Lamahof bei Königs Wusterhausen
: Warum Alpakas öfter spucken als Lamas

Auf dem Märkischen Lamahof bei Königs Wusterhausen dürfen Besucher die Lamas und Alpakas füttern, streicheln und bei Wanderungen spazieren führen. Dabei erfahren sie kuriose Fakten über die Tiere.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Lama Prinz Igor grast auf dem Märkischen Lamahof in Schenkendorf bei Königs Wusterhausen. Landwirtin Anita Selig-Smith lobt und füttert ihn.

Lama „Prinz Igor“ lebt auf dem Märkischen Lamahof in Schenkendorf bei Königs Wusterhausen. Landwirtin Anita Selig-Smith erklärt, wie man Lamas und Alpakas streichelt.

Maria Häußler
  • Märkischer Lamahof bei Königs Wusterhausen: Besucher füttern, streicheln und wandern.
  • Einführung vor Ort erklärt Umgang: am Hals streicheln, nicht am Kopf, nicht klopfen.
  • Wanderungen ca. 6 km zum Krummensee – 10 Euro, ganzjährig, im Winter mit Glühwein.
  • Lamas waren Packtiere, Alpakas Faserlieferanten. Alpakas spucken öfter als Lamas.
  • Spucken hat zwei Arten, oft aus Rangordnung, Paarung oder Futterneid. Weibchen sind ranghöher.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Lama „Prinz Igor“ grast gemächlich auf der Wiese des Märkischen Lamahofs in Schenkendorf an der Ortsgrenze von Königs Wusterhausen. Er lässt sich geduldig für ein Foto umarmen, ist dann aber irritiert, dass es kein Leckerli gibt: Das Lama hört abrupt auf zu grasen, richtet sich auf, kommt näher und legt die Ohren an. Das bedeutet nicht das Gleiche, wie bei Pferden, erklärt Landwirtin Anita Selig-Smith vom Märkischen Lamahof. Igor sei also nicht wütend, sondern gierig.

„Tut mir leid“, entschuldigt sie sich mehrmals bei ihrem Lama. Der Hengst sei besonders sanftmütig und würde auch als Therapiebegleittier eingesetzt. Später legt er sich hin und lässt sich von Kindern, Eltern und Senioren streicheln, wie sie es gerade bei einer kurzen Einführung in die Lama- und Alpakakunde gelernt haben: nicht am Kopf, nicht klopfen und auch nicht kraulen. „Ganz normal am Hals streicheln“, das mögen Lamas und Alpakas, erklärt Selig-Smith, die die Tiere seit 30 Jahren züchtet.

Die Kennenlernveranstaltung an diesem Freitag (21.8.2026) findet ausschließlich auf dem Märkischen Lamahof statt. Vom Treffpunkt hinter dem Ortsschild Schenkendorf aus führt Selig-Smith die Gruppe aufs Gelände und vermittelt etwa eine halbe Stunde lang Wissen über Lamas und Alpakas. Dann dürfen die Besucher Leckerlis verteilen.

Lamas und Alpakas bei Königs Wusterhausen wandern im Winter

An anderen Tagen starten von hier aus etwa sechs Kilometer lange Wanderungen zum Krummensee. Vier Stunden sind insgesamt eingeplant, das Tempo ist also sehr gemütlich. Die Touren kosten 10 Euro und finden das ganze Jahr über statt – im Winter gibt es Glühwein und heißen Apfelsaft.

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Lamas und Alpakas kommen aus den Anden in Südamerika und gehören zur Familie der Kamele. Sie werden auch „Neuweltkamele“ genannt. Lamas waren Packtiere und deshalb größer als Alpakas, die wegen ihrer Fasern gezüchtet wurden. Deshalb sind Lamas auch eher dem Menschen zugewandt. Alpakas sind kleiner, aber ranghöher – denn Lamas weichen bei Angriffen von Alpakas lediglich aus, da sie so klein sind wie junge Lamas.

Alpakas sind kleiner als Lamas aber ranghöher. Welche Funfacts erfahren die Besucher noch bei dem Besuch auf dem Lamahof bei Königs Wusterhausen?

Alpakas sind kleiner als Lamas, aber ranghöher. Welche interessanten Fakten erfahren die Besucher noch bei dem Besuch auf dem Lamahof bei Königs Wusterhausen?

