Parken in Königs Wusterhausen
: Stadt plant keine Veränderung, aber warum?

In Königs Wusterhausen morgens zu parken, ist reiner Horror: Pendler finden schon früh keinen Parkplatz mehr. Das sagt die Stadt dazu.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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Nichts geht mehr um 8 Uhr morgens auf dem Parkplatz hinter dem Bahnhof von Königs Wusterhausen. Hier stehen am Mittwochmorgen (1. Juli) überwiegend Autos aus KW, aber auch aus Berlin und der Umgebung.

Nichts geht mehr um 8 Uhr morgens auf dem Parkplatz hinter dem Bahnhof von Königs Wusterhausen. Hier stehen am Mittwochmorgen (1. Juli) überwiegend Autos aus KW, aber auch aus Berlin und der Umgebung.

Marlene Wetzel
  • Parkplätze am Bahnhof KW sind morgens schnell voll – ab etwa 8 Uhr ist nichts mehr frei.
  • Vier-Stunden-Parkplatz vor dem Bahnhof ist morgens teils frei, aber für Pendler zu kurz.
  • Stadt nennt Zahlen: P+R hinten 301 Plätze, Storkower Str. 83, Vier-Stunden-Platz 138.
  • Viele Pendler weichen aus: früh losfahren, umparken, teils hohe Gebühren in Anliegerstraßen.
  • Stadt plant keine Veränderungen, da keine weiteren kommunalen Flächen in der Innenstadt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mittwochmorgen (1. Juli) 8.05 Uhr, Königs Wusterhausen: Die Parkplätze auf der „Rückseite“ des Bahnhofs, wo unbegrenzt lange geparkt werden kann, sind bereits vollständig belegt. Niemand kurvt mehr herum, niemand hat gerade erst eingeparkt. Vielmehr scheint es so, als wüssten alle KWer Bescheid, dass hier um diese Uhrzeit nichts mehr geht.

Auf dem öffentlichen Parkplatz am Kreisverkehr „vor“ dem Bahnhof sieht es anders aus. Hier sind noch viele Plätze frei. Aber hier darf von Montag bis Freitag auch nur vier Stunden geparkt werden – zu kurz für alle, die ihr Auto am Bahnhof parken, um dann mit der S-Bahn nach Berlin zur Arbeit zu pendeln. Und das sind laut Mobilitätskonzept 2030 der Stadt immerhin 6.400 Personen (Stand 2022).

So auch Nicole, die mit ihrer Tochter Sophie um circa 8.30 Uhr den Vier-Stunden-Parkplatz verlässt, um zum Kinderarzt zu gehen. „In Königs Wusterhausen gibt es zu wenig Parkmöglichkeiten für Pendler“, findet sie.

In Königs Wusterhausen richten sich Pendler nach den Parkzeiten

Normalerweise fährt auch sie mit dem Auto zum Bahnhof und nimmt dann den Zug nach Berlin zur Arbeit. „Ich fahre um kurz vor 7 Uhr los, um dann um 7.30 noch einen Parkplatz zu bekommen. Auch wenn ich dann zu früh bei der Arbeit bin, möchte ich nicht das Risiko eingehen, keinen Platz mehr zu bekommen“, schildert sie. Warum sie nicht mit dem Auto nach Berlin reinfährt? „Ich arbeite in der Innenstadt, das tu ich mir nicht an.“ Sie schüttelt den Kopf.

Stadtsprecherin Katrin Kunipatz verweist auf Anfrage nach der Anzahl der Parkplätze in der Innenstadt auf das KWer Mobilitätskonzept 2030. Auf dem Vier-Stunden-Parkplatz am Kreisverkehr gibt es demnach 138 Parkplätze und 3 Parkplätze für Menschen mit Behinderung. Davon werden 71 Plätze in der Nutzung reguliert und 67 nicht. Am P+R „hinter“ dem Bahnhof gibt es 301 Parkplätze und 5 Parkplätze für Menschen mit Behinderung und auf dem P+R Storkower Str. 83 Parkplätze und 6 Parkplätze für Menschen mit Behinderung.

