Miete in Königs Wusterhausen
: Warum die WoBauGe die Mieten im Plattenbau erhöht

In Königs Wusterhausen wurden die Mieten der WoBauGe um etwa einen Euro pro Quadratmeter erhöht. Einige Mieter sind frustriert. Die WoBauGe nimmt dazu Stellung.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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WoBauGe

Die WoBauGe Königs Wusterhausen hat die Mieten erhöht. Was Mieter dazu sagen und wie die Geschäftsführerin die Erhöhung begründet.

Maria Häußler
  • WoBauGe Königs Wusterhausen erhöht Mieten um etwa einen Euro pro Quadratmeter für Wohnungen vor 2014.
  • Mieter beklagen Erhöhungen zwischen 8 und 200 Euro – teils erste Anpassung seit Jahrzehnten.
  • Geschäftsführerin nennt gestiegene Kosten und ortsübliche Vergleichsmieten als Gründe.
  • Neuvermietungen im Altbestand bei 7,50 bis 9 Euro, Neubau bei 13 bis 14 Euro pro Quadratmeter.
  • Weitere Erhöhungen möglich, u. a. wegen Gebäudesanierungen zur Einhaltung von Klimazielen bis 2050.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Fontaneplatz in Königs Wusterhausen schiebt eine Frau ihr Fahrrad zügig zwischen Plattenbauten hindurch und am Büro der Wohnungsbaugesellschaft Königs Wusterhausen vorbei. Auf die Mieterhöhungen der WoBauGe angesprochen, ruft sie laut: „Ich hab die Schnauze voll!“ Sie erzählt, dass sie jetzt 450 Euro Miete für eine Wohnung im Plattenbau bezahlt. Als sie hergezogen ist, seien es rund 350 Euro gewesen. „Frechheit!“

Aktuell sei ihre Miete zwar nur um 8 Euro erhöht worden, das könne man ja verkraften. „Aber wir können nichts machen“, sagt sie und schüttelt den Kopf. „Man muss damit leben.“ Dann eilt sie weiter. Ihren Namen möchte sie nicht nennen.

Die Wohnungsbaugesellschaft Königs Wusterhausen hat die Mieten für Wohnungen, die vor 2014 erbaut worden sind, kürzlich erhöht. Das bestätigte Geschäftsführerin Sandra Knackfuß auf Anfrage. Die Erhöhungen seien überwiegend ab September 2025 wirksam. „Die Vergleichsmietenerhöhung war erforderlich, um die Mieten an die ortsüblichen Vergleichsmieten anzupassen und um die gestiegenen Kosten und künftig zusätzlich entstehenden Kosten im Bereich der Gebäudesanierungen zu decken“, teilt Knackfuß per E-Mail mit.

Mieterhöhungen in Königs Wusterhausen: Die erste seit Jahren

Ein Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses sagt, dass viele Mieter verärgert seien. Das Mehrgenerationenhaus am Fontaneplatz bietet soziale Beratung, aber auch einen offenen Treff zum Austausch an. „Es ist unverhältnismäßig, wie manche Leute darauf reagieren“, sagt er und zündet sich eine Zigarette an. „Bei der Arbeit bekommt man so einiges mit“. Er selbst wohne in einer 80-Quadratmeter-3-Raumwohnung im Plattenbau mit seinem Sohn. Auch er habe einen Brief erhalten. „40 bis 45 Euro mehr im Monat sind es. Seit vierzehn Jahren habe ich keine Mieterhöhung bekommen.“

In den Wohnungen, die vor 2014 erbaut worden sind, seien die Mieten bislang ausschließlich im Zuge von Modernisierungsarbeiten erhöht worden, so Sandra Knackfuß von der WoBauGe. Das bedeutet, dass viele Langzeitmieter, die in Plattenbauten leben, schon lange keine Mieterhöhungen erhalten haben. Die angesprochenen Personen am Fontaneplatz berichten von zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren.

WoBauGe Königs Wusterhausen erhöht Miete um 200 Euro

An der Bushaltestelle wartet eine 25-jährige Frau, die noch in der Wohnung ihrer Mutter in der Nähe des Fontaneplatzes lebt. Ihre Familie habe eine Mieterhöhung von etwa 200 Euro bekommen, erzählt sie. Wie viele Quadratmeter die 5-Zimmer-Wohnung hat, wisse sie nicht. Eine so große Wohnung für eine so günstige Miete zu haben, sei perfekt gewesen. „Natürlich ist das doof“, sagt sie in Bezug auf die Erhöhung. „Man hat weniger Geld, um sich was zu gönnen oder für Hobbys. Das fühlt sich an, als wären es tausend Euro.“

Eine Erhöhung von acht oder zweihundert Euro ist eine weite Spanne. „Der Betrag berechnet sich auf Basis der Erhöhung um bis zu 20 Prozent der bisherigen Miete, bezogen auf die jeweilige aktuelle ortsübliche Miete mit vergleichbarem Wohnraum“, sagt Knackfuß. „Im Durchschnitt hat sich hieraus eine Erhöhung um etwa einen Euro pro Quadratmeter ergeben.“

Die Geschäftsführerin äußert sich auch zur Miete bei Neuvermietungen: „Im Altbestand der WoBauGe – hier Plattenbau – liegen die aktuellen Mieten bei Neuvermietung zwischen 7,50 Euro und 9 Euro pro Quadratmeter und im Neubaubestand zwischen 13 Euro und 14 Euro pro Quadratmeter.“

In Zukunft könnte eine weitere Erhöhung auf die Mieter in den Plattenbauten der WoBauGe zukommen. Grund ist ein Gesetz zur Wärmeisolierung von Fassaden, die Gebäude-Effizienzrichtlinie. Ziel ist es, einen emissionsfreien Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen. Im Haushaltsausschuss der Stadt Königs Wusterhausen hat Geschäftsführerin Sandra Knackfuß angekündigt, dass deshalb Sanierungen nötig seien.