tresen aus rustikalen Holzbrettern. Doch Betreiber Matthes Damm führt auf eine Hochebene über dem Tresen mit Sitzecke und Yogaspace und von dort aus über eine Brücke in eine zweite, größere Halle nebenan. Das ist der Familienbereich. Kinder dürfen dort rennen und toben, dafür aber nicht in die andere Halle.
Am Samstag, den 29. August 2026, feiert die Gämse 10-jähriges Bestehen mit Grill und Musik. „Es war die erste offizielle Boulderhalle in Brandenburg“, sagt Matthes Damm stolz. Seitdem hat sich hier vieles verändert. Damm deutet auf die grüne Matte in der kleineren Halle, die den Sturz abfedern soll. Etwa in der Mitte zieht sich eine Linie durch, auf einer Seite ist die Farbe etwas dunkler. Das war der Boulderbereich bis 2024, nun ist fast doppelt so viel Platz.
Ausstattung der Boulderhalle in Wildau
An diesem Dienstagabend (25.8.2026) bouldern nur wenige Gäste in Wildau. Die große Halle für Familien ist vollkommen leer. Links erheben sich Kletterwände, die sogar etwas höher sind als in der Halle für Erwachsene, rechts stehen Couches, Tische und Stühle und ein Tischkicker. Eine kleine Ecke im hinteren Teil des Raumes war ursprünglich mal der Kinderbereich. Dort sind die Griffe kleiner und nach einer geschafften Route nutzen die Kinder eine Rutsche für den Weg hinab. Gerade in den Abendstunden dürfte der Platz von allen genutzt werden, sagt Damm.

Boulderhalle in Wildau: Griffe, Hochebene, Wände – in der Gämse ist vieles selbst gebaut.
Maria HäußlerAnsonsten ist die Gämse ähnlich wie Berliner Hallen ausgestattet: Es gibt einen Kraftraum, Umkleiden mit Dusche und Fußbad, Hangboards, um die Finger zu trainieren, und Getränke, sowie Pizza. Die Schließfächer sind etwas klein. Dafür gibt es besonders viele Sitzgelegenheiten, Kletterzeitschriften und „Arbeitsplätze“ mit Ladepunkten auf der Hochebene. Ein „MoonBoard“ erweitert den Anteil schwerer Routen: Mit einer App ist es möglich, dort den Schwierigkeitsgrad einzustellen, LED-Lampen weisen den Weg.
„Die Gämse“ Boulderhalle in Wildau
4 Euro Leihschuhe
1,50 Euro Chalkbag
9 Euro Pizza
Jubiläumsfeier:
Samstag, 29. August 2026
Einlass ab 17 Uhr, Musik ab 18 Uhr
40 Euro Eintritt inklusive Essen und Getränke
70 Euro Eintritt mit T-Shirt
Auf der Hochebene in der großen Halle liegen aus Holz gebaute Prismas, die einmal Klettergriffe werden sollen. Es ist die Werkstatt der Boulderhalle. „Wir bauen einfach immer weiter“, sagt Matthes Damm. Er wünsche sich beispielsweise ein „Top out“, das heißt, man klettert über die Wand hinweg auf die Hochebene und läuft dann die Treppe hinunter. Er deutet auf einen Stapel Bretter. Das soll einmal eine „Spraywall“ werden. Also eine überhängende Kletterwand, die eng mit unterschiedlichen Klettergriffen bedeckt ist. Dort können sich Boulderer ihre eigenen Routen kreieren und so gezielt auf Schwächen eingehen.
Das Gebäude ist denkmalgeschützt. Hier wurden einmal Lokomotiven gebaut. Deshalb dürfen manche Dinge nicht verändert werden. Damm und seine beiden Partner wünschen sich zum Beispiel einen Außenbereich zum Bouldern, das sei allerdings nicht möglich. Die Höhe der Halle sorgt auch dafür, dass sie im Winter schwer zu beheizen ist. Die Hochebene soll Abhilfe schaffen: Warme Luft steigt nach oben und schafft einen angenehmeren Aufenthalt für die, die gerade nicht an der Wand schwitzen.
Boulderhalle in Wildau: eigener Kinderbereich und Platz
Beim Bouldern zeigt sich, dass es viele verschiedene Routen und Griffe gibt, die übereinander geschraubt sind. Deshalb dauert es trotz der größeren Halle lange, um die Routen einer Schwierigkeitsstufe zu schaffen. Ein echter Vorteil dieser Kletterhalle im Vergleich zu Berlin ist der Platz.
Es sei nicht immer so leer, versichert Damm. „Eine Wartenummer wie in manchen Hallen in Berlin muss man aber nicht ziehen“, sagt er und spielt damit darauf an, dass, solange eine Route geklettert wird, mehrere Menschen unten stehen, zuschauen und warten. Wegen der niedrigeren Besucherzahl sei es auch leichter, die Halle sauber zu halten.
Aber warum der riesige Familienbereich? Früher sei er genervt von Kindern in Boulderhallen gewesen, so Damm. Durch die räumliche Trennung seien andere Gäste davor geschützt und Regeln nicht nötig. Inzwischen ist Damm selbst Vater. „Ich mache das hier auch für meine vierjährige Tochter“, sagt er. „Die bouldert, seit sie zehn Monate alt ist.“ Eine Route sei sogar von ihr selbst kreiert: Geholfen hätte er ihr nur beim Anschrauben.