Christian, der ebenfalls auf dem Vier-Stunden-Parkplatz aus dem Auto steigt, ist einer von 14.000 Personen, die nach dem Mobilitätskonzept 2030 nach Königs Wusterhausen reinpendeln. Er arbeitet in der Innenstadt und meint, für ihn sei es vollkommen ausreichend, hier vier Stunden stehen zu können, da er regelmäßig Außentermine habe und dann umparke.

Der Vier-Stunden-Parkplatz neben dem Kreisverkehr. Um 8.30 Uhr sind hier noch Plätze frei – aber scheinbar nicht mehr lange, wie die Befragten angeben.

Der Vier-Stunden-Parkplatz neben dem Kreisverkehr. Um 8.30 Uhr sind hier noch Plätze frei – aber scheinbar nicht mehr lange, wie die Befragten angeben.

Marlene Wetzel

Allerdings lege er seine Termine auch so, dass er hier eben nicht länger als vier Stunden stehen müsse. Gäbe es eine Bahn oder einen Bus zwischen seinem Wohnort Eggersdorf und Königs Wusterhausen, würde er die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen, sagt er.

Auch Henry Hammer arbeitet in der Innenstadt von Königs Wusterhausen und fährt normalerweise dreimal die Woche mit dem Fahrrad her. Doch wegen des Wetters hat er das Auto genommen und es auf dem Vier-Stunden-Parkplatz abgestellt. Er und fünf andere Kollegen hätten sich zusammengetan, erzählt er. Alle vier Stunden würde eine Person loslaufen und alle Autos umparken.

„Die Situation ist furchtbar“, findet er, „KW hat zu wenige Parkplätze und zu wenig kostenlose Parkplätze.“ Durch die Baustelle am Bahnhof hätte sich die Situation zugespitzt, es seien noch mehr Parkplätze auf der einen Seite des Vier-Stunden-Parkplatzes weggefallen.

„Die Parkplatzsituation von Königs Wusterhausen ist mies.“
Monika
Autofahrerin, die auf dem Vier-Stunden-Parkplatz am Kreisverkehr geparkt hat.

„Die Parkplatzsituation von Königs Wusterhausen ist mies“, meint auch Monika im Vorbeihasten zu einem Termin in der Innenstadt. Gegen 8 bis 9 Uhr sei der Vier-Stunden-Parkplatz noch frei, aber später oder an Markttagen in der Bahnhofstraße fände sie hier gar nichts mehr.

Nick, der auf dem Weg zum Zahnarzt ist, empfindet die Parkplatzsituation für seine Zwecke als okay. Allerdings lege er seine Termine auch immer auf den Vormittag, sodass er immer noch einen Platz fände.

Parkplatzsituation in Königs Wusterhausen soll sich nicht ändern

In den Anliegerstraßen rund um den Bahnhof ist Parken gebührenpflichtig. Eine halbe Stunde kostet hier 0,20 Euro, eine Stunde 1 Euro, 1,5 Stunden 1,50 Euro, zwei Stunden 2 Euro und jede weitere Stunde 1 Euro. Ein Arbeitstag von acht Stunden – ohne Fahrtzeit – würde hier also acht Euro Parkgebühren kosten, was bei einer Vollzeitstelle 160 Euro im Monat sind.

Fahrradstellplatz auf der Rückseite des Bahnhofs von Königs Wusterhausen. Sind Räder die Lösung des Parkplatzproblems?

Fahrradstellplatz auf der Rückseite des Bahnhofs von Königs Wusterhausen. Sind Räder die Lösung des Parkplatzproblems?

Marlene Wetzel

„Seitens der Stadt gibt es derzeit keine Überlegungen für Veränderung. In der Innenstadt verfügt die Stadt über keine weiteren kommunalen Flächen, auf denen die Einrichtung eines Parkplatzes denkbar wäre“, so Kunipatz.

Wenn keine weiteren Parkplätze gebaut werden können, was kann das Problem dann lösen? Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs? Bessere Radwege? Innovative Ansätze? Stadt und Politik werden sich etwas einfallen lassen müssen.