Maria Häußler

„Alpakas spucken doppelt so oft wie Lamas“, sagt Selig-Smith bei der Einführung. Einer der Gründe seien diese einseitigen Angriffe. Es sei ein Irrglaube, der sich im Internet verbreitet habe, dass nur Lamas spucken.

Selig-Smith versichert aber, dass sie ihre Alpakas mit dem Ziel für Wanderungen aus Hunderten ausgesucht hat und sie besonders menschenbezogen sind. Rangordnung, Paarungsverhalten und Futterneid seien die Gründe fürs Spucken.

Lamas und Alpakas ekeln sich vor ihrer eigenen Spucke

„Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Spucken“, erklärt Selig-Smith. Eine Art sei harmlos, „tut nicht weh und ist nicht ätzend“. Aber es sei auch nicht sehr zielgerichtet. Die andere Art ähnele eher einem „Kotzen“: Die Neuweltkamele würgen ihre Nahrung hoch und spucken.

„Danach laufen sie zehn Minuten mit offenem Mund durch die Gegend, weil sie den Geruch ihrer eigenen Spucke auch nicht mögen“, sagt Selig-Smith und erntet dafür einige Lacher der Besucher. Deshalb würden sie diese Methode relativ selten anwenden.

Dann gibt es Leckerlis und die Herde kommt in Aufruhr. Lamas und Alpakas kreisen um den roten Eimer herum, aus dem jetzt Tassen abgefüllt werden, drohen sich gegenseitig und ein Lama steckt den Kopf in den Eimer.

Anita Selig-Smiths 12-jährige Tochter hat Schwierigkeiten beim Verteilen der Becher. Da heute so viele Menschen gleichzeitig füttern, wird aber nicht gespuckt. „Los, füttern!“, ruft Selig-Smith den Umstehenden zu, damit das auch so bleibt.

Auf dem Lamahof bei Königs Wusterhausen füttern die Besucher Lamas und Alpakas. Wenn zwei Tiere in der Nähe sind, ist Vorsicht geboten.

Auf dem Lamahof bei Königs Wusterhausen füttert Richie Lamas und Alpakas. Wenn zwei Alpakas gleichzeitig zum Futterbecher wollen, ist Vorsicht geboten.

Maria Häußler

Besucher „Richie“ füttert gerade ein besonders gieriges Alpaka, das immer wieder fordernd vor ihm steht. „Das war ein Weihnachtsgeschenk an meine Enkelin“, sagt er und deutet auf das Mädchen neben ihm. Er und seine Partnerin kommen aus Berlin und freuen sich über den Ausflug nach Schenkendorf. „Der hat ja eine warme Schnauze“, sagt Richie, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte. Ein weiteres Alpaka kommt dazu und Richie weicht vorsichtshalber ein paar Schritte zurück.

Noch ein Fakt sorgt für ein erstauntes Raunen unter den Besuchern: „Bei Lamas sind weibliche Tiere immer ranghöher“, sagt Selig-Smith. Wenn sie trächtig werden oder ein Fohlen bekommen, steigen sie in der Rangordnung auf, so Selig-Smith. Die männlichen Tiere kämpfen dagegen untereinander. Etwa sechs Monate brauchten sie, um ihre Rangordnung in einer neuen Konstellation auf der Weide zu klären.

„Bei Lamas sind weibliche Tiere immer ranghöher.“
Anita Selig-Smith
Landwirtin und Lama-Züchterin

„Während Corona haben die sich hier die Köpfe eingeschlagen“, sagt Selig-Smith. Manche Tiere haben aus dieser Zeit sichtbare Narben. Da die Wanderungen eine Zeit lang nicht erlaubt waren, seien sie nicht ausgelastet gewesen.

„Die haben sich gelangweilt.“ Trotzdem brauchen Lamas und Alpakas Ruhetage. „Tägliches Wandern wäre zu viel Stress. Sie müssen sich ja auf einen neuen Menschen einlassen“, sagt Selig-Smith. Sie selbst habe ihre Körpersprache angepasst, das könnten die Wandernden aber so schnell nicht lernen.

Anita Selig-Smith lebt von der Arbeit auf dem Hof. Neben den Wanderungen und der Nachzucht verkauft sie auch die Fasern der Tiere. Im Hofladen bietet sie Schals, Mützen und Seife aus den Fasern an.