Radweg ab Königs Wusterhausen: Hofjagdweg in den Spreewald - reizvoll oder riskant?

Der Hofjagdweg, hier am Nottekanal in Königs Wusterhausen. Nach der Abzweigung nach Süden sind es noch 61 Kilometer bis nach Lübben. Man muss auf dem Weg dem Schild mit gold gekrönten Schwein folgen.
Till Eichenauer- Der Hofjagdweg: 63 km von Königs Wusterhausen bis Lübben, meist ruhige, naturnahe Wege.
- Start am Bahnhof holprig auf Kopfsteinpflaster, dann schön am Nottekanal – Orientierung per App hilft.
- Kritisch zwischen Krummensee und Groß Köris: enge Straße, Autos überholen, Vorsicht mit Kindern.
- Halbe Strecke in Märkisch Buchholz mit Treppenwehr und Einkehrmöglichkeit, später Spreewald-Landschaft.
- Reine Fahrzeit 3,5–4,5 Stunden, sehr flach; Wasser mitnehmen und sonntags wenige Läden beachten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Hofjagdweg startet holprig. Er beginnt am Bahnhof in Königs Wusterhausen und die ersten 500 Meter der Strecke über das Kopfsteinpflaster der Bahnhofstraße schütteln die Radler gehörig durch. Aber schon direkt danach wird man mit einem Radweg entlang des grünen Nottekanals belohnt, der schöner kaum sein könnte.
So wie die ersten Kilometer des Radwegs von Königs Wusterhausen nach Lübben (Dahme-Spreewald) ist auch das gesamte Erlebnis über die 63 Kilometer Wegstrecke: Meistens fährt man wunderbar über ruhige, sichere Fahrradwege in der Natur – aber streckenweise wird es dann doch unangenehm.
Vom Nottekanal biegt der Weg Richtung Süden ab. Radfahrer der alten Schule können sich an den kleinen „Hofjadgweg“-Schildern orientieren, die ein rennendes, gekröntes Schwein zeigen. Es bietet sich jedoch an, die Routendaten auf der Website des Naturparks Dahme-Heidesee herunterzuladen und in einem Kartenprogramm auf dem Handy zu öffnen. Damit fällt die Orientierung deutlich leichter.
Enge Straße auf dem Hofjagdweg kann gefährlich werden
Der Hofjagdweg, benannt nach dem Jagdrevier Friedrich Wilhelms I. in den Wäldern südlich seines Schlosses in Königs Wusterhausen, führt zunächst auf beschaulichen, geteerten Radwegen im Wald bis Krummensee. Hier beginnt bereits einer der kritischen Abschnitte der Radtour. Auf der Website des Naturparks Dahme-Heidesee heißt es: „Die geringe Breite der Straße lässt den vorgeschriebenen Mindestabstand zwischen Pkw und Radfahrer nicht zu.“ Von einer Befahrung der Teilstrecke, insbesondere mit Kindern, von Krummensee bis Ortseingang Groß Köris, wird bis auf Weiteres dringend abgeraten.

Der Hofjagdweg zwischen Krummensee und Groß Köris. Schilder mahnen zur Rücksicht auf der teils engen Straße.
Till EichenauerTatsächlich wird man auf diesem Teil, einem geteerten Waldweg parallel zur Autobahn A13, immer wieder von Autos überholt. Wenn noch Gegenverkehr dazu kommt, kann es eng werden auf der Straße. Im Wald stehen immer wieder Schilder, die auf die Radfahrer des Hofjagdwegs hinweisen und zu Rücksicht aufrufen. Auf Nachfrage erklärte der Tourismusverband Dahme-Seen, dass dort nach wie vor Vorsicht geboten ist.
Wer in Groß Köris ankommt, muss an der Schleuse etwas Glück haben: Ist die Zugbrücke über den Kanal unten, muss man einige Minuten warten. Zum Trost kann man hier die Schiffe beim Passieren beobachten.
Hier gibt es 15 Bilder vom Hofjagdweg in der Bildergalerie zum Durchklicken:
Nach Groß Köris geht es über Löpten bis nach Halbe. Wer will, kann hier am Waldfriedhof Halbe kurz innehalten und die Kriegsgräberstätte besuchen. Zwischen Halbe und Märkisch Buchholz führt der Weg entlang der L74 – jedoch sicher getrennt durch einen eigenen Fahrradweg.
Rast im Biergarten in Märkisch Buchholz auf halber Strecke
In Märkisch Buchholz angekommen, hat man etwa die Hälfte der Strecke geschafft. Nachdem man das Treppenwehr in der kleinsten Stadt Brandenburgs bewundert hat, kann man im Ort eine längere Rast einlegen. Das Restaurant „Herrmanns Marktwirtschaft“ mit Biergarten bietet sich hier an.
Südlich von Märkisch Buchholz merkt der Fahrradfahrer eindrücklich, dass man das Biosphärenreservat Spreewald erreicht hat: Durch Köthen und vorbei am Köthener See geht es nach Krausnick und Schlepzig. Hier fährt man durch das Labyrinth an kleinen Wasserstraßen, auf denen gelegentlich ein Kahn entlangschippert.
Der letzte Abschnitt, südlich von Schlepzig, führt vorbei an großen Fischteichen und durch eine wildromantische Landschaft entlang der Spree. Über das Naturschutzgebiet, den Hain in Lübben, kommt man in die zweitgrößte Stadt im Spreewald. Dort endet der Radweg am Bahnhof.
Der Hofjagdweg – ein Fahrradweg für Jedermann
Insgesamt ist der Hofjagdweg ein abwechslungsreicher und zum Teil idyllischer Radweg. Lediglich die Teilstrecken, die man sich als Radler mit Autos teilen muss, sind ein kleiner Makel. Wer hier aber umsichtig fährt und auf den Verkehr achtet, kann insgesamt ein tolles Erlebnis haben. Für die gesamte Strecke von 63 Kilometern sollte man etwa dreieinhalb bis viereinhalb Stunden reine Fahrzeit einplanen – je nachdem, wie sportlich man fährt und ob man elektronische Unterstützung hat. Mit einer Steigung von lediglich 180 Metern ist der Hofjagdweg sehr flach. Mit Pausen dauert die gesamte Fahrt etwa sechs Stunden.
Neben der gespeicherten Route auf dem Handy sollten sich Radler auch ausreichend Wasser mitnehmen. Der Hofjagdweg verläuft zwar oft über schattige Waldwege, aber gerade an heißen Sommertagen kommt man doch ins Schwitzen. Zudem gibt es gerade an Sonntagen wenig Einkaufsmöglichkeiten an der Strecke.
Wer vom Bahnhof in Lübben mit dem RE2, RE7 oder RE20 nach Königs Wusterhausen zurückfahren will, sollte nicht vergessen, sich zusätzlich zur normalen Fahrkarte ein Fahrradticket zu kaufen. Insgesamt ist man dann bei stolzen 14,40 Euro – aber auch bequem in 23 Minuten zurück am Start der Tour, am Bahnhof in Königs Wusterhausen. Gerade am Wochenende kann es aber recht voll in den Fahrradabteilen der Züge werden. Hier ist dann etwas Geduld und Rücksicht beim Ein- und Aussteigen gefragt.















